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Heute ist der: 09.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Zwischen zwei Welten

Kinder als Opfer in einer kaputten Erwachsenenwelt

Am Schweizer Pärchen Liz und Reto liegt es nicht, wenn die Krimis aus Luzern immer etwas lahmen. Reto Flückiger ist vom Charakter her im TATORT-Kommissarskonzert einer der zuverlässigsten Instrumentalisten. Und auch Liz Ritschard macht ihre Sache gut. Delia Mayer zeichnet einen mit den Jahren härter werdenden Charakter, der vom Leben etwas versteht. Was auch im neuen TATORT-Krimi "Zwischen zwei Welten" fehlt, ist das Atmosphärische, das Hineintauchen in die Schweizer und die Luzerner Alltäglichkeit. Es kommt nicht von ungefähr, dass Reto Flückiger auf einem Hausboot wohnt - fremd will ich sein in dieser Welt.

Liz Ritschard und Reto Flückiger stehen vor der Leiche einer jungen Mutter. © ARD Degeto / SRF / Daniel Winkler

So werden denn auch wieder jede Menge "rote Heringe", also Nebelkerzen und Blindspuren ausgelegt. Man trifft auf Spiritisten und Ashramjünger, die sich höchst verdächtig gerieren. Und noch nicht mal der jähzornige Typ vom Väterverein, der auf alleinerziehende Frauen gar nicht gut zu sprechen ist, kann es am Ende gewesen sein.

Das wirkt dann immer ein bisschen altbacken, etwa wie ein Krimi der 50er-Jahre. - Eine Frau wurde tot auf dem Bahngleis gefunden, man hatte die rothaarige Frau zu Beginn geheimnisvoll einer Bahnbrücke zustreben sehen. Als Reto und Liz dem Lebensgefährten die schreckliche Nachricht überbringen wollen, finden sie drei Kinder alleine zu Hause vor. Liz bittet eine Psychologin herbei, die Kinder werden anschließend in ein Krankenhaus zur Betreuung verbracht.

Die drei Kinder der Verstorbenen trauern. © ARD Degeto / SRF / Daniel Winkler

Allzu unbekümmert gehen die an sich feinfühligen Kommissare über den bedrückenden Moment hinweg, beginnen in der Wohnung zu recherchieren und werden schnell mit allerlei spiritistischem Lesestoff konfrontiert. Es stellt sich heraus: Die Kinder der Toten sind von drei verschiedenen Vätern. Mit 19 hatte die Frau das erste Kind bekommen, die Väter verdrückten sich, oder es war damals ohnehin nur ein Seitensprung.

Einer wollte mehr: Er wollte die Tochter zurück, sie ganz für sich haben - ein Konflikt, der zu der bereits angesprochenen Vätergruppe führt. Die ist, eine Schwäche des Drehbuchs, allzu einfältig radikalisiert, übt sich in recht grober Rache. Männerhuberei, Machismo statt nachvollziehbarem Zorn.

Daniele Rossi ist Mitglied einer radikalen Vätergruppe. © ARD Degeto / SRF / Daniel Winkler

Dennoch hat der TATORT ein paar große Stellen. Wenn sich Reto und Liz nach einer guten Stunde mal wieder gegenseitig ihr Herz ausschütten, über vermisste Vaterfreuden und frühen Muttertod ("Ich hab's überlebt!") reden, wirken sie glaubhaft wie selten. Und dann hat ja auch noch die junge Annina Walt als ältere Tochter ganz am Ende einen sehr starken Auftritt im Verhörraum. Es geht um kaputt gegangene Beziehungen und um Kinder, die deren Opfer sind.

Wilfried Geldner - Teleschau Mediendienst


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