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TATORT-Lexikon

Von der Unfähigkeit, den TATORT angemessen zu würdigen

Es war zu erwarten, dass es zum 40. Geburtstag des Krimi-Klassikers TATORT eine Art Kompendium oder Lexikon geben würde. Und das, obwohl das Internet voll ist von zuverlässigen Datensammlungen zu Fernsehsendungen, auch zum TATORT. Doch die Bücher sterben nicht aus,  meinen die Verleger noch immer. Gespannte Erwartung also auch bei den Fans. Doch das Jubiläumsbuch, das "alle Fakten, alle Fälle und alle Kommissare" enthalten will, enttäuscht auf der ganzen Linie. Das Interesse der Beteiligten, mit dem Buch anlässlich des runden Geburtstags eine schnelle Mark zu machen ist spürbar größer als das Interesse an der Krimireihe an sich. Mehr noch: das Buch geht mit dem TATORT und der Institution ARD auffallend unkritisch um, der Autor bleibt an der Oberfläche und verbockt viele überflüssige Fehler: Ein würdeloser Umgang mit dem Fernseh-Klassiker!

Das TATORT-Lexikon von Rüdiger Dingemann ist Anfang Oktober 2010 erschienen

Schon mit der Einleitung des Buches, die 30 Seiten (!) umfasst, geht der Autor total baden. Der Rückblick auf die 40-jährige Geschichte und der Versuch, den TATORT und das Phanömen der Krimireihe zu erklären, scheitert. Für die "Die Gründe des Erfolgs" muss eine halbe Seite ausreichen, andere Themen werden ebenso schnell abgehandelt. Autor Dingemann huscht quasi im Galopp durch 40 Jahre Fernsehgeschichte, manches Thema fehlt wiederum. Und das meiste bleibt sehr oberflächlich. Manchmal wechselt der Autor das Thema, ohne seinen Text abzusetzen oder zu gliedern, was das Lesen und das Verständnis nur unnötig erschwert.

Kein Interesse für den TATORT

Fast unerträglich ist, dass der Autor den TATORT ständig als Serie bezeichnet. Selbst wenn dieses Lexikon kein Buch mit (film)wissenschaftlichem Anspruch sein soll - was gut ist - hätten man diesem und anderen Aspekten eine etwas differenzierte journalistische Betrachtungsweise gewünscht, die dem Thema und Phänomen TATORT gerecht geworden wäre und von der meinen sollte, sie sei für die Recherche des Buchs angewandt worden. Es gibt durchaus gute Argumente, den TATORT als "Reihe" einzustufen, um ihn auch gegen andere "Serien" besser abzugrenzen und ihn einzuordnen. Hier versagt das Buch jedoch auch.

Kommissarin Wiegand ermittelte 8-mal am TATORT - in Peggy hat Angst übrigens an der Seite von Hannelore Elsner, die 1997 selbst zweimal als Kommissarin im TATORT auftritt. Bild: SWF
Kommissar Lutz ermittelte nicht nur in Stuttgart, sondern wurde in vielen baden-württembergischen Städten "herumgereicht" -übrigens nicht immer im Morddezernat. Bild: SDR

Viele vermeintliche Details, die der Autor seiner Galoppzusammenfassung untermischt, wirken wie aufgeschnappt und runtergeschrieben. An viel zu vielen Stellen zeigt der Autor, dass er ungenau arbeitet - oder schlicht seine Unkenntnis: Die TATORT-Kommissarin Wiegand - die zweite TATORT-Kommissarin überhaupt - löste bei ihm nur 7 Fälle (und nicht 8), er verortet sie nach Baden-Baden. In diesem kurzen Satz gleich zwei Schnitzer. Richtig ist: Sie ermittelte auch in Freiburg, Mainz oder Karlsruhe und war der "Wanderpokal" des Südwestfunks (im Buch: SWR). Mit dem anderen TATORT-Wanderpokal, dem SDR-Kommissar Lutz, geht der Autor ähnlich oberflächlich um - er wird als Stuttgarter Kommissar beschrieben; er war aber lange Zeit auch in anderen Städten Baden-Württembergs auf Ganovenjagd, und das übrigens oft gar nicht für das Morddezernat. Dass dies so war, gehörte zum Konzept des Stuttgarter Südfunks und war auch ein Markenzeichen des langjährigen Ermittlers Lutz.

