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Heute ist der: 27.05.2018. --> Bis heute wurden 1072 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Der hundertste Affe

Eine Stadt wird erpresst

"Was ist so schlimm, wenn Menschen sterben?", fragt der zynisch gewordene Ex-Idealist bei der Vernehmung. Der Erde könne doch gar nichts Besseres passieren, als dass die Menschheit ausstirbt. Philosophisch betrachtet ist das Phänomen des Ökoterrorismus hochinteressant. Es stellt sich die Frage: Ist die Natur um der Natur willen schützenswert? Oder steht nicht doch das menschliche Wohlergehen über allem? Und sind nicht überhaupt alle Fragen der Moral ans menschliche Ermessen gekoppelt?

 

Solch grundlegende Gedanken werden im Bremer Pfingstmontags-TATORT Der hundertste Affe dann aber doch nicht vertieft. Dafür sind die Kommissare Inga Lürsen und Nils Stedefreund zu sehr mit Dringlicherem beschäftigt. Es ist allerhand geboten im Film vom Bremer Stammregisseur Florian Baxmeyer: Terrorgefahr in der Hansestadt, Verschwörung bei einem Agrarkonzern. - "Wir haben 'ne Großlage", bellt eingangs der Revierleiter ins Telefon. Und schon geht's zur Sache.

Auf gut acht Stunden erzählter Zeit ist alles verdichtet in diesem zumindest gewollten Hochspannungs-Thriller von der Weser. Zwei militante Umweltschützer und ein liebesblinder Komplize und Hacker haben die Behörden in Alarmzustand versetzt: Die Gruppe droht mit verheerenden Pestizidanschlägen auf die Bremer Bevölkerung, sollte ein inhaftierter Chemiker nicht zu offenbar skandalösen Praktiken eines deutschen Agrarkonzerns aussagen.

 

Es geht um genverändertes Saatgut und gefährliche Pestizide, die für 57 Todesfälle in Mali verantwortlich sein sollen. Da die toten Afrikaner den Deutschen nicht kümmern, sollen nun eben Deutsche am selbst produzierten Gift zugrundegehen - so das tödliche Kalkül der jungen Ökoterroristen.

Klar, dass im Krisenstab bald die Drähte glühen. BKA, LKA und ein der Innensenatorin zuarbeitender Schmierlappen ermitteln sich die Köpfe heiß. Barnaby Metschurat presst als Krisenstabsleiter unfreiwillig komische Notstandsbefehle unter einem schmalen Schnauzbart durch. Eine dominant auftretende BKA-Technikerin ("Lürsen, Stedefreund, mitkommen!") outet sich als soziophob, aber superschlau und verspricht Deutschlands attraktivstem TATORT-Kommissar (laut aktueller repräsentativer Umfrage: Oliver Mommsen!) Sex - aber erst, "wenn alles vorbei ist".

 

Was die beiden Kripo-Beamten überhaupt in diesem Kriseninferno verloren haben? Zum Beispiel rücken sie zu zweit aus, um die supergefährlichen Terroristen festzunehmen, nachdem deren Versteck enttarnt wurde. Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich. Vielleicht hat der notorisch klamme Bremer Senat das SEK ja weggespart.

So knarzt und ächzt dieser im ganz großen Stil gedachte Rundumschlag gegen die Verlogenheit der menschlichen Gattung im Fundament, das das alles tragen soll. Lürsen und Stedefreund können im Verbund so manches leisten. Aber die Welt erklären und sie gleichzeitig retten - das ist für so ein handelsübliches TATORT-Duo schlichtweg ein bisschen viel verlangt.



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