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Heute ist der: 06.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Er wird töten

Nachts im Präsidium

Auf das in der Kunst oft so sinnvolle Motto "weniger ist mehr" steht der Bremer TATORT nicht so sehr. Die Fälle von Inga Lürsen und Stedefreund sind stets bis unter die Logik-Decke mit Plots vollgepackt und balancieren bisweilen auf ambitionierten Spannungsbögen. Da empfindet man es als geradezu angenehm, dass Lürsens und Stedefreunds aktueller Fall ein knallharter, nächtlicher Psychothriller ist.

Hauptkommissarin Inga Lürsen genießt das gemeinsame Glück mit Oberkommissar Leo Uljanoff. Bild: Radio Bremen/Jörg Landsberg

Die neuen skurrilen Kommissare, die als Gastermittler im TATORT auftauchen, scheinen zum modischen Kunstgriff zu werden. Theaterstar Fabian Hinrichs benötigte in der Münchener Episode Der tiefe Schlaf nur eine Folge Zeit, um als Kommissar Gisbert Engelhardt zum Kult in Foren und bei den Fans zu werden. Ähnliches gilt für Antoine Monot - den Dicken aus "Absolute Giganten" - der als junger Liebhaber von Inga Lürsen und absolut unorthodoxe Ermittlerfigur einen sensationell coolen Eindruck hinterließ. Und das in der deutschen TV-Landschaft, die sich allzu oft mit verkrampft auf unorthodox getrimmten Ermittlerfiguren beim Zuschauer anbiedern will. Leider ist es mit dem fülligen Locken-Kommissar auch schon wieder vorbei, denn Leo Uljanoff wird nach einem sprachlich von Drehbuchautor Christian Jeltsch fein gestrickten Liebesverhör beim nächtlichen Toilettengang von hinten erdolcht.

Marie Schemer fühlt sich wie in einem Albtraum, seitdem ihr Ex-Mann aus dem Gefängnis entlassen worden ist und sie bedroht. Bild: Radio Bremen/Jörg Landsberg

Gleichzeitig erscheint eine völlig aufgelöste Frau auf dem Revier, die in panischer Angst davor lebt, dass ihr Ex-Mann sie und ihr ungeborenes Kind töten will. Die Ärztin Marie Schemer fürchtet sich vor Joseph, der bereits wegen der Tötung ihrer gemeinsamen kleinen Tochter im Knast saß. Nun wurde er wegen guter Führung entlassen. Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet in jener Nacht, in der jemand Maries Wohnung verwüstet hat, auch Leo ermordet wurde? Jener Polizist, der Joseph damals in den Knast brachte? Die Jagd auf den offensichtlichen Psychopathen inszeniert der Bremer Stammregisseur Forian Baxmeyer als nächtlichen, temporeichen Thriller, dessen Handlung sich fast in Echtzeit abspult.

Stedefreund, Inga Lürsen und ihre Tochter Helen besprechen die nächsten Ermittlungsschritte. Bild: Radio Bremen/Jörg Landsberg

Dabei macht nicht nur die ständig präsente Nacht den neuen Bremer Fall so düster. Ob nun tote Kinder, erdolchte Sympathie-, ja Hoffnungsträger oder das traumatische Erbe des aus Afghanistan zurückgekehrten Stedefreund - Er wird töten ist alles andere als ein Gute-Laune-Krimi. Vor allem ist es ein Film mit starkem Personal. Annika Kuhl gibt das komplexe Nervenbündel. Richtig Wind macht jedoch der von Peter Schneider sehr laut, wenn auch bärenstark gespielte Hauptverdächtige Joseph Vegener.

Auch dank Antoine Monot, der zum zweiten Mal nach der Vorgängerfolge Puppenspieler den viel zu früh sterbenden Leo Uljanoff gibt, ist Er wird töten ein starker Schauspielerfilm. Dass die Bremer mit der ein wenig zu konstruierten Auflösung mal wieder die Grenzen der Logik biegen, sei verziehen. Der düstere, emotional sehr wuchtige neue Beitrag ist ein ganz klar stärkeres Stück Krimikunst von der Weser.

Eric Leimann - Teleschau Mediendienst
 

Spannung in Westafrika

"Nigeria Connection" ist der Erstlingsroman von Peter M. Roese

Peter M. Roese, Nigeria Connection, 432 Seiten, Verlag Rhombos, 23,80 ?, ISBN 978-3-938807-17-0

... Aus den offenen Abwässerkanälen stinkt es zum Himmel, in der Regenzeit ersaufen die Ratten darin und man muß dauernd höllisch aufpassen, daß man nicht hineinfällt, überall liegt der Abfall herum, die Auspuffgase nehmen Ihnen den Atem, der Lärm wird Sie früh taub werden lassen, die Stechmücken und andere Plagegeister saugen Blut aus ihrem Körper und verseuchen es dabei noch. Denken Sie also lieber nicht an Malaria, Gelbfieber und die Schlafkrankheit. Hinzu kommt, daß jedermann versucht, Sie auf irgendeine Weise zu betrügen, aufs Kreuz zu legen. Glauben Sie mir, das alles ist schlimmer als alle biblischen Plagen zusammengenommen. So ist das bei uns!"

(Nigeria Connection S. 39)

Lagos, Nigeria: Marcel ist ratlos, warum sind diese Geheimdiensttypen ausgerechnet hinter ihm her? Was hat es mit seinem obskuren Doppelgänger auf sich? Kurz nach Beendigung des Biafrakrieges, Anfang der 70er, spielt die Geschichte des jungen Mannes, den reine Abenteuerlust nach Afrika fuhrt, um dort zu arbeiten und nebenbei die Geheimnisse des Schwarzen Kontinents zu ergründen. Der ?Gastarbeiter? und sein schwarzer Freund, der Polizeioffizier Sule, geraten in einen Strudel politischer Verschwörungen und Mordanschläge, stoßen auf Geheimnisse, Intrigen, und das alles in einer schwül-sinnlichen Atmosphäre.

Nach Vereitelung des Mordanschlags auf Präsident Gowon, kommt Marcel mit Hilfe eines Wahrsagers zu einer verblüffenden Erkenntnis und wird von einem Alptraum befreit ...

Peter M. Roese wurde 1944 in Erlangen geboren. Er hatte Glück, denn zahlreiche private und geschäftliche Reisen führten den Techniker buchstäblich rund um den Globus. In Nigeria und im Iran hat er sogar ein paar Jahre gelebt und gearbeitet. Seit seiner Frühpensionierung widmet er sich verstärkt der Schriftstellerei.
Neben diesem ersten Teil der Trilogie rund um den Hauptakteur Marcel ist bereits der zweite Teil erschienen: "AFN Tehran", in dem Marcel im Iran der 70er Jahre in Schwierigkeiten gerät...

Rhombos Verlag


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