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TATORTe im Giftschrank

Verbotene Früchte

Bei über 1000 TATORT<input type="image" class="c-inputButton" name="_saveandclosedok" src="http://www.tatort-fundus.de/web/typo3/clear.gif" title="Save and close document" />en hat es in den letzten 47 Jahren immer wieder Folgen gegeben, die seit ihrer Erstausstrahlung oft nicht mehr wiederholt wurden oder zukünftig nicht mehr wiederholt werden sollen oder können. Als "Giftschrank"-Folgen bezeichnet man diejenigen TATORTe, die für jede zukünftige Ausstrahlung bis auf Weiteres gesperrt sind. Derzeit liegen 6 Folgen im Giftschrank.

Bei den sogenannten "Giftschrank-Folgen" handelt es sich senderintern um Folgen mit einem "Sperrvermerk"; die Sender können, wollen oder dürfen diese TATORT-Folgen bis auf Weiteres nicht (mehr) ausstrahlen. 


Es handelt sich hierbei um Folgen aus allen TATORT-Jahrzehnten. Zu den "verbotenen Früchten" werden derzeit gerechnet:

  • Der Fall Geisterbahn (HR, 12.2.1972)
  • Mit nackten Füssen (HR, 09.03.1980)
  • Tod im Jaguar (SFB, 09.06.1996)
  • Krokodilwächter (SFB, 10.11.1996)
  • Wem Ehre gebührt (NDR, 23.12.2007)
  • Der Eskimo (HR, 5.1.2014)
Erstmal weggeschlossen: Der TATORT Wem Ehre gebührt mit Maria Furtwängler, Bild:NDR

Die Gründe sind vielfältig

Die Folge Wem Ehre gebührt hatte bereits vor ihrer Ausstrahlung für Aufregung gesorgt, bis hin zu Großdemonstrationen und öffentlichkeitswirksamer Statements deutscher Bundespoltiker geführt. Vertreter der alevitischen Gemeinde hatten gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) Strafanzeige gestellt und die Drehbuchautorin Angelina Maccarone stark angefeindet. Die Aleviten warfen den TATORT-Machern vor, im Film uralte Vorurteile über die Aleviten wieder aufleben zu lassen und zu bestätigen. Volker Herres, NDR Programmdirektor Fernsehen betonte, dass es in der TATORT-Folge nicht darum gegangen sei, religiöse Gefühle zu verletzen oder Vorurteile gegen die alevitische Glaubensgemeinschaft zu untermauern. Vor Beginn des TATORTs hatte das Erste kurzfristig einen Hinweis ausgestrahlt, dass es sich bei dem Krimi um eine fiktive Geschichte handelt. 

Der TATORT Wem Ehre gebührt soll nun bis auf weiteres nicht mehr wiederholt werden. Dies wird aus einem Archivvermerk des Norddeutschen Rundfunks (NDR) deutlich. Im NDR-Archiv ist der Film mit dem Hinweis gekennzeichnet, dass hier Persönlichkeitsrechte verletzt sind und auch keine ausschnittsweise Ausstrahlung dieses Films erfolgen dürfe. Ferner sei eine Wiederholung des "Ganzstücks" nur in Absprache mit der Redaktion möglich. Auf gut Deutsch: der Film soll vorerst nicht mehr gezeigt werden.

Beim HR-TATORT Der Fall Geisterbahn hat die Produktionsfirma Horst Film Berlin kurz nach der Erstsendung einen Konkurs angemeldet. Da scheinbar die Lizenzrechte nicht klar sind, hat der HR bisher von einer Wiederholung abgesehen. Der Film handelt von einem Mord an einem Geisterbahnbesitzer. Die Ermittlungen von Kommissar Klipp (einer Kommissar-Figur von Hansjörg Martin, dem Drehbuchautor) führen in die Drogenschmuggler-Szene. Dieser TATORT, der wegen seiner Sendelänge von knapp 73 Minuten zu einem der kürzesten TATORTe zählt, wirkt im Gegensatz zu anderen TATORTen aus dieser Zeit äußerdem behäbig und etwas altbacken.

Karl-Heinz Willschrei schreibt gleich 2 "Giftschrank"-Folgen

Drei Schlingen war 25 Jahre im Giftschrank eingeschlossen.