Lektorat ? - Fehlanzeige!

Es geht weiter: Die Kommissarin Odenthal wird in ihren ersten 6 Folgen als "Solistin" bezeichnet, bevor sie mit 1996 den Assistenten Mario Kopper an die Seite gestellt bekommt. Dass Kommissarin Odenthal in diesen Folgen den Assistenten Seidel konstant an ihrer Seite hat, fällt unter den Tisch.

Für den BR-TATORT Im freien Fall erhielt das Team den begehrten Adolf-Grimme-Preis. Für den Vorgänger-TATORT Ein mörderisches Märchen reichte es nur zur Nominierung. Bild: BR

Angekommen bei den aktuellen Teams hebt man hervor, dass die bayerischen Ermittler Batic und Leitmayr im Jahr 2001 für die Folge "Ein mörderisches Märchen" eine Nominierung für den Grimme-Preis bekamen. Warum verschweigt der Autor aber, dass die Ermittler (und das Team) den Preis für eine andere Folge  - noch aus dem gleichen Jahr - dann auch tatsächlich erhielten, nämlich für "Im freien Fall" ?! Neben solchen inhaltlichen Lücken fallen falsche Folgennummerierungen und Schreibfehler folglich nicht mehr so ins Gewicht; es schmerzt dann aber doch, wenn beispielsweise der überaus beliebte und langjährige Ermittler neben Paul Stoever plötzlich Brockmüller heißt (und nicht: Brockmöller) oder behauptet wird, dass das saarländische Team Kappl/Deininger öfter über die bundesrepublikanische Grenze hinaus ermittelten - das stimmt schlicht nicht. Das taten zwar alle vorherigen saarländischen Kommissare, ausgerechnet Kappl und Deininger taten dies in ihrer gemeinsamen Dienstzeit aber nie.

Die renommierte Regisseurin Margarethe von Trotta bei den Dreharbeiten zum TATORT Unter uns. Das Drehbuch schrieb sie jedoch nicht. Bild: HR/ Bettina Müller

Ebenso wenn er bei der Huldigung großer Regisseure schreibt: "Margarethe von Trotta drehte die Folge "Unter uns" (676/07), für das sie auch das Drehbuch schrieb"- wie kommt er nur darauf? Selbst die kurze Beschreibung des TATORT-Klassikers schlechthin - des TATORTs "Reifezeugnis" -  entgleitet dem Autor. Er schreibt über die Schülerin, die übrigens Sina hieß, stark vereinfachend: "Um einen lästigen Mitwisser loszuwerden, verführt sie diesen und erschlägt ihn".

Sprachlich oft missverständlich

Schlimmer als diese vielen kleinen Fehler und Ungenauigkeiten regt aber auf, dass der Autor sich für den TATORT kaum interessiert. Das Konzept der Reihe wird kaum erklärt, die föderale Struktur als Grundlage für die Reihenkonzeption innerhalb der ARD verschwiegen, stattdessen kommt folgender Unsinn dabei heraus: "Um die Produktionskosten auf mehrere Schultern zu verteilen, sollen alle Regionalsender der ARD sich daran beteiligen". Klingt so, als würden die Anstalten sich die Kosten teilen. Jeder Sender zahlt eben seine eigenen Folgen selbst. Produziert ein Sender eben doch keinen TATORT, kann die Reihe TATORT dennoch fortbestehen - Radio Bremen zeigte das 25 Jahre eindrucksvoll?! Auch die österreichischen Partner (ORF) werden nicht erwähnt, gerade am Anfang ein verlässlicher und wichtiger Partner in der TATORT-Gemeinschaftsproduktion; auch das Schweizer Fernsehen wird gar nicht erst ins Spiel gebracht. Und natürlich werden auch die 13 TATORTe, die der ORF zwischen 1985 und 1989 produzierte und die nicht in Deutschland als Erstsendung liefen, nicht erwähnt - wie in jeder ARD-Schrift übrigens. Journalistisch hätte es nicht geschadet, diese der Vollständigkeit halber zumindest zu erwähnen, auch wenn man sie vielleicht nicht nummerieren oder detailliert ausweisen möchte. Ist dies kontraproduktiv für ein Buch, dass mit "allen Fakten, allen Folgen und allen Kommissaren" auf den Markt will?!

