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Heute ist der: 07.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Schwarzer Afghane

Im Taxi zur Terrorabwehr

Der Hausmeister vom Studentenwohnheim blickt naturgemäß ganz genau durch. "Da kommt nichts Gutes aus dem Mittleren Osten", unkt der Mann im grauen Kittel. "Die sind nur hier, um unseren Kindern Drogen zu verkaufen." War der gesuchte Afghane nicht zum Studieren in Deutschland? "Zur Tarnung!" Schon klar. Das Drehbuch will es allerdings, dass es im neuen Leipzig-TATORT "Schwarzer Afghane" tatsächlich um Rauschgift, Mord und zu Terrorzwecken entwendete Raketen von einer US-Militärbasis geht.

Auf einer Wiese ist ein Afghane durch spontane Selbstentzündung verbrannt. Bild: MDR/Junghans

Das muss man den Sachsen schon lassen: Vor den dicken thematischen Brettern scheuen sie beim MDR nicht zurück. Wenn's dann hakt im Handlungsverlauf, gibt es irgendwo eine Explosion oder Schießerei. Die Hauptkommissare Keppler und Saalfeld sind auch diesmal mit gezogener Dienstwaffe mittendrin. Unterhaltsam ist das mitunter. Wirklich sinnvoll eher selten.

Das Schönste am Film von Holger Jancke (Buch) und Thomas Jahn (Regie): Kepplers sommerfrisches Outfit aus Schieberkappe und beigefarbenem Leinenanzug. Die Laune hellt dem mürrischen Polizisten allerdings nicht auf - zumal er eingangs in den Cargo-Container eines Spediteurs von Hilfsgütern für Afghanistan gesperrt wird.

Der afghanische Student nimmt eine Videobotschaft auf. Bild: MDR/Junghans

Nebendran, auf dem Gelände eines deutsch-afghanischen Freundschaftsvereins, wurde ein verheerender Brand gelegt. Ein afghanischer Student der Hochfrequenzphysik ist dabei zu Tode gekommen, ein anderer wird der Tat verdächtigt und vermisst. Bei ihren Befragungen zwischen Campus und Cargo-Halle erfahren Keppler und Wuttke manches Wissenwerte: Der Afghane konsumiert Rauschmittel wie unsereins das geliebte Bier. Und was die Bundeswehr an Hilfsgütern in die Krisenregion schafft, ist nur ein Almosen angesichts der vielen kriegerischen Kollateralschäden im Land.

Dass auf dem Gelände des Transportunternehmers Müller Unmengen an Haschisch im Phosphorfeuer verbrannt sind, ist schlussendlich nicht mehr als eine Randnotiz. Denn eine weitere entwendete Phosphorrakete ist offenbar für einen Terroranschlang vorgesehen. Das wird spätestens klar, als sich ein imposanter Fahnder des MAD zu erkennen gibt, der aber im entscheidenden Moment dilettantisch zu Werke geht.

Hauptkommissar Andreas Keppler ist dem Attentäter im Flughafengebäude ganz nah auf den Fersen. Bild: MDR/Junghans

Es hilft also nichts, die Mordermittler müssen am Ende höchst selbst das Schlimmste verhindern. Als Keppler den drohenden Anschlag auf eine Bundeswehrmaschine stoppen soll, rät Saalfeld "Nimmste 'n Taxi?" - den Dienstwagen braucht sie gerade selbst. Es ist eine lästige Unart beim MDR-TATORT, dass ein über weite Strecken überzeugend erzählter Fall in ein lachhaft absurdes Action-Finale mündet. Würden die Leipziger nicht immer so bierernst dreinschauen, könnte man es diesmal glatt für köstlichen Humor halten.

Martin Wuttke, dem man wie immer gerne zuschaut, hat sich unterdessen von seinem im vergangenen Herbst erlittenen Wadenbeinbruch erholt. Die unterbrochenen Dreharbeiten zum nächsten Fall mit dem Arbeitstitel "Die Wahrheit stirbt zuerst" wurden unlängst wieder aufgenommen. Es geht um den Mord an einem siebenjährigen Mädchen. Katja Rieman spielt eine BKA-Beamtin, die zugleich Kepplers Ex-Freundin ist.

Jens Szameit - Teleschau Mediendienst
 


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