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Heute ist der: 18.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Eine Frage des Gewissens

Kleine Lügen unter Freunden

O weh, mal wieder ein TATORT-Kommissar in Nöten! Ausgerechnet der so tadellose Thorsten Lannert! Weil er im Supermarkt einen durchgeknallten Geiselnehmer per Rettungsschuss tötete, muss sich der verdiente KHK vonseiten zweier gewiefter Opferanwälte bei einer Anhörung schlimm traktieren lassen. Wenigstens bestätigt Kollege Bootz seine Darstellung der Dinge, doch der hat die entscheidende Szene in Wahrheit gar nicht gesehen.

Holm Bielfeldt hat einen Supermarkt überfallen. © SWR / Johannes Krieg

"Eine Frage des Gewissens" ist der neue Stuttgarter TATORT recht treffend betitelt. Till Endemann drehte nach einem Buch von Sönke Lars Neuwöhner und Sven Poser ein reizvoll vertracktes Stück über Lüge und Loyalität. Schade nur, dass die Filmemacher nach rund 60 mitreißenden Krimiminuten mit dem Allerwertesten einreißen, was sie zuvor so kunstvoll an Spannung aufgebaut hatten. Des Rätsels Auflösung geriet alles andere als überzeugend.

Anfangs vermag der Krimi zu fesseln, der loslegt wie die Feuerwehr. Nach einem Rückblick auf die chaotische Szene im Supermarkt findet man sich mit den Kommissaren im Anhörungssaal wieder. Auch dort brennt die Luft. Zwei Opferanwälte, die sich in der Öffentlichkeit wie Robin Hood gerieren, werfen den Ermittlern Absprache, Korpsgeist und Vertuschung vor.

Schießen oder nicht schießen? © SWR / Johannes Krieg

Von größter Bedeutung erscheint die Aussage einer einzelnen Augenzeugin, die sich schon im Supermarkt recht dubios benahm und Bootz entscheidend abgelenkt hatte. Jetzt stammelt sie bei der Befragung wirres Zeug, das Lannert in schlechtem Licht erscheinen lässt. Als Bootz die junge Frau später am Abend in ihrer Wohnung zur Rede stellen will, findet er sie erschossen vor. Selbstredend hat der Alleingang des Polizisten eine äußerst problematische Außenwirkung. Ohnehin unterlaufen dem frisch geschiedenen Vater zweier Kinder fortlaufend Fehler.

Die Scheidung setzt Sebastian Bootz seelisch zu. © SWR / Sabine Hackenberg

Was Wunder! Verbringt er die Feierabende doch meist in der Kneipe, um sich volllaufen zu lassen. Für das zwischenzeitlich recht behäbige Flair des Stuttgarter TATORTs ist es rückblickend Gold wert, dass dem einst so braven Bootz die Frau davongelaufen ist. Seit drei Folgen schon poltert er mit fettigen Haaren, speckiger Lederjacke und kurzer Zündschnur durchs Ländle, das darob schon nicht mehr annähernd so verschlafen wirkt, wie es das Klischee will. Dazu passt, dass Kameramann Jürgen Carle die Schwabenmetropole hier in fantastisch schillernden Bildern einfängt: Sollte der fulminante Neo-Noir-Stil dafür sorgen, dass die Zuschauer über die konstruierte und wenig glaubhafte Auflösung hinwegsehen, wäre das ohne Frage aller Ehren wert.

Jens Szameit - Teleschau Mediendienst


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