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Filmfestival Ludwigshafen

"Wir suchen die Filme ja nicht aus, weil es TATORTe, sondern weil es tolle Filme sind"

Das Filmfestival Ludwigshafen ist nach Zuschauern das zweitwichtigste Festival Deutschlands und gewinnt immer mehr an Bedeutung - dieses Jahr werden erstmals 90.000 Zuschauer erwartet. In Sachen TATORT geht das Festival ungewöhnliche Wege: die TATORTe laufen dort ohne den bekannten Vorspann und werden auch nicht als solche im Programm angekündigt. Im Interview erklärt Festivaldirektor Dr. Michael Kötz, warum das so ist - und warum auch der "Ludwigshafen"-Ableger mit Ulrike Folkerts bisher keine Chance auf dem Festival hatte.



 

Sie zeigen auch dieses Jahr wieder den neuesten TATORT mit Ulrich Tukur, kündigen den Film aber im Programmheft und auf dem Festival ohne den konkreten Hinweis auf die TATORT-Reihe an. Warum?

Kötz: Es ist schade, wenn die Dinge gleich in eine Schublade  gesteckt werden und dazu gehört auch leider das TATORT-Genre. Ich erinnere mich immer an einen Architekten, der nach einer TATORT-Vorführung aus dem Kino kam und mir sagte, „für einen TATORT gehe ich doch nichts in Kino, den schaue ich zu Hause an, dafür geh ich doch nicht auf ein Festival!“ Das hat mich sehr geärgert, weil wir suchen die Filme ja nicht aus, weil es TATORTe sind, sondern weil es tolle Filme sind. 

 

Keiner der in den letzten Jahren auf dem Filmfestival Ludwigshafen vorgeführten TATORTe wurde mit dem bekannten Vorspann gezeigt. Stattdessen steigt der Zuschauer immer gleich ins erste Bild ein. Warum lassen Sie dieses populäre Markenzeichen weg?

Kötz: Das ist der gleiche Ansatz. Zu allererst gilt: es ist ein Film. Und danach kann man gerne stauend feststellen, dass es ein TATORT war – im übrigen verschweigen wir das ja auch nicht. Aber: es gibt eben auch viele weniger gute TATORTe und deswegen ist es auch unser Anliegen auf dem Festival, die gelungenen TATORT-Beispiele zu zeigen und auf sie hinzuweisen. 

Ich will deutlich sagen: Die Idee des TATORT an sich - erfunden im WDR in den 1970ern Jahren - ist ein tolles Konzept, weil es das föderale System der ARD aufgegriffen hat und gleichzeitig eine Serie wurde , die den Zeitgeist spiegelt und die aktuellen Fragen um gesellschaftliche Probleme verhandelt. 

Es wird jetzt leider immer mehr von vielen aktuellen TATORT-Filmen konterkariert, das finde ich ein bisschen schade. Auch wenn ich den einen oder anderen von eben diesen Filmen ganz toll fand, finde ich es eigentlich die falsche Richtung. Politische Fragen in TATORT-Form zu bewegen, finde ich eine großartige Idee. 

 

Auf diesem populären Filmfestival in Ludwigshafen ist noch nie ein TATORT aus Ludwigshafen gezeigt worden. Woran liegt das eigentlich? 

Kötz: Wir haben tatsächlich bisher keinen TATORT aus Ludwigshafen gefunden, den wir zu diesem Filmfestival eingeladen hätten und den wir unbedingt zeigen wollten. Wir kriegen die aber auch nicht immer vorher und vielleicht verschlafen es die Senderleute auch etwas, dass hier ein Filmfestival läuft, wo man den Film hätte einreichen können. Ich glaube aber, mittlerweile hat es sich schon rumgesprochen. Es gibt Sender, die reichen bei uns sofort einen TATORT ein, weil sie gute Erfahrungen gemacht haben. Und wer keine gute Erfahrungen gemacht hat, hat es nicht auf dem Schirm. Vielleicht läuft es in den Redaktionen auch manchmal etwas zu bürokratisch.

Wie finden Sie den Ludwigshafener TATORT mit Ulrike Folkerts ganz persönlich?

Kötz: Ich finde vor allem, dass Ulrike Folkerts eine gute Schauspielerin ist, eine sehr gute sogar. Und alle Filme über einen Kamm scheren, kann und will ich jetzt auch nicht. Aber irgendwas müssen sie vielleicht noch verbessern. Ich glaube, da ist noch viel Luft nach oben. Wahrscheinlich ist es immer das Drehbuch. Die Schauspieler sind es ganz sicher nicht, beide nicht. Und die Regie kann auch nicht viel machen, wenn das Drehbuch nicht so toll ist. Vielleicht muss auf dieser Ebene was getan werden.

Die Fragen stellte François Werner


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