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Heute ist der: 18.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Benutzt

Am Anfang war die Leiche

In diesem Kölner TATORT wird eingangs eine Leiche am Rheinufer gefunden. Nachdem die Kriminaltechnikerin etwas zu Todeszeitpunkt und Todesursache gesagt hat, ermitteln die Kommissare im sozialen Umfeld des Opfers. Eine Handvoll Tatverdächtige verstrickt sich während zahlloser Befragungen in Halbwahrheiten und Lügen, bis der letzte Puzzlestein gefunden und das Rätsel gelöst ist. "Benutzt" heißt der vorletzte TATORT des Jahres und der 64. mit den Kommissaren Ballauf und Schenk. Schlichter und puristischer könnte er nicht sein.

Fundort Rheinufer: Hier wurde die Leiche angespült. © WDR / Guido Engels

Was nicht schlecht sein muss. In Tagen der Action-Feuerwerke, Kunst-Kammerspiele, Humorstücke und sonstiger Experimente kann es nicht schaden, mal wieder die jahrzehntelang erprobte TATORT-DNA in ihrer Grundstruktur vorzuführen. Leiche - Befragung - Lösung. So einfach geht das. Alleine: Es ist schon eine ziemlich trockenes Stück Festtagsbraten, das einem am zweiten Weihnachtsfeiertag da vorgesetzt wird. Ganz ohne Soße und Sättigungsbeilage.

Und ein redseliges Werk ist es auch. Trotz eleganter Schnitte und versierter Bildausschnitte: Übers Visuelle wird die Geschichte nicht erzählt. Praktisch alles ist Dialog, konzentriertes Zuhören oberste Pflicht. Man könnte auch sagen: Gehirnjogging für Durchtrainierte. Ein Glühweinrausch ist dem Zuschauer dieses seltsam ausgewählten Weihnachtsspecials jedenfalls nicht zu empfehlen.

Sarah Holler lebt neuerdings in luxuriösem Ambiente. © WDR / Thomas Kost

Konkret geht es um den Mord an einem Export- und Finanzberater namens Martin Lessnik. Seine Frau, die neuerdings recht luxuriös lebende Sarah Holler, hatte sich erst jüngst von ihm getrennt. Beide eint ein dunkler Fleck in ihrer Vergangenheit: Karsten Holler, zugleich Lessniks früherer Geschäftspartner und Sarah Hollers Ex-Mann, wird seit einer Motorradtour durch die Sahara vor sechs Jahren vermisst und wurde inzwischen für tot erklärt. Bald schon kommen Ballauf und Schenk auf die Idee, dass der Geschäftsmann seinen Tod damals nur vorgetäuscht haben könnte. Steckt etwa er hinter dem Mord am Rheinufer? Wollte er sich an seinem Ex-Partner rächen? Die Kommissare jagen ein Phantom.

Vorzimmerkraft Tobias und Sabine Trapp. © WDR / Thomas Kost

Bis sich das komplexe Täterrätsel löst, müssen der Vorzimmerassistent Tobias Reisser und die vom Zollamt zur Unterstützung hinzugezogene Kollegin Sabine Trapp bergeweise Akten durcharbeiten. Es geht um immer neue Namen und komplizierte Chronologien. Um falsch deklarierte Frachtbriefe, illegale Geschäfte mit dem Iran und eine Schweizer Steuersünder-CD. Das gestaltet sich in etwa so trocken, wie es klingt. Ein Krimi mit dem Charme eines Sudoku-Rätsels. Muss man mögen.

Positiv formuliert: Es gibt nichts Ablenkendes, keinen Ziertand und keinen Schnickschnack an diesem preußisch seriös erzählten Fall aus Köln. Mit einer Ausnahme. Der von Freddy Schenk dezent gemobbte Laufbursche Tobias outet sich hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung. Wie man weiß, ist so etwas beim TATORT noch immer ein Schlagzeilenthema erster Güte. So seltsam es auch ist.

Jens Szameit
Teleschau Mediendienst
 


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