Selbst Gunther Witte, der Erfinder des TATORTs, wird im Buch kaum erwähnt - von den vielen Details und Hintergründen, die er nicht müde wird zu erzählen, erfahren die Leser nichts. Schade. Bild: © ARD/ Thorsten Jander

Keine Quellenangaben, keine Belege, keine Kennzeichnung

In den wenigen Absätzen, in denen der Autor versucht, den TATORT zu erklären - dann also, wenn es wirklich spannend werden könnte - bleibt er seltsam oberflächlich und distanziert: er führt keine Beispiele an, die das, was er schreibt, belegen oder verdeutlichen könnten. Stattdessen kommt er zu platten Aussagen, wie "TATORT ist Realität pur" und huscht schnell weiter. Ist das denn die Meinung des Autors, eine vielleicht wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis - oder doch nur eine weitere Behauptung? Wie diese werden auch andere Behauptungen und wörtlichen Zitate in dem Buch grundsätzlich ohne Quelle gekennzeichnet; ein weiteres Indiz dafür, dass das Buch nicht nach allgemeinen journalistischen Prinzipien erstellt wurde.

Das Buch ist ARD-freundlich, kein Ansatz von Kritik

Tatsächlich könnte man einen Augenblick einen bestimmten Gedanken bekommen und sich fragen: ist das Buch womöglich eine unkritische Auftragsarbeit für den Senderverbund? Immerhin, die Macher des TATORTs kommen pauschal gut weg, sind die "vielen, vielen engagierten Redakteure und Mitarbeiter in den Sendern und Produktionsfirmen". Die Skandale und Mißerfolge beispielsweise, die es in 40 Jahren TATORT nun mal gab und durchaus relevante Ereignisse waren - welche selbst in den Sender problematisiert wurden, ja mussten - werden vom Autor heruntergespielt.

TATORTe aus dem Giftschrank

Szene aus dem TATORT Wem Ehre gebührt (2007), Bild:NDR
Hansjörg Felmy und Traugott Buhre in Drei Schlingen Bild: WDR
Kurz nach dem Mord - Szene aus Mit nackten Füßen Bild:HR

Falsch abgeschrieben?

Im Absatz über die "Giftschrank"-TATORTe heißt es, die Serie TATORT habe zu keiner Zeit wirklich für nachhaltige Aufregung gesorgt. Dass müsste eigentlich selbst einigen ARD-Leuten nicht schmecken; gerade darauf sind sie (zu Recht) doch auch stolz, dass der TATORT auch mal ein "Aufreger" war, Beachtung fand und findet. Der Autor schafft es in der Aufzählung der Giftschrank-TATORTe die deutschlandweiten Protestaktionen der Aleviten im Winter 2007 nach der Ausstrahlung von "Wem Ehre gebührt" zu umschiffen und unerwähnt zu lassen, schlicht zu unterschlagen.

Die Fakten zu "Drei Schlingen"- einem mittlerweile ehemaligen Giftschrank-TATORT, der eigentlich nicht mehr in die Auflistung gehört hätte und entgegen der Behauptung des Buchs im Jahr 2010 sehr wohl ohne weitere Schnitte zur Vorgänger-Wiederholung gezeigt wurde -  sind falsch und treffen auf wieder einen anderen Giftschrank-TATORT zu, die Folge "Mit nackten Füßen" nämlich. Hier könnte einigen TATORT-Kennern spätestens deutlich werden, wo der Autor einen Teil seiner Informationen entnimmt; und dann noch nicht mal in der Lage ist, diese auch richtig zuzuordnen.

