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Das Special zum TATORT "Im Schmerz geboren"

Im Schmerz geboren

"Mehr geht einfach nicht!"

Für den TATORT "Im Schmerz geboren" wurde die ausschliesslich klassische Musik exklusiv vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks (hr) eingespielt.

Der Dirigent Frank Strobel beim Interview mit der Hessenschau" Bild:HR

Der vierte TATORT mit Ulrikch Tukur als Kommissar Felix Murot enthält 23 Ausschnitte aus Werken der klassischen Musik. Davon sind 9 Musikstücke exklusiv vom international bekannten Dirigenten und Experten für Filmmusik Frank Strobel neu aufgenommen worden.

Bei der Produktion war sein Blick stets auch auf einen Monitor gerichtet, auf dem der TATORT-Film lief. Gleichzeitig hielt der Dirigent Blickkontakt zu seinem Orchester. Strobel:" Die Musik liegt natürlich sehr eng am Film. Da ist schon einige Erfahrung nötig. Ich richte mich nach dem Bild und setze die Bewegungen der Schauspieler musikalisch um, ebenso den Rhythmus, in dem der Film montiert ist“.

Synchronkonzept erarbeitet

Um auf den Punkt genau zu arbeiten, hat Strobel ein Synchronkonzept erarbeitet und es in die Partitur übertragen. Er rechnete die Tempi genau aus und schrieb sich das, was er im Bild sah, in die Noten hinein." Er richtete sich nur auf das Bild und konnte auf den Timecode gut verzichten, erklärte er. "Ich richte mich ausschließlich nach dem Bild: Ich setze die Bewegungen der Schauspieler musikalisch um, ebenso den Rhythmus, in dem der Film montiert ist. In diesem Moment fange ich an, mit dem Bild zu atmen. Voraussetzung dafür ist, den Film sehr gut zu kennen", sagte Strobel.

Hessenschau-Beitrag vom 13. März 2014

Flexibles Orchester 

Wenn bei der Aufnahme der akustische Akzent nicht exakt auf den optischen passte, wiederholte Strobel die Aufnahme und variierte das Tempo. Hier war er besonders auf die Flexibilität des Orchesters angewiesen. Denn, so erklärt Strobel, wenn er gegen die Gewohnheit des Orchesters die Geschwindigkeit verändere, kämpfe er quasi gegen das Orchester an."

Für das Orchester des Hessischen Rundfunks hat Strobel nur Lob übrig: "Im TATORT ist Musik vom Barock bis zur Spätromantik zu hören, wir haben Sibelius, Verdi, Bach und Vivaldi gespielt, dazu Filmmusik aus den 1960er-Jahren. Da müssen die Musiker ständig umschalten – was hervorragend gelungen ist!"

Musikstücke brechen die Brutalität

Der Film kann sich tatsächlich auch akustisch sehen lassen - der artifizielle Rahmen von Im Schmerz geboren sucht in der TATORT-Reihe seinesgleichen. Neben den vielen Filmzitaten aus dem François Truffaut-Film Jules et Jim, der für diesen TATORT eine wichtigen Bezug hat, fällt der Musik dramaturgisch eine wichtige Rolle zu. Brutale Gewaltszenen werden durch die klassische Musik gebrochen und erhalten zeitgleich eine Künstlichkeit, wie Strobel meint. Die Brutalität werde auf eine andere Ebene gehoben.

Aus dem Archiv - oder eigens eingespielt

Die Idee, mit dem Sinfonieorchester zusammen zu arbeiten, hatte Redakteur Jörg Himstedt schon lange. Und bei der Stoffentwicklung von "Im Schmerz geboren" wurde sehr schnell klar, dass bei diesem Film mit klassischer Musik gearbeitet werden sollte. So erarbeiteten Cutter Stefan Blau und Regisseur Florian Schwarz im Vorfeld eine musikalische Dramaturgie mit etwa 20 Musikstücken.

Stefan Blau ist der Cutter des TATORTs und hat den Film so geschnitten, dass Musik und Optik genau zusammen passen. Bild: hr-Hessenschau vom 13.3.2014

Diese wurden von Andreas Maul, dem Chefdramaturgen des hr-Sinfonieorchesters und Michael Traub, dem Musikchef des Hessischen Rundfunks, mit dem Archivbestand abgeglichen. Wenn die Musiken aus dem Archiv die notwendige Qualität hatten und auch zum Tempo des Films passten, konnte der Musikliste von Regisseur und Cutter mit dem vorhandenen Archivmaterial entsprochen werden. Den Rest - eben 9 Musikstücke - mussten dagegen eigens für den HR-TATORT eingespielt werden. 

Wucht von Spannung und Emotionen

Dafür konnten die beiden Musiker vom HR den Dirigenten Strobel gewinnen, was auch Redakteur Himstedt sehr freut: "Mehr geht einfach nicht!". Für ihn komme die klassische Musik kongenial zusammen mit der Wucht Spannung und Emotionen, die dieser TATORT zusammen bringt.

Francois Werner
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