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Heute ist der: 12.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Mitgehangen

Lohnt sich der Kölner TATORT heute?

Einschalten oder wegschalten? Wir haben den neuen TATORT heute aus Köln für Euch vorgeschaut!



Mitgehangen ist ein Fall für Ballauf und Schenk aus Köln Bild: WDR-Pressemappe

Worum geht’s im neuen Kölner-TATORT?

Die Leiche des Rumänen Baciu wird im Kofferraum eines Autos in einem Baggersee in der Nähe von Köln gefunden. Er war Teilhaber einer Autowerkstatt und hat den Inhaber Grevel erpresst und terrorisiert. Alles deutet auf den sympathischen Familienvater Grevel als Täter, doch Schenk hat Zweifel an seiner Schuld. Sind diese begründet oder will sich Schenk, wie Ballauf es vermutet, nicht mit der scheinbar eindeutigen Faktenlage abfinden, weil er mit dem Verdächtigen sympathisiert? Für Grevel und seine Familie beginnt mit den Ermittlungen eine Abwärtsspirale, und erst nachdem Grevel sich in seiner Zelle erhängt hat, taucht ein Hinweis auf, dass der Täter sich noch immer auf freiem Fuß befinden könnte.

Was erwartet den Zuschauer für ein Krimi?

Ein ganz solide erzählter Kölner TATORT nach dem Whodunit-Prinzip. Die Täterfrage wird über die gesamten 90 Minuten spannend aufrechterhalten und hat für viele sicherlich auch ein überraschendes Ende. „Mitgehangen“ ist auch um einiges besser als der letzte Kölner Fall, die Folge „Bausünden“. Die Geschichte ist ruhig erzählt und wirkt wie aus dem Leben gegriffen, nicht ausgedacht oder irgendwie übersteuert. Dieser TATORT ist frei von irgendwelchen Erzähl-Mätzchen und weit weg von sog. „Experimenten“, ein fast typischer Köln-TATORT eben. Klingt im ersten Moment vielleicht etwas langweilig, aber das ist „Mitgehangen“ eigentlich nicht.

Mitgehangen“ ist tatsächlich auf den zweiten Blick sogar noch einer der besseren Kölner. Auch, weil das Kölner Team noch eine kleine wohldosierte Frischzellenkur bekommen hat: Zu allererst: Der Assistent ist neu und dürfte für viele das Highlight der Folge sein. Aber auch bei Kommissar Ballauf tut sich was nach 20 Jahren: Ihn plagen Selbstzweifel über seine Arbeit und er zeigt, wie er damit konstruktiv umgeht. Nur bei Freddy ändert sich wenig, aber immerhin seine Autoliebhaberei kommt wieder zu ihrem Recht, sie passt auch gut zum Fall und dem Milieu.

Das alles macht unterm Strich aus einem ja sehr konventionell erzählten Köln-TATORT trotzdem keine Langweiler-Nummer. Man könnte darin auch einen liebevollen Umgang der Macher mit den altbekannten Filmfiguren entdecken.

"Einarbeiten dauert natürlich!" - Norbert Jütte (Roland Riebeling) ist neu im Team. Er arbeitet für die Kommissare Ballauf und Schenk, doch ganz reibungslos verläuft sein Start nicht. © WDR/Thomas Kost

Wer ist der neue Assistent der Kölner Kommissare?

Der neue Assistent heißt Jütte. Norbert Jütte. Ein ganz ruhiger Kollege, der garantiert nichts überstürzt. Seine Devise: „Einarbeiten dauert halt“. Jütte nimmt sich auch immer Zeit für eine Zigarette und „frische Luft“. Auch, wenn das Schenk zunehmend auf die Nerven geht. Doch Jütte ist auch kleines Schlitzohr und den Ermittlern oft sogar noch einen Schritt voraus, er arbeitet vor und organisiert offenbar ganz geschickt. So bleibt Jütte auch immer noch Zeit für eine Blutdruckmessung oder einen frisch gebrühten Tee.

Roland Riebeling, der den Jütte spielt, sagt über ihn: „Jütte ist wie ein Schüler, der beim Sportunterricht als letzter in eine der Mannschaften gewählt wird und dann aber doch noch ein Tor schießt“. Fest steht: Mit dem Assistenten werden Ballauf und Schenk sicher noch ihre Freude haben - und wir Zuschauer auch.

Aus dem Baggersee geborgen: Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) blickt in das Auto, das absichtlich versenkt worden war. Im Kofferraum ist eine Leiche versteckt. Der zappelnde Aal im Kofferraum löst etwas aus in Max Ballauf. Bild: WDR/ Thomas Kost

Was ist diesmal mit Max Ballauf los?

