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Jahresrückblick

85 Leichen im TATORT-Jahr 2017

Das Jahr 2017 blieb damit deutlich hinter dem Leichenrekord-Jahr 2016 zurück: Im ARD-Krimi wurde dieses Jahr weniger gestorben. Rekorde gibt es trotzdem: Der leichenreichste TATORT wurde im März gesendet und die häufigste Todesursache war - wie im Vorjahr - "erschossen".



Was hat Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, r) bei der Leiche gefunden? Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, l) ist gespannt. © WDR/Thomas Kost

Im Jahr 2017 wurden bei 35 ausgestrahlten neuen Krimis aus der beliebten ARD-Fernsehkrimireihe TATORT insgesamt 85 Leichen gezählt.

Wieder unter der Hundertermarke

Damit liegt das Jahr 2017 deutlich  - fast um die Hälfte - unter dem Vorgängerjahrgang 2016, in dem noch 162 Leichen in der Krimireihe der ARD gezählt wurden. 2016 war zugleich das bisherige Rekordjahr bei den TATORT-Leichen: In keinem anderen Jahrgang wurden mehr Leichen in einem TATORT-Jahr gezählt.

Erstmals seit 2013 liegt die Zahl der Leichen im TATORT-Krimi deutlich unter der Hundertermarke bei ähnlich gleicher Schlagzahl Folgen pro Jahr.


JahrgangAnzahl der Leichen im TATORT
201785
2016162
2015111
2014150
201373
201286
201174

Eine von den 6 Leichen aus Borowski und das dunkle Netz Rosi, die korpulente Rezptionistin ("Willst du ficken?") stirbt an vergifteten Pralinen, Bild: NDR

2017: „Leichenreichste“ TATORT-Folgen

Die TATORT-Folge mit den meisten Leichen im Jahr 2017 war die Folge Borowski und das dunkle Netz, die am 19. März 2017 im Ersten lief. Dort waren 6 Leichen zu beklagen. Je 5 Leichen waren in der Dortmunder Folge Sturm vom Ostermontag und im Stuttgarter RAF-TATORT Der rote Schatten vom 15. Oktober 2017 zu beklagen.

Ob die Dortmunder Kommissarsfigur Daniel Kossik gestorben ist, bleibt in Sturm offen. Das Geheimnis wird - am 4. Februar 2018 in Tollwut gelüftet. Im Bild: Stefan Konarske vor der Premiere des TATORTS Zahltag im August 2016 © WDR/Claus Langer

In beiden Krimifolgen könnten sogar noch mehr Leichen durch unübersichtliche Situationen nach einer Explosion (Dortmund) oder einer SEK-Aktion (Stuttgart) entstanden sein; denn ob die Figuren stark verletzt oder gar an den Folgen verstorben sind, bleibt im Film offen  - dramaturgisch ist dies wohl ohnehin unbedeutend. 

Ist Daniel Kossik aus Dortmund gestorben?

Als Leiche explizit nicht gezählt wurde die Dortmunder Kommissarsfigur Daniel Kossik, der in Sturm schwer verletzt wurde. Sein Darsteller Stefan Konarske hatte bereits im Spätsommer 2016 angekündigt, dass er in Sturm aus der Dortmunder TATORT-Serie aussteigen wolle. Ob die Figur Kossik wirklich tot ist, erfährt der Zuschauer erst am 4. Februar 2018 in der nächsten Dortmunder Folge Tollwut

Die RAF-Terroristin aus Der rote Schatten erliegt ihren Verletzungen. Bild.SWR

Todesarten

Die häufigste Todesursache im TATORT bleibt 2017 erschossen (24 Fälle), gefolgt von erstickt/erwürgt in 8 Fällen. 6 mal wurde jemand erschlagen, in 5 Fällen wurde ein Mensch im TATORT erstochen. Weitere Todesursachen sind verbrannt, überfahren, vergiftet und erhängt. 4 Menschen wurden durch eine Bombenexplosion getötet.

