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Entstehungszyklus eines TATORTs

„Nach dem TATORT ist vor dem TATORT“

Nach dem großen Erfolg des rbb-TATORTs „Meta“ ist schon der nächste, gerade abgedrehte Berliner TATORT in der Postproduktion. Und natürlich sind auch weitere Stoffe in der Entwicklung. Für eine neue TATORT-Serie auf der Plattform Sputniknews hat die Berliner TATORT-Redakteurin Josephine Schröder-Zebralla den Produktionszyklus eines TATORTs ganz grundsätzlich erläutert.



Dr. Josephine Schröder-Zebralla, ist seit 1995 Redakteurin für den TATORT, erst beim Sender Freies Berlin (SFB), dann beim Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb). Sie zählt unter den derzeitigen TATORT-Redakteuren zu den dienstältesten Redakteuren und hat vorher schon mit der Serie Peter Strohm ausreichend Krimiexpertise erlangt.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Dr. Josephine Schröder-Zebralla für den TATORT aus Berlin redaktionell verantwortlich, sie betreut alle Stoffe von der Idee bis zur Ausstrahlung und entscheidet mit, was verfilmt wird und was nicht. Auf ihr Konto gehen Erfolge wie die Folgen TodesbrückeMachtlosGegen den Kopf oder – wie letzten Sonntag – der bärenstarke Film-im-Film-TATORT Meta. Dem Magazin sputniknews.de hat Schröder-Zebralla im Rahmen einer neuen TATORT-Serie, die mit Machern, Regisseuren, Darstellern oder Fans spricht und die Krimireihe TATORT etwas intensiver beleuchtet als andere Medien, den Entstehungs- und Produktionszyklus eines TATORT-Films erläutert.

Von der Idee bis zum fertigen Film

Schröder-Zebralla schildert, dass sie TATORT-Stoffideen nur bearbeiten kann, wenn ihr diese über eine in Berlin oder Brandenburg ansässige Produktionsfirma angeboten werden, weil der rbb seine TATORT-Produktionen nicht eigenproduziert, sondern die Aufträge extern an Produktionsfirmen vergibt. Die Stoffideen werden meist in einem Expose, das auf vier bis sechs Seiten die Idee, die Figuren und einen groben Handlungsverlauf skizziert, in der Redaktion eingereicht.

„Nach dem TATORT ist vor dem TATORT“

Wird die Idee vom rbb-Filmteam für gut und entwicklungsfähig eingestuft, beginnt die Arbeit für einen TATORT-Film: Mit dem Produzenten und dem Autor, später auch mit dem Regisseur, wird eine Idee dann bis zum filmreifen Drehbuch weiterentwickelt. Insgesamt liege zwischen der Idee und dem fertigen Film schnell mal eine Zeit von anderthalb Jahren, wenn man bei diesem Stoff bleibe, sagt Schröder-Zebralla im Interview.

Ganz vorne, rechts vom Herren mit der blauen Fliege, sitzt Redakteurin Josephine Schröder-Zebralla bei den Dreharbeiten zu Meta im Kino Bayblon. Neben ihr sitzt die Produzentin Nanni Erben. Zwischen Erben und der Hauptdarstellerin Meret Becker (im gelben Kleid) sitzt Regisseur Sebastian Marka. Gemeinsam warten sie alle, bis die letzte Einstellung des Films gedreht werden kann. Bild: rbb/ Bejo

Während der Dreharbeiten nimmt die Redakteurin die täglichen Muster ab, sieht jede einzelne Szene, die gedreht wurde. Zusammengefügt zum fertigen Film nimmt Schröder-Zebralla später in der Postproduktion den Roh-, dann den um Musik und Atmosphäre ergänzten Feinschnitt des TATORTs ab. Die Pressearbeit vor der Ausstrahlung bis zur Preview fallen ebenfalls noch in den Arbeitsbereich der TATORT-Redakteurin. Nach der Ausstrahlung sei ihre Arbeit an einem Film dann beendet, erklärt Schröder-Zebralla im Interview mit sputniknews.de: „Nach dem TATORT ist vor dem TATORT“.

Nach „Meta“ folgt „Tiere der Großstadt“

So nun auch nach der Ausstrahlung von Meta am letzten Sonntag: erst kürzlich wurde der nächste Berliner TATORT Tiere der Großstadt abgedreht, für den nun die Postproduktion ansteht. Dieser TATORT wird im Sommer ausgestrahlt, und im Herbst soll der erste TATORT für 2019 gedreht werden, für den Schröder-Zebralla das Drehbuch mit den Autoren drehfertig machen muss. Derzeit arbeitet die Berliner Redakteurin an zwei Stoffen für den Berliner TATORT: Einer erzähle den Mord aus dem Berliner Studentenmilieu und ein anderer schildere einen „Cold Case“: einen Mord, der vor dem Mauerfall geschah und in der DDR mit der Todesstrafe gesühnt werden sollte.

Großer Erfolg für „Meta“

Der TATORT Meta (Buch: Erol Yesilkaya) erreichte am letzten Sonntag mit über 10 Millionen Zuschauer nicht nur eine sehr gute Quote, sondern löste auch einen unerwarteten Achtungserfolg bei Kritikern und Fans aus. Sie attestierten den Machern, beispielsweise in ihren Kommentaren in der TATORT-Rangliste, dass Experimente wie Meta durchaus spannend und interessant seien und sehr wohl gelingen könnten. Die Diskussionen um eine Begrenzung bei „Experimenten“ dürften nun auch ard-intern vom Tisch sein.


Das ganze Interview mit Josephine Schröder-Zebralla zum Nachhören [Soundcloud]:

Eine Zusammenfassung des Gesprächs innerhalb der neuen TATORT-Serie hier [Sputniknews.de]:


Francois Werner


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