Mit nackten Füssen ist der zweite Giftschrank-TATORT vom Hessischen Rundfunk und neben der Folge Drei Schlingen die zweite Giftschrank-Folge aus der Feder vom Drehbuchautor Karl-Heinz Willschrei. Hier hat ein mißverständlicher Satz zu einem Skandal nach der Erstsendung geführt:

In dem Film wurde der Eindruck erweckt, Epileptiker neigten überdurchschnittlich zu Gewalttätigkeit. Desweiteren wurde behauptet, Epilepsie sei eine Geisteskrankheit. Beides war bereits damals wissenschaftlich widerlegt und führte zu Protesten nicht nur von Betroffenen. Der hr spricht heute von "einem missverständlichen Satz", der dazu geführt habe, dass man diesen TATORT bisher nie wiederholt habe.

Dennoch wird in diesem TATORT von einem Arzt ausdrücklich gesagt, daß Epilepsiekranke eher weniger zu Gewalttaten neigten. Dennoch muss festgestellt werden, dass ein durchaus gegenteiliger Eindruck in der Filmhandlung entsteht.

Recht amüsant ist ferner, daß in Mit nackten Füssen eine Zeugin - befragt nach einer Uhrzeit - recht häufig von der ZDF-Serie "Ein Fall für zwei" redet und diese immer wieder als zeitlichen Bezugspunkt anführt. Für "Ein Fall für zwei" zeichnete damals Karl Heinz Willschrei maßgeblich verantwortlich. 1979 gab es dieser Serie zwar noch nicht, aber sie war bereits konzipiert und mit einer Tesfolge auch schon produziert (später als Folge 5 "Der Erbe" gesendet).

Szene aus Mit nackten Füssen: seit seiner Erstsendung nicht mehr ausgestrahlt. Bild:HR

Anderem Sender angeboten

Interessant ist aber in diesem Zusammenhang, dass Karl-Heinz Willschreis Drehbuch offenbar schon jahre zuvor dem WDR angeboten wurde, der den Stoff jedoch nicht realisiert hat. Willschrei schrieb Mitte der 70er regelmäßig für den WDR-TATORT. Hansjörg Felmy schrieb in einem offenen Brief im "Gong" im Frühjahr 1980 unter anderem: "... Sie (gemeint ist der WDR-TATORT-Koordinator Gunther Witte, Adressat des offenen Briefes, der zuvor in einem Interview das Einmischen von Schauspielern in Drehbuchfragen kritisiert hatte) wissen so gut wie ich, dass ich das Drehbuch zu dem TATORT Mit nackten Füssen, der kürzlich lief, schon vor drei oder vier Jahren abgelehnt habe. Dann verschwand es in der Schublade und wurde nun wieder hervorgekramt.

Witte hatte im Interview zuvor auf die Frage, ob das Buch zu "Mit nackten Füssen" zuvor ihm angeboten worden sein, vielsagend geantwortet: "Kein Kommentar." (Gong Nr. 13/1980). Weiterhin sagte er zu der Frage, ob er die beiden TATORTe "Der gelbe Unterrock" und "Mit nackten Füssen" hätte verhindern können: "Als Koordinator hätte ich sie nicht verhindern können. Wenn Sie mich als verantwortlichen WDR-Redakteur fragen - ich hätte bei beiden Bedenken gehabt."

Traugott Buhre und Hansjörg Felmy im TATORT Drei Schlingen

Die Giftschrank-Folgen Drei Schlingen und Mit nackten Füssen wurden in den letzten Jahren vereinzelt wieder zur Wiederholung im Fernsehen angekündigt. So sollte beispielsweise Mit nackten Füssen am 12.Juli 2000 im Rahmen des Krimi-Sommers im hessenfernsehen wiederholt werden. Nach zwei Wochen wurde dieser Sendeplatz wieder gestrichen, wie auch 1994 eine angekündigte Wiederholung von Drei Schlingen im WDR-Fernsehen.

Der Hessische Rundfunk erklärte dem tatort-fundus gegenüber, dass Mit nackten Füssen den heutigen Qualitätsansprüchen an Filme nicht standhalte. Stattdessen sendete man einen um Jahre älteren TATORT... 