Der hat sich in den Fall verbissen und macht auf harten, rücksichtlosen Polizisten. Im Prinzip leistet er einen erheblichen Beitrag dazu, eine Familie zu zerstören. Mit seinen weisen Sprüchen über Familienstabilität und Zusammenhalt überzeugt er jedenfalls niemanden, erst recht nicht Freddy Schenk, der dem nur mit bissiger Ironie begegnet.

Ballauf will raus aus seinem Hamsterrad; ihn nervt seine Arbeit, die immer gleichen Leichen, das immer Zu-Spät-Kommen und das Vorfinden (und nicht Verhindern können) einer weiteren Tragödie. So sein Gefühl. Wunderbar daran ist, dass Max Ballauf in „Mitgehangen“ seinen Umgang damit gleich ändert – mit einem neuen Hobby. Ganz nach dem Motto: wenn man die Situation nicht ändern kann, ändert man sein eigenes Verhalten. Das ist schön anzusehen, weil es glaubhaft rüberkommt. Und dass Ballauf sich neu als ganz harter und rücksichtloser, ja verbissener Ermittler gibt, fügt der Figur eine neue Facette hinzu. 

Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) ist wieder unterwegs in einem Oldtimer. Die Ermittlungen führen in und Max Ballauf auch zu einer Firma für Baustellenfahrzeuge. © WDR/Martin Valentin Menke

Gibt es diesmal die obligatorische Currywurstbude am Rhein mit Blick auf den Kölner Dom?

Nein. Die Wurst hat ihren Einsatz schon in der 53. Minute und wird ganz woanders gegessen. Auch da torpediert der Film die Erwartungshaltung vieler Zuschauer. Freddy muss seine Currywurst diesmal nämlich alleine essen, ohne Ballauf. Auch das: eine kleine, spürbare Veränderung, eine Neuerung vielleicht sogar? Aber: Freddy bleibt sich treu. Das ist doch auch was.

Wie ist der TATORT inszeniert?

Angenehm ruhig, fast schon gediegen. Irgendwie gemütlich. Unterlegt mit wunderbarem Jazz und Musik von Leonhard Cohen oder Nick Cave & Bad Seeds. Keine Hektik, kein Streß. Das bißchen Action am Ende passt gut dazu, nimmt nix vom gesamten Tenor des Films. Der Film reißt sicher nicht alle vom Hocker, aber gemütlich auf dem Sofa bleiben und den Entwicklungen folgen, wird für viele Zuschauer wieder einen gelungenen Abschluss des Wochenendes bilden.

Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l.) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, r.) am Fundort: Bei einer Tauchübung wurde ein versenkter Wagen gefunden – in seinem Kofferraum: ein Toter. © WDR/Thomas Kost

Lohnt sich der TATORT?

Ja. Schon wegen Jütte, dem neuen Assistenten. Aber natürlich sind auch Max und Freddy als ergrautes Krimi-Ehe-Paar immer noch sehenswert, und in dieser Folge ist das ganze Zusammenspiel durchaus interessant und auch abwechslungsreich gestaltet. Ballauf und Schenk sind trotz erheblicher Meinungsverschiedenheiten am Ende immer noch Freunde, da passt eben kein Blatt dazwischen. Das ist trotz der vielen Katastrophen in diesem Krimi auch eine schöne, beruhigende Botschaft des Kölner TATORTs.

Fazit: Mich hat Mitgehangen angesprochen und ich bin dran geblieben. Das war ein kurzweiliger, überzeugender Krimi aus Köln. Ich gebe in der TATORT-Rangliste wohlwollende 7 von 10 möglichen Punkten.

Francois Werner
TATORT: KÖLN

Die Leiche des Rumänen Baciu wird im Kofferraum eines Autos in einem Baggersee in der Nähe von Köln gefunden. Er war Teilhaber einer Autowerkstatt und hat den Inhaber Grevel erpresst und terrorisiert. Alles deutet auf den sympathischen Familienvater Grevel als Täter, doch Schenk hat Zweifel an seiner Schuld. Sind diese begründet oder will sich Schenk, wie Ballauf es vermutet, nicht mit der scheinbar eindeutigen Faktenlage abfinden, weil er mit dem Verdächtigen sympathisiert
TATORT-Erstsendung am Sonntag, 18. März 2018

Blut ist dicker als jeder Tuning-Reifen - Maximilian Haase über den neuen TATORT aus Köln
TATORT: KÖLN

Einschalten oder wegschalten? Wir haben den neuen TATORT heute aus Köln für Euch vorgeschaut!

TATORT: KÖLN

Roland Riebeling spielt den neuen Assistenten im Kölner TATORT Mitgehangen. »Jütte«, wie er von den Kommissaren gerufen wird, lässt es langsam angehen. Stress soll der neue Assistent von Ballauf und Schenk vermeiden, hat ihm sein Arzt geraten. Erstaunlich, wie es Norbert Jütte trotzdem schafft, bei den Ermittlungen am Ball zu bleiben.



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