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Heute ist der: 27.06.2019. --> Bis heute wurden 1113 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Zurück ins Licht

Jeder mit jedem

Nichts ist so beständig wie der Wandel: Manchmal beschleicht einen das Gefühl, die Macher des Bremer TATORTs hätten sich diesen Kalenderspruch gerahmt über den Schreibtisch gehängt. Denn in schön regelmäßigen Abständen wechseln sich in der Hansestadt hervorragende mit ziemlich missratenen Filmen ab. Im Fall von "Zurück ins Licht" ist leider mal wieder ein eher überflüssiger TATORT an der Reihe.

Stedefreund befragt die Hauptverdächtige. © Radio Bremen / Michael Ihle

Immerhin: Oliver Mommsen, im vergangenen Jahr zum attraktivsten unter den TATORT-Ermittlern gewählt, darf sich hier in seiner ganzen Pracht zeigen. Sogar seinen kleinen Kommissar hält der 48-Jährige, der tatsächlich noch immer gut in Form ist, stolz in die Kamera. Das war's dann aber auch schon an vermeintlichen Höhepunkten im Film von Regisseur Florian Baxmeyer. Denn "Zurück ins Licht" ist einer jener hektischen Bremer Filme geworden, die irgendwie gesellschaftskritisch und auf der Höhe der Zeit sein wollen, sich dann aber doch mächtig verrennen.

Das beginnt schon mit der Hauptfigur in diesem seltsamen Krimi, einer völlig überzeichneten Karikatur von einer Karrierefrau. Nadeshda Brennicke spielt Maria Voss, eine Frau, die immerzu grinst, obwohl sie eigentlich nichts zu lachen hat. Voss soll etwas zu tun haben mit dem Tod ihres ehemaligen Arbeitskollegen, dessen Leiche in einer Kiste gefunden wird.

Stedefreund und Linda Selb. © Radio Bremen / Michael Ihle

Schon vor Monaten ist der Mann ums Leben gekommen, wirklich vermisst hat ihn aber nicht einmal seine Gattin Judith. Schnell wird klar, dass "Zurück ins Licht" auch einer dieser TATORTe ist, in denen die Menschen zwar in schönen Wohnungen leben, aber auch in seltsam dysfunktionalen Beziehungen.

Ein jeder treibt es hier mit jedem (Stedefreund mit Kollegin Linda Selb, Stedefreund mit der Hauptverdächtigen, die Hauptverdächtige mit einem dubiosen Ex-Kollegen - um nur ein paar zu nennen), nur Kommissarin Lürsen muss einmal mehr anderthalb Stunden lang bedröppelt aus der Wäsche gucken. Den Fall, um den es bei all dem geht, spult sie routiniert-lieblos herunter. Hier ein Haustürbesuch, dort eine bohrende Nachfrage - man versteht, warum Postel den TATORT bald verlassen will. Die Chemie zwischen Lürsen und Stedefreund stimmt hinten und vorne nicht mehr, gesprochen wird nur über Dienstliches, wenn überhaupt.

Selb und Lürsen befragen den Verdächtigen Peter Kappeler. © Radio Bremen / Michael Ihle

Dabei haben sich die Autoren Christian Jeltsch und Olaf Kraemer für ihren Film ein durchaus brisantes Thema ausgesucht, die Pharmabranche nämlich. Doch nur auf den letzten Metern geht es dann tatsächlich um die dubiosen Krebsmedikamente, an denen das Unternehmen des Toten einst gearbeitet hat. Davor und danach allerlei zwischenmenschliche Seltsamkeiten, die so künstlich daherkommen wie die Wachsfiguren bei Madame Tussauds, sowie ein Ende, das mit seiner kalkulierten Wendung nun wirklich niemanden überraschen kann.



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