Opfer/Täter-Verhältnis

Am Geschlechtsverhältnis bei Opfern und Tätern hat sich 2017 nicht merklich was verändert am TATORT. Von den Mordopfern sind 73% männlich und 27% weiblich. Die Mörder sind auch 2017 mehrheitlich männlich: 70%. Weibliche Täterinnen machen einen Anteil von 27% aus. Zwei Fälle konnten nicht aufgeklärt werden (3%). 

Falke greift in Dunkle Zeit zur Waffe, um einen Politiker zu schützen und tötet dabei eine Linksextremistin. Bild:NDR

Tod durch die Ermittlerfigur

In zwei Fällen hat das Handeln der Ermittlerfigur zum Tode geführt. Um die Ermordung eines Politikers zu verhindern, erschoss Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) in Dunkle Zeit eine Täterin. In Borowski und das dunkle Netz muss Sarah Brandt (Sibel Kekilli) eine Tierfalle einsetzen, um sich vor der Ermordung durch den Staatsanwalt in Notwehr zu schützen. 

Ob der Kieler Kommissar Borowski in der Folge Borowski und das Fest des Nordens einem Mörder Sterbehilfe leistete und ihn von seinem Leiden erlöste, war bisher nicht mehr als ein Verdacht der Kollegin Sarah Brandt, der noch nicht (auf)geklärt wurde.

Der Fall Holdt: Was ist passiert? Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ahnt nichts Gutes. Tatsächlich kann sie am Ende den Fall nicht aufklären. © NDR/ Marion von der Mehden

Besonderheiten 2017 - enttäuschte Zuschauererwartungen?

In zwei der 35 TATORT-Folgen wurde die Zuschauererwartung nach Aufklärung des Verbrechens 2017 nicht befriedigt. Weder Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) konnte am 5. November 2017 in ihrem Jubiläums-TATORT Der Fall Holdt den Fall aufklären, noch die Frankfurter Ermittler Anna Janneke und Paul Brix am 8.Januar 2017 in der Folge Land in dieser Zeit: aus Mangel an Beweisen wurden die Ermittlungen eingestellt.

Gar keinen Mord gab es am 9. April 2017 im Franken-TATORT Am Ende geht man nackt. Dort stellte sich der Tod einer Asylbewerberin in einer Gemeinschaftsunterkunft in Bamberg als Unglücksfall heraus.

Ebenso in der Folge Schock am 22. Januar 2017: Dort ermittelten Major Eisner und seine Kollegin Bibiane Fellner aus Wien überhaupt nicht in einem Mordfall, wie sonst für einen TATORT-Krimi üblich. Bei den Ermittlungen im Fall eines Amoklaufs stoßen die Wiener Ermittlern nur auf einen zurückliegenden Suizid. Der Amokläufer selbst wird dann in der 84. Minute von einem Sondereinsatzkommando der Polizei erschossen.

Das früheste Opfer im TATORT: in Tanzmariechen springt ein junges Mädchen gleich zum Einstieg der Folge nach 100 Sekunden von einer Kölner Rheinnbrücke in den Fluss unter ihr. Bild: WDR

Die schnellste und die späteste Leiche

Das erste Opfer im Jahr 2017 stammt aus dem Kölner TATORT Tanzmariechen. Ein junges Mädchen springt schon nach 100 Sekunden von einer Brücke in den Rhein und begeht Selbstmord. Der früheste Mord – nach 110 Sekunden – ist im Dortmunder TATORT Sturm zu sehen – dort werden zwei Schutzpolizisten im Polizeiauto kaltblütig erschossen.

Auch sehr ungewöhnlich: Die späteste erste Leiche in einem TATORT gab es 2017 erst nach 76 Minuten. Dann nämlich findet man die Bankiersgattin Holdt im Entführungsfall, den Charlotte Lindholm am 5. November in Der Fall Holdt aufzuklären versuchte. Die Bankiersgattin war von Unbekannten entführt worden und nach erfolgloser Lösegeldübergabe in einem Waldstück in Niedersachsen tot abgelegt worden. Der Krimi des NDR nahm Anleihen am realen Fall der „Bögerl-Entführung“ in Heidenheim aus dem Jahr 2010.

Francois Werner


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