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Heute ist der: 24.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Fakten, Zahlen, Wissenwertes


Sendetermin

Der TATORT ging am 29.11.1970 auf Sendung und ist mit bald 30 Jahren die älteste Reihe im bundesdeutschen Fernsehen überhaupt. Während der TATORT zu Beginn nur einmal monatlich ausgestrahlt wurde, gibt es heute Monate mit bis zu drei TATORT-Sonntagen. Für das Jahr ?99 sind 30 in Vorbereitung.

Sehbeteiligung

Die ersten beiden TATORT-Krimis im November und Dezember 1970 erreichten 61 bzw. 65 Prozent aller Fernsehhaushalte. Bis Jahresende 1975 hatte sich der TATORT auf einer durchschnittlichen Haushaltsreichweite von 60% eingependelt. 1974 erzielte der TATORT "Nachtfrost" vom NDR mit Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf) die höchste Quote, die je ein TATORT für sich verbuchen konnte: 76%. An zweiter Stelle (73 Prozent) liegt der TATORT "Frauenmord" vom ORF 1973 mit Oberinspektor Marek (Fritz Eckhardt), an dritter Position (72%) "Der Mann aus Zimmer 22" vom WDR 1974 mit Kriminalkommissar Haferkamp (Hansjörg Felmy). 1977 erreichte der legendäre TATORT "Reifezeugnis" vom NDR mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg in der Regie von Wolfgang Petersen 67% aller Fernsehhaushalte, der TATORT "Rot-rot-tot" vom SDR mit Curd Jürgens im darauffolgenden Jahr 65%.Auch nach dem Start der privaten Programme konnte der TATORT seine Position bei verschärfter Krimi-Konkurrenz behaupten. So bescherten die Schimanski-Fans ihrem WDR-Kriminalkommissar bei seinem letzten Einsatz einen Marktanteil von 55,9%; 14,9 Millionen Zuschauer verfolgten Ende 1991 den "Der Fall Schimanski". Im darauffolgenden Jahr versammelte der NDR-TATORT "Stoevers Fall" mit Manfred Krug in der Titelrolle einen Marktanteil von 52,8% auf sich, das entspricht 15,86 Millionen Zuschauern.
In den letzten zwei Jahren war es der TATORT "Heilig Blut" (WDR) im Januar 1996, der das beste Ergebnis erzielen konnte: einen Marktanteil von 31,3%, das sind 11,08 Millionen Zuschauer.
Dieser Text stammt aus der Jubiläumsbroschüre der ARD zum 400.ten TATORT von 1998

Zuschauerbewertung

Der "ARD/ZDF Trend", eine Repräsentativumfrage bei 4.413 Personen vom November/Dezember 1997, kam zu folgenden Ergebnissen: TATORT ist die bekannteste Krimireihe im deutschen Fernsehen. 85,5 Prozent der Befragten haben den TATORT schon einmal gesehen; 59,4 Prozent seiner "Kenner" geben dem TATORT die Bestnote "gut" oder "sehr gut".In allen Kategorien, die für die Auswahl eines Filmes relevant sind, erhielt er gute Noten. Am meisten schätzen die Zuschauer die mitwirkenden Schauspieler, die 65 Prozent "sehr gut" oder "gut" gefallen.

Kommissare

In 400 TATORTen wirkten insgesamt 62 Kommissare mit. Die meisten Einsätze hatten Stoever/ Brockmöller/NDR (Manfred Krug/Charles Brauer) mit 34 Auftritten, gefolgt von Schimanski/ Thanner/WDR (Gätz George/Eberhard Feik) mit 29 Einsätzen. Auf je 21 Fälle kommen Batic und Leitmayr/BR (Miro Nemec/Udo Wachtveitl) sowie Brinkmann/HR (Karl-Heinz von Hassel). Haferkamp/WDR (Hansjörg Felmy) war 20 mal zu sehen.