Proteste von betroffenen Zuschauern führen dazu, dass eine Wiederholung von Der Eskimo derzeit nicht möglich ist, Bild:HR

Rechteproblem beim Eskimo führt zur Wiederholungssperre

Nach der Ausstrahlung von Der Eskimo im Januar 2014 hatten sich Betroffene beim Hessischen Rundfunk (hr) darüber beschwert, dass sie sich im Film auf einem Foto erkannt hatten und der Sender kein Recht hatte, das Bild im Film zu nutzen. 

Nach unseren Informationen ist derzeit nicht klar, ob der Hessische Rundfunk diesen TATORT je wieder zeigen wird. Voraussetzung dafür wäre, im Film die entsprechenden Fotoszenen aufwändig nach zu bearbeiten. In dieser Folge gibt es mehrere Szenen, in denen Personen in Fotoalben blättern und sich Fotos anschauen, die für die Handlung relevant sind. So ist beispielsweise ein Schulfoto einer ehemaligen Schulklasse mehrmals im Film in Großaufnahme zu sehen (z.B.: bei Minute 79:12).

Aufgefallen waren Der Eskimo unserer Redaktion nach einer Analyse sämtlicher Wiederholungstermine aller TATORT-Folgen seit 1970.  Der Eskimo war einer der ganz wenigen Filme der Kriminalreihe, der seit seiner Erstsendung nicht wiederholt wurden. Dies ist für TATORTe äußerst ungewöhnlich und hat meistens einen Grund. Unseren Verdacht bestätigte mittlerweile eine mit dem Vorfall betraute Person aus dem Frankfurter Sender.

 

Als dieser TATORT schon Anfang 2014 zur Wiederholung für den 8. Februar 2014  - nur vier Wochen nach seiner Erstsendung - für die Wiederholung im hessenfernsehen angekündigt wurde, ging dies noch als "Planungsfehler" durch, denn in so kurzem Abstand zur Erstsendung einen TATORT zu wiederholen, ist eher ungewöhnlich (wenngleich es das in der TATORT-Geschichte auch schon gab). Doch dass dieser TATORT auch über drei Jahre nach seiner Erstsendung dann immer noch nicht wiederholt wurde, erregte unsere Aufmerksamkeit. 

Franz-Josef Strauß (CSU) war damals empört: "Banditenfilm aus Montevideo mit Bordelleinlage". Bild:SFB

Zurück zu Drei Schlingen: der Film wurde 2003 nach Prüfung durch den WDR-Jugendschutzbeauftragten erstmals wieder gezeigt. Vorangegangen war ein Gespräch zwischen dem tatort-fundus-Redakteur Dominik Piper mit dem TATORT-Erfinder und damaligen WDR-Fernsehspielchef Gunther Witte. Der wollte über seinen Nachfolger Gebhard Henke anregen, die Folge zu prüfen - mit Erfolg. Nach der Wiederholung und Ausstrahlung der Originalfassung im Mai 2003 wird Drei Schlingen dennoch zukünftig nur noch in geänderter Fassung gesendet. Nach Angaben der damaligen WDR-Redakteurin Helga Poche wurde "ein klitzekleiner Schnitt gemacht , kaum sichtbar, quasi nur zwei Fotos wurden getilgt, denn es handelte sich nie um eine ganze Szene, sondern nur um Fotos, die schnell durchgeblättert werden." Die Haferkamp-Folge kann und wird demnach wieder wiederholt werden; sie zählt nicht mehr zu den "verbotenen Früchten".Im Jahr 2017 erscheint diese Folge beim Label Icestorm auf DVD - in einer um 10 Minuten gekürzten Version.

Der gelbe Unterrock wurde nahezu 36 Jahre nicht ausgestrahlt/wiederholt, Bild.SWR

Der gelbe Unterrock: peinlich

Der Südwestfunk (SWF) fand den 1980er- TATORT Der gelbe Unterrock qualitativ so schlecht und sah deshalb ebenfalls von einer Wiederholung ab. In diesem TATORT werden finstere Gestalten aus dem Drogen-Milieu (darunter Rolf Zacher) gezeigt, die den psychisch gestörten Harry und seine perversen Neigungen dazu benutzen, um ein junges Mädchen, das ihnen gefährlich werden könnte, aus dem Weg zu räumen. Der Wirrkopf lässt sichdarauf ein.

