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Heute ist der: 19.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Wahre Liebe

Abschied vom Staatsanwalt

Jede dritte Beziehung hierzulande beginnt im Internet. Klar ist das also ein Thema für den TATORT. Den Auftrag nehmen die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk an. Das Jahr 2014 durfte als das bisher beste in der "Karriere" der beiden Ermittler vom Rhein gelten. Es gab den markerschütternden Trauerfall "Franziska", eine traurige Familientragödie ("Der Fall Reinhardt") und eine bewegende Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen" ("Ohnmacht").

Natascha Klein hat großen beruflichen Erfolg mit ihrer Online Dating-Plattform "Lovecast". © WDR / Thomas Kost

Der neue Film mit dem etwas verbrauchten Titel Wahre Liebe kann in Sachen Emotionalität und Größe mit seinen drei Vorgängern sicher nicht mithalten. Dennoch ist dem Regisseur André Erkau ohne Frage ein richtig guter Sonntagabendkrimi gelungen.

"Viele denken, Liebe sei ein Zufall. Aber ich glaube nicht an Zufälle", sagt Natascha Klein. Sie ist die Chefin der Partneragentur "Lovecast" und behauptet, ihre Firma habe eine Art Liebesformel entwickelt. So lasse sich im Netz der ideale Partner problemlos entdecken. 20 Millionen Kunden hat die Agentur bereits, und die Gründe für diesen Boom kennt Natascha Klein auch. Die kalkulierte Liebe aus dem Internet passt ihrer Meinung nach in die Zeit: "Die Menschen wollen alles planen, auch die Liebe."

Max Ballauf befragt "Lovecast"-Inhaber Gerd Machnow zum Tod seiner Geschäftspartnerin. © WDR / Thomas Kost

Gerade hat die in der Presse als "Liebes-Päpstin" gefeierte Geschäftsfrau noch eine Trophäe für ihre Leistungen in der Firma erhalten, da wird ihr eben diese auch schon zum Verhängnis. Mit dem Pokal schlägt ein wütender Unbekannter auf sie ein. Natascha Klein ist tot, und die beiden Kommissare müssen hinter die Kulissen einer Firma blicken, die Menschen mit zweifelhaften Versprechungen anlockt, zueinanderführt und gut daran verdient.

Der zweite Inhaber, Gerd Machnow, muss bald schon einräumen, dass es auch bei den Kunden von "Lovecast" manches schwarze Schaf gibt. Den "Zauberer" zum Beispiel. Der Mann suchte das Vertrauen von drei Frauen und erleichterte sie danach um viele tausend Euro. Doch so recht übel nehmen mag das dem Heiratsschwindler keine von ihnen. Nachdem es von ihm kein Bild und keinen echten Namen gibt, führt die Spur zunächst in eine Sackgasse. Womöglich ist der Mörder ja auch gar keine unglücklich "verzauberte" Kundin, sondern findet sich im privaten Umfeld der Toten. Ihr Ehemann Jörg Klein behauptet, zur Tatzeit in China gewesen zu sein. Könnte sein, dass das gar nicht stimmt. Und um die Ehe der beiden stand es ganz offensichtlich nicht zum Besten.

Christian Tasche spielte über viele Jahre den knorrigen Staatsanwalt Wolfgang von Prinz. © WDR / Thomas Kost

Bereichert wird der Film durch die neue Assistentin von Ballauf und Schenk. Kathie Angerer spielt die schüchterne, aber zielsichere Gabi, die sich als Lockvogel zur Verfügung stellt und Jagd nach dem "Zauberer" macht. Es wird ihr einziger Auftritt bleiben. Drei Darsteller ließ der WDR als Nachfolger der ausgeschiedenen Tessa Mittelstadt antreten. Schon vor Ausstrahlung dieses Films fiel jedoch die Entscheidung für Patrick Abozen, der im Fall Reinhardt zu sehen war und fortan als Tobias Reisser fest zum Kölner Ensemble gehört.

Wahre Liebe
ist der Film, in dem Christian Tasche seinen letzten Auftritt als Staatsanwalt Wolfgang von Prinz hat. Seit 1997 gehörte er zum Ensemble des Kölner TATORTs, mal mit größeren, mal mit kleineren Auftritten. Hier nun ist er nur kurz zu Beginn zu sehen: in einem durch und durch heiteren Gespräch mit den beiden Kommissaren. Nach dem Ende der Dreharbeiten starb Tasche im November des vergangenen Jahres an Herzversagen. Er wurde 56 Jahre alt. "Für mich wird bei diesem TATORT immer überwiegen, dass es die letzte gemeinsame Arbeit mit unserem Freund und Kollegen war", sagt Klaus J. Behrendt. "Wenn ich den Titel hören, Wahre Liebe, muss ich an ihn denken."

Kai-Oliver Derks - Teleschau Mediendienst


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