Ferner wird der Schleichwerbungsskandal von 2005 als "unbedeutender Ausrutscher" verharmlost; ein weiterer Tiefpunkt der Reihe - die Ausstrahlung der Erstsendung von "Ein Hauch von Hollywood" auf einem Spätabendtermin bleibt unerwähnt. Eigentlich alles ganz im Sinne der ARD, und so heißt es abschließend und pauschal in dieser "Einleitung": "Der TATORT wird seit 40 Jahren seinem Programmauftrag, beste Krimi-Unterhaltung zu bieten, gerecht" - Das hätte von der ARD auch niemand besser sagen können.

Viele Wünsche bleiben offen

Manfred Krug und Charles Brauer im NDR-TATORT als Kommissare Stoever und Brockmöller, Bild: NDR
Klaus Höhne als Kommissar Konrad in Flieder für Jaczek, Bild: HR

Von dieser Jubiläumsveröffentlichung kann man folglich nur enttäuscht sein. Auch der 360 Seiten umfassende Datenteil ist inhaltlich extrem mager. Gerade was Besetzungsangaben angeht, bleiben viele Wünsche offen. Quoten der Erstsendungen werden übrigens nur aufgeführt, wenn diese auch auf der Webseite tatort-fundus.de aufgeführt werden. Die Inhaltsbeschreibungen der Folgen sind extrem zusammengekürzt und auch nicht immer lesenswert; immerhin wollte der Autor mit diesen Kurztexten Spannung erzeugen und dazu animieren, sich die nächste Wiederholung anzuschauen. Die Möglichkeit, sich diese neuerdings auf DVD anzuschauen, bleibt ebenfalls unerwähnt. Uns wird klar: Auch das müsste doch im Sinne der ARD sein und auch, dass der Mörder und die Auflösung in der kurzen Inhaltsbeschreibung nicht verraten werden, war Anspruch des Autors - wie er im Interview mit Bayern 2 artig aufsagt.

Auch die beiden kleinen Fototeile können den TATORT-Fan nicht versöhnen. Teilweise zeigt es Fotos von heute fast vergessenen Ermittlern lange nach ihrer TATORT-Dienstzeit (Ernst Jacobi, Volker Kraeft), selbst Fotos einiger Darsteller von Kommissaren stammen nicht zwangsläufig aus Folgen, in denen sie auch als Ermittler auftauchten - das Foto mit Kommissar-Konrad-Darsteller Klaus Höhne zeigt ihn im TATORT "Der Schläfer"; dort hat Höhne schon lange nicht mehr als Kommissar Konrad ermittelt (was schon das Bildmotiv doch irgendwie verrät -  welcher Kommissar fotografiert schon heimlich und konspirativ aus einer Akte?).

Lieblos zusammengeschustert

Auch für den zweiten Teil über die Ermittler muss man sich fast schämen. Lieblose Tabellen und Listen, die durchsetzt sind mit Fehlern, angebrachten, aber nicht aufgelösten Fußnoten und - das ist kein Witz - sogar Fragezeichen. Das Buch und auch die Listen berücksichtigen die Folgen und Ermittlerauftritte bis Ende Mai 2010. Es bleibt das Rätsel des Autors, weshalb beispielsweise der Ermittler Murot, dessen Premierenfall das Jubiläum zum 40. TATORT begleiten wird, dort schon aufgenommen wurde - konsequent und logisch ist das jedenfalls nicht, denn dieser wird ja erst im November 2010 gesendet. Wenn das Buch aber zum 40.Geburtstag erscheint und den Jubiläumsfall einflechten will (oder muss)...warum ist es dann nicht möglich, die Fälle von Juni bis November nicht auch noch aufzunehmen? So unzuverlässlig ist die ARD-Programmplanung nun auch nicht, dass es das Buch und seinen Erscheinungstermin gefährdet hätte. Auch das zweite hessische TATORT-Team, das erst 2011 über den Bildschirm flimmern wird, wird schon erwähnt. Die neue Assistentin von Klaus Borowski wird dagegen genauso wenig erwähnt wie das neue Team aus der Schweiz, das der treue TATORT-Zuschauer sogar bereits teilweise kennt.

