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Felix Hubys neuer Bienzle-Roman

Hochspannend

In Felix Hubys neuestem Roman ?Bienzles schwerster Fall? ist Bienzle nicht nur der Ermittler, sondern auch die Hauptfigur, mit der der Leser mitleidet

?Bienzles schwerster Fall? ? so lautet der Titel von Felix Hubys neuestem Roman. Und tatsächlich bekommt es der schwäbische Kriminalhauptkommissar Ernst Bienzle, der einem breiten Publikum als Stuttgarter TATORT-Kommissar bekannt ist, in seinem 17. Taschenbuchfall mit einem besonders kniffligen und vor allem menschlich belastenden Fall zu tun.

Erinnerungen an einen früheren Fall

Die 11-jährige Elena Hagen wird ermordet im Wald auf der Wangener Höhe in Stuttgart aufgefunden. Die Umstände ähneln einem früheren Fall, in dem der mutmaßliche Täter Kai Anschütz mangels Beweisen freigesprochen wurde. Nicht wenige in den Reihen der Polizei und der Öffentlichkeit ? an vorderster Stelle Bienzles ehemaliger Kollege Grossmann, der während der Ermittlungen im Fall Anschütz vom Dienst suspendiert wurde, weil er gegen den Verdächtigen gewalttätig geworden ist ? sind überzeugt davon, dass dieser Kai Anschütz doch der Täter war und nun erneut zugeschlagen hat.

Bienzle unter Druck

Bienzle ist davon jedoch nicht überzeugt und so beharrt er darauf, dass die von ihm geleitete Sonderkommission vielmehr in aktuelle Richtungen ermittelt und neueren Spuren nachgeht. Und tatsächlich stoßen die Kommissare schon recht bald auf mehrere Verdächtige. Doch dann wird ein weiteres Mädchen entführt und es finden sich DNA-Spuren von Anschütz auf der Schultasche des entführten Mädchens. Bienzle gerät zunehmend unter Druck. Zum ersten Mal in seiner Karriere hat er das Gefühl, seinem eigenen Urteil nicht mehr trauen zu können.

Szene aus dem Film, Bild: SWR

Private Krise

Auch privat befindet sich Bienzle in einer Krise. Seine langjährige Partnerin Hannelore Schmiedinger ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, nachdem sie ein schönes Atelier gefunden hat, zu dem auch eine Wohnung gehört. Zwar ist im Roman davon nicht die Rede, doch es darf vermutet werden, dass Hannelores Auszug auch in irgendeiner Weise etwas mit Bienzles kurzer, aber heftiger Affäre mit der Staatsanwältin Anuschka Relinger im vorangegangenen Bienzle-Roman ?Bienzle und die letzte Beichte? (2005) zu tun haben könnte. Zwar nähern sich Bienzle und Hannelore im Laufe des Romans zumindest wieder ein klein wenig aneinander an, dennoch ist spürbar, dass die beiden längst nicht mehr so glücklich miteinander sind, wie dies früher noch der Fall war. Sogar von einer Paartherapie ist zwischenzeitlich die Rede.

In der Tradition früherer Bienzle-Highlights

Mit ?Bienzles schwerster Fall? ist Felix Huby erneut ein hochspannender und durchweg lesenswerter Roman gelungen, der durch sein ausgeprägtes Rätselelement zum Miträtseln einlädt und somit ganz in der Tradition frührer Bienzle-Romanhighlights (u.a. ?Schade, dass er tot ist? oder ?Gute Nacht, Bienzle?) steht.

Szene aus dem Film, Bild: SWR
Zudem wartet der Roman noch mit einigen schönen Einfällen auf ? so gibt es beispielsweise einen kurzen ?Gastauftritt? von Starkoch Vincent Klink ? und natürlich dürfen auch Bienzles Vermieter Rominger, sein Freund und Kollege Günter Gächter, der Pathologe Dr. Kocher und Schober, der Chef der Spurensicherung nicht fehlen. Aufgestockt wurde das Kripo-Team dieses Mal durch die beiden jungen Kollegen Tanja Hohmann und Klaus Zielke, die durchaus Schwung in die Handlung bringen und bei denen es wünschenswert wäre, wenn sie auch in den kommenden Bienzle-Romanen ab und an noch einmal auftauchen würden.

Gut konstruierter Whodunit

Freunde von gut konstruierten ?Whudonit?-Krimis kommen bei ?Bienzles schwerster Fall? also voll auf ihre Kosten und werden sicherlich ihre Freunde an dem Roman haben. Bienzle-Fans dürfen sich gewiss auch schon auf die Romanverfilmung freuen; diese wird am 25. Februar 2007 als letzter Bienzle-TATORT im Ersten zu sehen sein. Der Film wurde bereits im Frühjahr 2005 gedreht, wird jedoch erst als letzter Bienzle-TATORT ausgestrahlt, da er laut Autor Felix Huby ?dank der Regie, der Kamera und der Darsteller von einer so außergewöhnlichen Qualität? sei, dass er sich als Abschluss für die 25 Bienzle-TATORTe förmlich aufdränge. Man darf also gespannt sein.

Christian Rohm / Januar 2007


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