Zur Startseite tatort-fundus.de
Heute ist der: 12.11.2018. --> Bis heute wurden 1084 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Mord ist die beste Medizin

Boernes Leber macht Sorgen

Niedergespritzt fällt die Leiche von der Bank, Alberich stellt schon mal den Sekt im Leichenkühlfach kalt. Nicht für die Totenfeier, sondern für ihren Geburtstag, den Boerne allerdings auf gar keinen Fall "orgiastisch" feiern will - das erste Fremdwort wäre damit vom Stapel gelassen. Da Professor Boerne immense Sorgen um die eigene Leber plagen und er sich aus Krebsangst einer stationären Biopsie unterziehen will, ist der Boden für eine starke Krankenhaus-Satire bereitet, der Pathologe natürlich mittendrin.

Kommissar Thiel fährt auch größere Pakete mit dem Fahrrad durch Münsters Straßen nach Hause. © WDR / Filmpool Fiction / Wolfgang Ennenbach

Nach der Injektion durch einen Unbekannten fällt der Apotheker Hölzenbein leblos von der Bank. Wie gut, dass da die kleine Mia, die mit ihrer Schulklasse alles beobachtet hat, bei der Polizei "Ich möchte einen Mord melden!" quäken kann. Später fesselt die Kleine dann auch noch die Assistentin Nadeshda  mittels Handschellen an sich selbst und versperrt den Schlüssel im Mund, nur um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Derlei Kinderspiel wurde von der Autorin Dorothee Schön offensichtlich ins Drehbuch geschrieben, um auch noch die letzten fortbleibenden Zuschauer für die Ermittler aus Münster zu gewinnen. Eigentlich gar nicht notwendig: Der Medizinerkrimi läuft zwischen den Krankenhäusern Uni-Klinik und Sanus-Krankenhaus auch so derart schnurrig, dass man dem Spaß kaum entgehen kann. Während Thiel wieder mal dröge umherradeln muss und verbotsresistent durch den Botanischen Garten pedaliert, läuft Pathologe Boerne zur Höchstform auf.

Prof. Boerne lässt sich im Sanusklinikum die Leber untersuchen. © WDR / Filmpool Fiction / Wolfgang Ennenbach

Boerne will sich die Leber wegen zu hoher Gamma-Werte im Krankenhaus biopsieren lassen und schaut sich das Organ vorher ausführlich im Ultraschall an. Was Thiel sofort zu der Bemerkung verleitet: "Im wievielten Monat?" - Natürlich. Boerne merkt pathetisch an, seine Lebenszeit sei "begrenzt", und Thiel antwortet ihm schroff: "Das will ich wohl hoffen!" Schließlich sei er doch keineswegs der liebe Gott.

So geht es nun mal zu zwischen diesen Beiden, und als Boerne zur Leber-Inspektion ins Zimmer eines ausgemachten Volksmusikfreundes eingewiesen wird, ist die fortgesponnene Komödie schon perfekt. Zudem öffnet sich dem siebengescheiten Professor der Fall wie von selbst: Die Chemotherapie, die der Nachbar erhält, ist ein Fake. Wie sonst könnte der Mann so happy sein? Wenn man dann noch erfährt, dass die Welt mit hochwertigen Medikamenten mehr Geschäfte als mit Drogen macht, ist der Tod im Botanischen Garten schon fast kein Geheimnis mehr ...

Man mag ja über Sinn und Zweck des "Tatorts" trefflich streiten und bei den Münsteranern jedweden wummernden Gänsehaut-Suspense vermissen. Aber komisch und unterhaltsam sind die Krimi-Clowns aus Münster eben doch mit ihrem fortwährenden Zuschauer-Millionenspiel.

Wilfried Geldner - Teleschau Mediendienst


BITTE SPENDEN SIE!

Bitte unterstützen Sie das private Hobbyprojekt tatort-fundus.de! Wir freuen uns über jede Unterstützung und Anerkennung. Mit dem Geld werden primär die laufenden Kosten des Server- Betriebs beglichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


TV-TERMINE
Alle anstehenden TV-Wiederholungen finden Sie übersichtlich gelistet

© tatort-fundus 1997 - 2018
Der Tatort-Fundus ist eine Webseite für Tatort-Fans

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung der Texte, BIlder und Daten nur mit Genehmigung des tatort-fundus

Sitemap | Impressum | Disclaimer |  Diskussionsforum RanglisteUnsere Datenschutzerklärung 

Alle inhaltlichen Fragen richten Sie bitte an frage(at)tatort-media.de 
Bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster(at)tatort-media.de
Diese Website nutzt das Content-Management-System TYPO3