Zur Startseite tatort-fundus.de
Heute ist der: 22.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Fürchte dich

In der Geisterbahn

In gewisser Weise ist jeder TATORT ein Horrorfilm. Schließlich sterben hier Menschen. Und auch wenn am Ende der Täter meist im Gefängnis sitzt, bleibt doch ein gewisses Grauen zurück und die Einsicht, dass sich manche Taten nicht erklären lassen. So ist es vielleicht nur konsequent, wenn der experimentierfreudige Hessische Rundfunk nach dem unheimlichen (und ziemlich schrägen) Murot-TATORT "Das Dorf" nun mit "Fürchte dich" einen echten, ja den allerersten Horror-TATORT überhaupt gedreht hat.

Kommissarin Janneke muss sich um die verrückt gewordene Fanny kümmern. © HR / Benjamin Dernbecher

Eines darf man schon vor Ausstrahlung getrost behaupten: So viele Schreckensschreie wie während dieses Films dringen wohl selten aus deutschen Wohnzimmern, zumindest nicht am Sonntagabend. Regisseur Andy Fetscher, der zusammen mit Christian Mackrodt auch das Drehbuch verantwortet, hat kurz vor Halloween einen Krimi wie eine Geisterbahnfahrt inszeniert. In diesem TATORT spukt es, und das gewaltig.

Mittendrin in all dem Grusel steht die arme Fanny, die miterleben muss, wie der greise Otto Schlien plötzlich in ihr schönes, altes Haus eindringt, in der Hand einen Benzinkanister. Bevor der alte Mann sich und das Haus anzünden kann, wird er von zwei Geisterhänden zurück in den Garten gezogen. "Tu ihr nicht weh", brabbelt er noch ins Ohr des herbeigeeilten Kommissars Paul Brix, und starrt, bevor er ins Krankenhaus gebracht wird, verdächtig in Richtung Dachboden. Dort findet Brix unter Holzbohlen die Überreste eines Mädchens.

Mehr als einmal traut Brix seinen Augen nicht. © HR / Benjamin Dernbecher

Vor 60 Jahren muss sie verstorben sein, ergibt die Untersuchung der Rechtsmedizin. Zusammen mit Merle, der Enkelin des wirren Alten, wühlt Brix in den Archiven und fördert allerlei Seltsamkeiten zutage. Das alte Anwesen, in dem er und Fanny wohnen, war einst ein Waisenhaus. In den 50er-Jahren, so steht es in vergilbten Zeitungsartikeln, kam die Heimleitung ums Leben. Unter mysteriösen Umständen, versteht sich.

"Heute Nacht erzähle ich Ihnen von einem der unheimlichsten Kriminalfälle meiner bisherigen Laufbahn", hatte Kommissarin Anna Janneke zu Beginn dieses Films aus dem Off geraunt. Und tatsächlich ist "Fürchte dich" wohl der mysteriöseste aller bisherigen TATORTe. Und einer der lustigsten. Denn ernst nehmen darf (und soll) man hier nichts. Überall hängen Spinnweben herab, steigt Nebel auf, springen verzerrte Fratzen vor die Kamera. Irgendwann kriecht Fanny gar mit glühenden Augen durch ihr in Flammen stehendes Haus und fordert ein Menschenopfer.

Merle Schlien wird mitten hineingezogen in den Horror. © HR / Benjamin Dernbecher

Auf eine Erklärung für das ganze Horrorspektakel wartet man vergeblich, aber egal. Horror-Trash, und nichts anderes ist dieser Film, muss sich nicht rechtfertigen. Wenn es spukt, dann spukt es eben. Dass "Fürchte dich" eigentlich gar kein TATORT mehr ist - geschenkt. Denn so viel Spaß macht der Sonntagskrimi selten.



BITTE SPENDEN SIE!

Bitte unterstützen Sie das private Hobbyprojekt tatort-fundus.de! Wir freuen uns über jede Unterstützung und Anerkennung. Mit dem Geld werden primär die laufenden Kosten des Server- Betriebs beglichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


TV-TERMINE
Alle anstehenden TV-Wiederholungen finden Sie übersichtlich gelistet

© tatort-fundus 1997 - 2018
Der Tatort-Fundus ist eine Webseite für Tatort-Fans

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung der Texte, BIlder und Daten nur mit Genehmigung des tatort-fundus

Sitemap | Impressum | Disclaimer |  Diskussionsforum RanglisteUnsere Datenschutzerklärung 

Alle inhaltlichen Fragen richten Sie bitte an frage(at)tatort-media.de 
Bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster(at)tatort-media.de
Diese Website nutzt das Content-Management-System TYPO3