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Heute ist der: 09.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Editorial

400 TATORTe- Eine Erfolgsgeschichte des Fernsehens


Dr. Jürgen Kellermeier, ARD-Koordinator Fernsehfilm, im Jahr 2000, Bild: NDR/Jörg Brockstedt
Wer Fernsehen macht, weiß: Auch wer nicht auf die Ouote starrt, sollte doch die Zuschauer lieben. Und wer die Zuschauer liebt, muß auch den TATORT mögen. Wenn die ARD mit dem Ersten Programm in diesem Jahr immer wieder den ersten Platz unter den großen konkurrierenden Fernsehanbietern erreicht, hat das natürlich mit attraktiven Programmangeboten zu tun. Dabei spielten Olympia, Fußballweltmeisterschaft und Tour de France eine wesentliche Rolle. Allerdings, auf solche überragenden Sportattraktionen ist auf Dauer nicht unbedingt Verlaß. Die Rechte daran sind so begehrt und so umkämpft, daß sie nicht immer und schon gar nicht für immer bei einem Anbieter bleiben.

Ganz anders dagegen die ARD-eigenen, selbst konzipierten und realisierten Programme, deren Kontinuität und Beständigkeit für den Erfolg der ARD letztlich und auf lange Sicht vielleicht noch bedeutsamer sind als die großen Sportereignisse. Da ist z.B. die "Tagesschau", da ist die "Lindenstraße" und eben der TATORT - alle drei nicht selten die Highlights am Sonntagabend, die großen Renner beim Publikum. Der TATORT aber gehört allein der ARD - und zwar für alle Zeiten. Den TATORT können wir nicht verlieren. Wir senden ihn im Ersten ebenso wie in den Dritten Programmen. Und selbst in den Wiederholungen fesseln die TATORTe ihre Zuschauer immer wieder neu.

Der TATORT ist eine der großen Erfolgsgeschichten der ARD und des Fernsehens in Deutschland überhaupt. Am Vorabend der Jahrtausendwende wird er seinen 3o. Geburtstag feiern, Im November diesen Jahres geht die 4oo. Folge der berühmtesten deutschen Krimireihe über die Bildschirme.

Dabei begann alles mit bescheidenen Erwartungen. Horst Jaedicke, Fernsehspiel-Koordinator vor drei Jahrzehnten, hielt es schon für sehr opti rmstisch, dem TATORT eine Laufzeit von zwei Jahren zuzubilligen. Ohne den damals immer stärker werdenden Druck der ZDF-Konkurrenz wäre die Reihe als ARD-Gemeinschaftswerk auf denn Gebiet der Unterhaltung möglicherweise gar nicht zustande gekommen, Und zunächst versuchten die einzelnen Sender, ihrer Verpflichtung für das neuartige Projekt mit bereits vorhandenen Programmen nachzukommen. Schließlich plagte die Beteiligten die Sorge, ob eine Krimireihe mit so vieler, unterschiedlichen Kommissaren nicht vielieir~it ein Unding sei. Alle Skepsis erwies sich am Ende als unbegrundet. Der TATORT war von Anfang an ein Erfolgsprogramm, und seine Attraktivität hat bis heute nicht nachgelassen, Es würde den Rahmen eines Editorials sprengen, wollte man nach 4oo TATORT-Filmen auch, nur die auffälligsteund erfolgreichsten Folgen, die prominentesten Regiseure, die bekanntesten Schauspieler aui7.äl~le,-~,scheinlich würde man am Ende auch immer no& eine~-, vergessen haben. Deswegen nur einige BeisPie~le, gan'-, willkürlich, die sich mir subjektiv eingeprigt hiben. D,~ war die erste Folge, der NDR-Beitrag "Taxi nacn Leipzig"- Der unvergessene Walter Richter spieite Kommissiar Trimmel; Peter Schulze-Rohr, der später noch viele ragende Filme inszenierte, war Regisseur, Dann einer der am meisten wiederholten TATORTe: "Reifezeugnis" in de, Regie des späteren Hollywood-Stars Wolfgang Petersen mit dem wunderbaren Klaus Schwarzkopf als Kommissar Finke und der damals nochjugendlichen Nastassia Kinski Partner der Kinski war Christian Quadflieg, heute Serienstar der ARD in "Vater wider Willen".

Dieser Text stammt aus der Jubiläumsbroschüre der ARD zum 400.ten TATORT von 1998
Natürlich denkt jeder, der an TATORT denkt, auch an Gotz Georges "Schimanski", der das deutsche Volk aufregte und begeisterte und längst zur Kultfigur geworden ist. Ich erinnere mich an Hansjörg Felmy, Gustl Bayrhammr und Klaus Höhne. Dazu in den letzten Jahren der radfahrende Gourmet Palu und der herbe Charme von Ulrike Folkerts' Lena Odenthal. Und natürlich immer wieder seit fast 15 Jahren das wunderbare Paar Manfred Krug und Charles Brauer als Kommissar Stoever mit seinem Kollegen Brockmöller, die das vielfältige Bild vom TATORT entscheidend und neuerdings singend mitprägen.

In den vergangenen Jahrzehnten ist das Ende des TATORTs oft vorausgesagt worden. Solche Unkenrufe erwiesen sich immer als Irrtum. Und auch für die Zukunft wird sich erweisen: Das Konzept oder, wie man heute lieber sagt, das Format hat ein langes Leben. Das Format ist so lebenskräftig,daß es selbst dann funktioniert, wenn eine Produktion einmal nicht das Niveau der Spitzenleistungen erklimmt. Bei 4oo Filmen kann es nicht anders sein: Es gab auch schon mal ein schwächeres Buch und eine schwächere Leistung. Doch insgesamt'wissen unsere Zuschauer, daß sie beim TATORT die Gewähr haben, die Garantie guter und spannender Unterhaltung am letzten Abend vor dem Beginn der Woche.

TATORT ist lebendiges Programm, und das gilt für alle 400 Folgen. Für die jungen Erwachsenen von heute sind die TATORTe der frühen Zeit Erstsendungen, die entstanden sind, als sie noch gar nicht auf der Weit waren. Inzwischen gibt es Kommissare wie Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, die Kinder waren, als die Reihe startete. Der TATORT ist eines der ältesten Programme des Ersten Deutschen Fernsehens und zugleich einer der eindrucksvollsten Beweise für dessen Erneuerungskraft und Vital ität Man muß kein Prophet sein, um voraussagen zu können, daß wir in einigen Jahren den 5oo. TATORT feiern werden.

Dr. Jürgen Kellermeier, ARD-Koordinator Fernsehfilm


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