Das Mädchen wird tot aufgefunden, und für die Polizei ist Harry der Mörder. Nicht nur sie, sondern auch die aufgebrachten Angehörigen der Toten machen fortan im Mainzer Karneval Jagd auf den jungen Mann, wobei dann auch schon mal aus Versehen auf Unbeteiligte scharf geschossen wird. Die Phantasien des jungen Manns werden ebenso ausführlich geschildert, die darin bestehen, Frauen und Mädchen die Luft abzuschnüren, sie zu fesseln und sie zu demütigen.

Die damalige sendeverantwortliche Redakteurin Susan Schulte hatte bis zu ihrer Pensionierung und darüber hinaus empfohlen, diesen Film nicht zu wiederholen. Noch heute wird bei Anfragen beim SWR diese Empfehlung beachtet; über den Mittschnittsdienst des SWR war diese Folge zeitweise nur zu einem überhöhten Preis zu erwerben (im Jahr 2000: 580 DM).

Im Mai 2015 aber wurde bekannt, dass der SWR plane, den TATORT erneut zu zeigen. Am 16. Januar 2016 war es dann auf einem Spättermin am Samstagabend so weit. Der SWR will in dem Film 36 Jahre nach Erstsendung einen zeitgeschichtlichen Wert sehen und  wiederholt ihn kurz vor Karneval in seinem Dritten Programm. Die Fernsehspielchefin des Senders, Martina Zöllner, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Was damals Zuschauer aufgeregt hat, würde heute niemanden mehr interessieren". Schon damals habe der Film weder gegen den Jugendschutz noch gegen andere Gesetze verstoßen, betonte sie. Die Wiederholung kam bei den Fans prinzipiell gut an, die schlechte Position in der Tatort-Rangliste (vorletzter Platz) blieb trotz zahlreicher Neuwertungen und erneuten Kommentaren jedoch besteh

"Tod im U-Bahnschacht", "Blutspur" und "Tote brauchen keine Wohnung"

Sogar der Berliner Beitrag Tod im U-Bahnschacht (1975), einer der umstrittensten ?TATORTe? überhaupt, schaffte es nach seiner skandalträchtigen Erstsendung wieder auf den Bildschirm. Wenn auch sehr spät, gab der SFB das Machwerk zur Wiederholung frei. Dieser Film, erstmals 1992 auf Eins Plus wiederholt, strotzt nur so vor plumper Effekthascherei: Genüsslich hält die Kamera sekundenlang drauf, als eine schwere Raupe einen türkischen Arbeiter umfährt und ihm die Beine platt walzt. Der Todeskampf des schreienden Mannes wird ausführlichst in Großaufnahme dokumentiert. Der WDR selbst fabrizierte mehrere TATORTe, die Drei Schlingen in punkto Brutalität übertrafen oder zumindest vergleichbar waren. Besonders unverständlich und unverhältnismäßig erscheint der Sperrvermerk für den Haferkamp-TATORT, wenn man sich einige Schimanski-Fälle vergegenwärtigt. Man denke nur an die actionreichen Thriller Schwarzes Wochenende (1986), Zahn um Zahn (1987) oder auch an das Comeback Die Schwadron (1997), wo die Leichen Schimanski gleich reihenweise vor die Füße fielen, mal kaltblütig erschossen, mal von einer Granate zerfetzt, mal übel zugerichtet in der Kanalisation. All diese Filme wurden in der Vergangenheit zum Teil mehrfach wiederholt, unter anderem auch um 20.15 Uhr. 

In der Geschichte des 30jährigen Krimi-Klassiker haben auch die Schimanski-Folge Blutspur auch die Folge Tote brauchen keine Wohnung (1973) vom Bayerischen Rundfunk einige Zeit verschlossen im "Giftschrank" verbracht.