Seit Beginn des TATORTs - am 29. November 1970 ging er zum ersten Mal auf Sendung - hält unverändert ein und derselbe Vorspann die unterschiedlichsten Fälle und Kommissare zusammen. Nicht zuletzt ist es sicher auch diesem Vorspann zu verdanken, daß der TATORT zu einem der Markenzeichen des Ersten avancieren konnte. Er hat sich in das Gedächtnis ganzer Generationen von Fernsehzuschauern eingeprägt. Die Kombination aus emotionalen Bildern und prägnanten graphischen Elementen wirkt ebenso wie Musik, Bildführung und Schnitt spannend und rasant wie beim ersten Einsatz - vor nunmehr 28 Jahren. Gegenübergestellt sind die klare Helle des Auges und eine panische Flucht im Dunklen, die Ermittler und Täter darstellen. Das Opfer ist in diesem Vorspann nicht zu sehen, nur zu ahnen, vielleicht in den Händen in Abwehrhaltung. Letztlich wird der Fernsehzuschauer durch das Auge im Fadenkreuz ins Visier genommen, auf ihn zielen alle "shots" im Film. Darin hat der TATORT-Vorspann sein Kino-Vorbild: den Vorspann zu den "Bond 007"-Filmen. Dort ist es der Schattenriß eines Mannes, der durch den Schnappverschluß eines Kameraobjektivs auf den Zuschauer vor der Leinwand schießt.Kreiert wurde der TATORT-Vorspann von Peter Hoheisel, Bayerischer Rundfunk/Fernsehen. Die Musik ist von Klaus Doldinger. Augen und Beine im Vorspann gehören dem ehemaligen Schauspieler Horst Lettenmayer. Vor nunmehr 28 Jahren bekam er von seiner Agentur den folgenschweren Anruf - "Die suchen ein paar Augen, meld Dich mal" -, der ihn am Sonntag nach der "Tagesschau" zum Dauergast auf dem Bildschirm machte. In einem einzigen TATORT ist von Horst Lettenmayer übrigens mehr zu sehen: 1989 spielte er in "Der Pott" mit Kommissar Schimanski einen Gewerkschaftsboß.

TATORT im Internet

Neben der TATORT-Webseite des Ersten gibt mehr als einem Dutzend andere TATORT-Schauplätze im Internet: Links verweisen zu den TATORT-Seiten der Landesrundfunkanstalten und den zahlreichen treuen Home-Kommissaren, den Fans dieser Krimi-Reihe der ARD. Auch die Uni Gießen hat dem TATORT eine Web-Seite gewidmet, die u.a. eine ausführliche Literaturliste bietet.

TATORT als wissenschaftliches und museales "Corpus delicti"

Der TATORT, die populärste deutsche Krimi-Reihe, erfreut sich auch unter Kulturwissenschaftlern und Medienforschern großer Beliebtheit. Analysen mit Überschriften wie "TATORT: Die umkämpfte Normalität" oder "TATORT: Die Normalität als Abenteuer" belegen das spezifische Zugangsinteresse zwischen "figurenorientierter Untersuchung" und "ideologiekritischer Interpretation", so zwei Untertitel. Über 20 Beiträge und Artikel, darunter zwei Magisterarbeiten und zahlreiche Einzelpublikationen, sind zum Thema erschienen. Auch ins Museum hat der TATORT inzwischen Einzug gehalten: "TATORT - Die Requisiten der Beweisführung", heißt eine Ausstellung, die das "Museum für Gestaltung" in Zürich vom 26. August bis 22. November 1998 zeigt. Gegenstand ist der TATORT als realer und fiktiver Schauplatz, polizeiliche Ermittlungsarbeit wird der mediengerecht aufgearbeiteten Fahndung der TV-Kommissare gegenübergestellt. "Der TATORT als Denkort", so der Titel eines Katalogartikels zur Ausstellung: ein Indiz dafür, daß die Krimi-Reihe im Ersten mehr als nur "Kult" ist - ein Teil deutscher Mentalitätsgeschichte.

verfasst von Lars Jacob, ARD-Programmpresse.
Der Text ist auf dem Stand von September 1998 und in vielen Punkten mittlerweile überholt.


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