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TATORT-Literatur

Ernst-Georg Schwill plaudert aus dem Nähkästchen

"Icke, meine und andere Tatorte" heißt ein kürzlich erschienenes Buch von Ernst-Georg Schwill, dem Darsteller des Berliner Assistenten Lutz Weber. Schwill erzählt darin Anekdoten aus seinem Schauspieler- und Privatleben. Als besonderes Schmankerl für TATORT-Fans sind Drehbuch-Illustrationen von Boris Aljinovic enthalten.

Ernst-Georg Schwill: Icke, meine und andere Tatorte; Verlag am Park; 170 Seiten; 14,95 ?; ISBN 978-3-89793-275-3

An Material mangelt es Ernst-Georg Schwill nicht: er hat genug erlebt, um damit mehrere Bücher zu füllen. Geboren 1939 in Berlin wuchs er später in einem Kinderheim auf. Mit 14 Jahren stand er erstmals vor der Filmkamera, studierte daraufhin ab 1957 in Babelsberg und war seit 1970 beim Fernsehfunk der DDR unter Vertrag. Auch nach der Wende blieb er ein vielbeschäftigter Darsteller. Seit 1999 mimt er etwa den Kriminalkommissar Lutz Weber im Berliner TATORT. Erinnerungen aus seiner über 50-jährigen Schauspieltätigkeit wie auch aus seinem Privatleben sind nun in Form zahlreicher kurzer Anekdoten im Buch "Icke, meine und andere Tatorte" erschienen.

Pointierte Geschichten aus dem Alltag

Schwills Buch ist keine Autobiografie - die ist bereits 2008 unter dem Titel "Is doch keene Frage nich" erschienen. Vielmehr werden hier die kleinen Ereignisse und Erlebnisse aus dem Alltag präsentiert, die für eine Biografie zu unbedeutend, für Schwill aber dennoch erinnernswert sind. Dies geschieht in bunt gemischter Reihenfolge ohne chronologische Sortierung. Man lernt Schwill dabei als bodenständigen Familienmensch kennen, der gerne Zeit in seinem Garten, mit Familie, Freunden und seinen Katzen verbringt. Erinnerungen aus der Zeit der DDR betonen immer wieder das Improvisationstalent, das für den Alltag wie auch für außergewöhnliche Tätigkeiten wie das Legen eines Telefonanschlusses notwendig war. Dabei lobt Schwill die Ehrlichkeit und Verlässlichkeit der Ostdeutschen. Kritische Töne zum damaligen System findet man in diesem Buch kaum - Politik kommt nur in dem Maße zur Sprache, dass nicht eingehaltene Versprechen aktueller Politiker wie Angela Merkel kritisiert werden.

Erste TATORT-Rolle in "Blutwurstwalzer", Bild: RBB

Wer keinen Bezug zur DDR hat, wird mit einigen der im Buch verwendeten Abkürzungen (etwa FDGB, KW, BGL) nichts anzufangen wissen, was das Verständnis der Episoden jedoch kaum beeinflusst. Ein weiterer Kritikpunkt ist die überdimensionierte Schriftgröße, die das Buch auf eine eher kürzere Lektüre reduziert. Der Inhalt selbst liefert hingegen interessante Einblicke in den Alltag eines Schauspielers in der DDR. Zwar sind einige dieser Episoden etwas sehr unspektakulär, viele der Geschichten regen aber durchaus zum Schmunzeln an.

TATORT nur am Rande betrachtet

Schwill als Lutz Weber. Bild: rbb/Julia von Vietinghoff
Nicht im Buch enthalten, aber ein Beispiel für Aljinovics Zeichnungen, hier zu "Mauerpark". Bild: Boris Aljinovic/Dominic Raacke/rbb

Der Titel des Buches ist ein wenig irreführend. Mit "meine und andere Tatorte" meint Schwill nicht die Beiträge der Krimireihe, sondern allgemeiner die Orte, an denen er etwas erlebt hat - in erster Linie Berlin und Königs Wusterhausen. Der TATORT als Krimireihe ist nur Gegenstand dreier Anekdoten von insgesamt mehr als 50. In diesen dreien kommt Schwills erste TATORT-Rolle 1991 in Blutwurstwalzer, eine Begegnung mit einem echten Polizisten und sein Talent als Geräuschemacher zur Sprache.

Für diesen geringen TATORT-Anteil des Buches werden TATORT-Fans zum Teil entschädigt durch Illustrationen von Boris Aljinovic. Aljinovic wollte vor seiner Schauspielausbildung ursprünglich Comic-Zeichner werden. Zumindest als Hobby hat er das Zeichnen beibehalten und nutzt freie Zeit am TATORT-Set auch gerne, um die Drehbücher etwa mit Zeichnungen der Charaktere zu verzieren. Schwill fand dies so bemerkenswert, dass er die Zeichnungen als Illustrationsmaterial für sein Buch verwendet hat.

Timo Bredehöft



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