Diese wurde erst 1992 nach einem Intendantenwechsel beim Produktionssender Bayerischer Rundfunk wiederholt. Seitdem wurde die alte Veigl-Folge allerdings recht häufig wiederholt. Die Zuschauerzeitschrift TV-Spielfilm bezeichnete diesen TATORT gar als TOP10-TATORT. Er wurde im Jahr 2000 auch innerhalb des Labels "30 Jahre TATORT - die Klassiker" gesendet. An diesem TATORT ließ der Rundfunkrat des BR kurz nach der Erstendung kein gutes Haar, weil die Darstellung eines Miethais, gespielt vom Schauspieler Walter Sedlmayr, äußerst brutal und menschenverachtend war.

Die Blutspur von Schimanski war ebenfalls stark kritisiert worden und bis November 1999 im deutschen Fernsehen nie wieder gezeigt worden: in ihr werden Schiiten und andere Minderheiten massenweise abgestochen, ermordet oder in die Luft gesprengt; die Folge ist an Brutalität kaum zu überbieten. Zudem agieren Schmianski und Thanner sicher nicht an ihrem schauspielerischen Optimum und fallen nur durch dusselige Sprüche ("Wie im Libanon, Horst!") oder Geschrei und Pöbeleien auf - wahrlich kein Highlight!

Berliner Folgen mit Winfried Glatzeder

Trotz hartnäckigen Gerüchten hat es der SFB-TATORT Ein Hauch von Hollywood nie in den Giftschrank geschafft. Dieser TATORT wurde "nur" auf einem Wiederholungssendeplatz um 23 Uhr erstgesendet, also unter Umgehung der großen Öffentlichkeit zur Primetime. Diese Folge wurde von der ARD-Programmkommission 1998 als nicht geeignet für die Primetime, die Hauptsendezeit 20.15 Uhr, befunden. In der Tat war diese Folge eher eine ungelungene Persiflage; hinzu kamen die ohnehin vielfach kritisierten Qualitätsmängel von Bild und Geschichte bei den Folgen des SFB und den damaligen Kommissaren Roiter und Zorrowski. Der SFB hatte alle 12 Folgen mit diesem Ermittler-Team mit Beta-Cam gedreht, um ca. 50000 DM pro Folge zu sparen. Alle Folgen hatten die Ästhetik billiger Home-Videos.

Ein Hauch von Hollywood wurde knapp zwei Jahre nach Erstsendung im MDR-Fernsehen und im Jahr 2010 auch im rbb wiederholt. Bisher ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) der einzige Sender, der nahezu alle Folgen des erfolglosen Berliner TATORT-Teams wiederholt hat, abgesehen von zwei Wiederholungen in B1, dem damaligen SFB-Fernsehen .

Zwei Folgen des Berliner Ermittlerteams haben aber bis heute einen Sperrvermerk und wurden nicht wiederholt: Die Erstlings-Folge Tod im Jaguar und Krokodilwächter aus dem Jahr 1996 sind vorerst von einer Wiederholung ausgenommen. Tod im Jaguar war in die Kritik geraten, weil der SFB eine mißverständliche Pressemitteilung über diesen TATORT im Vorwege mit "antijüdischen Passagen" verbreitete. Auch der Film und die Darstellung von jüdischen Geschäftemachern sorgte für Kritik.

Krokodilwächter brachte Rundfunkratmitglieder auf den Plan: der SFB wollte lt. Horst Schättle, damals Fernsehdirektor, später Intendant, den TATORT-Kurs ändern...

Der damalige Medienbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Otto Wilhelm, erregte sich nach der Ausstrahlung von Krokodilwächter: Die Sendung sei "brutal, sexistisch und menschenverachtend" gewesen und habe mit ihren "unerträglich wirkenden wirkenden Gewaltszenen" in eklatanter Weise den Kriterien des Jugendschutzes bei der ARD widersprochen. "Besonders verwerflich" seien einige Szenen gewesen, in denen Frauen "Sex und Gewalt in demütigender Weise über sich ergehen lassen müssen.". 

Von den Giftschrank-Folgen sind in der langjährigen TATORT-Geschichte auch die Folgen abzugrenzen, die nachträglich geändert oder gekürzt wurden, insbesondere im Rahmen der "Schleichwerbungsaffäre" von 2005.

Francois Werner und Dominik Pieper


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