Weitere Ungenauigkeiten erwarten den Leser auch in diesem Teil des Buches: Warum werden Kommissar Ehrlicher 45 TATORTe zugeschrieben, seinem langjährigen Kompagnon Kain aber nur 43? Peter Brockmöller ermittelte angeblich 39-mal am TATORT (richtig: 38), Flemming ermittelte bis 1998 (richtig:1997), Stoever seit 1986 (richtig: 1984). Es fällt auf, dass die Vergangenheit mancher Kommissare - als Beispiele seien Ballauf, Deininger oder Schäfermann genannt - nicht mal im Ansatz differenziert dargestellt werden, was Anzahl der Folgen oder den Zeitraum der Ermittlungen angeht.

Journalistische Akribie wird durch die Differenzierung in "Häufig dabei" und "Immer dabei" impliziert, wenn die Begleiter, also die Assistenten, Sekretärinnen, Psychologen etc , die zum erweiterten Kollegenkreis der Ermittler gehören, aufgezählt werden. Doch auch das ist Augenwischerei: viele der "Begleiter" fehlen trotzdem. Außerdem heißt es dort, Hans Häckermann und Horst Bollmann wären die einzigen zwei Schauspieler, die zwei unterschiedliche Kommissare am TATORT spielen durften. Auch Klaus Löwitsch spielte zwei Ermittlerfiguren am TATORT, warum wird das auch wieder nicht erwähnt?

Ohne Nutzwert

Im dritten Teil des Buches ("Daten und Fakten"), in dem es schwerpunktmäßig um die Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler geht, wird es erwartungsgemäß nicht besser. Der Nutzwert einiger Listen wird nicht deutlich. Wann bekannte Schauspieler im TATORT auftraten, wird lediglich dem Jahrzehnt zugeordnet - es erfolgt keine weitere Konkretisierung. So weiß man immerhin, dass Schauspieler Traugott Buhre nicht in den 80ern im TATORT auftauchte, aber sehr wohl in den anderen drei Jahrzehnten. Die Liste mit Gastauftritten von Prominenten ist auch unvollständig. Aus diesem Durcheinander hätte man besser mehrere Listen gemacht und die Art der Prominenz genauer herausgearbeitet: ARD-Journalisten oder -Moderatoren, Politiker, Musikgruppen und Komponisten etc. Die Literaturliste scheint - bis auf die Zeitschriftentitel - nahezu komplett von der Webseite tatort-fundus kopiert worden zu sein, die völlig unzureichende Musikliste ist aus der Online-Enzyklopädie wikipedia übernommen (und nur noch anders sortiert worden).

Natürlich kann man das Phänomen des Krimi-Klassikers TATORT in einem solchen kompakten Buch nicht erschöpfend und umfassend erklären und analysieren, aber man könnte es immerhin versuchen. Nicht mal den Versuch unternimmt der Autor, es bleibt ein zielloser Galopp durch die 40-jährige TATORT-Geschichte. Dabei wäre es so schwer nicht gewesen, die relevanten und zahlreichen Aspekte der letzten 40 Jahre auszuleuchten und diese dem Leser aufzeigen; auch zu zeigen, dass man die Geschichte und die Entwicklungen aus dem Senderverbund überblickt und einschätzen kann.

Ebenso utopisch ist es natürlich, dass das Buch alle Fakten aufzählen kann, wie der Marketingspruch kurz vor der Kasse noch Glauben machen will. Dennoch muss man von einem solchen Buch, auf dem auch das ARD-Logo prangert, erwarten, dass die Basisdaten alle richtig und vollständig sind. Es hätte genügend Quellen gegeben, aus denen man diese hätte korrekt übernommen können; an einigen Stellen machen Absätze einen starken wikipediaesken Eindruck: wahllos und zusammenhangslos aneinandergereiht; ohne sie einzuordnen und zu gewichten wurden vermeintliche Fakten lieblos aneinander gereiht. Daneben hat das Buch nichts, was besonders hervorsticht, es besitzt kein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal. 

Vom Kauf des Buch kann folglich nur dringend abgeraten werden.

Francois Werner
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