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Heute ist der: 19.11.2018. --> Bis heute wurden 1085 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Produktionskosten

"Eintreten teurer als Anklopfen"

Kurz nach Bekanntgabe der Besetzung des neuen Hamburg-TATORT mit Til Schweiger machte das Gerücht, der Norddeutsche Rundfunk (NDR) wolle den teuersten TATORT ?aller Zeiten? produzieren, die Runde. Das Gerücht hielt sich hartnäckig, doch der NDR zeigt sich weiterhin zugeknöpft und will nichts sagen, zwischen dem Team sei "Stillschweigen" vereinbart worden. Trotzdem bemühen sich die Macher um eine differenzierte Darstellung und schließlich geistert auch eine Produktionssumme durch die Medien - eine recht realistische Summe.

Til Schweiger heizte die Diskussionen um seinen ersten TATORT auf vielfältige Weise an. Bild: NDR

Das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von etwas mehr als den 1,6 Mio. Euro Gesamtkosten. Damit bewegen sich die Kosten auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau ? die Kosten für einen ?regulären? TATORT belaufen sich auf etwa 1,3 Mio. Euro.

Noch vor Drehstart im Herbst 2012 kursierten Gerüchte über horrende Summen für diese TATORT-Produktion. Die ?BILD? sprach von 2 Mio. Kosten und berief sich dabei auf niemanden geringeren als den Hauptdarsteller Schweiger selbst. Der dementierte kürzlich wieder: ?Alles Mumpitz?! Doch hartnäckig hält sich das Gerücht, der NDR habe den teuersten TATORT seit Bestehen der Krimireihe produzieren wollen. 

Hype und Hybris

NDR-Fernsehspielchef Christian Granderath selbst stellte erst kürzlich noch mal im Magazin "Blickpunkt:Film" klar, dass der NDR bisher ?nie vom besten, teuersten oder erfolgreichsten TATORT gesprochen,? hätte. Der Hype und die Hybris seien weitgehend von den Medien kreiert worden. Über das Budget sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Granderath. Produzent Friedrich Wildfeuer attestiert immerhin, dass es ?etwas mehr? gewesen sei ? ?aber eben nicht so viel, wie man glaubt.? 

Christian Granderath ist der NDR-Fernsehfilmchef und hat Schweigers ersten TATORT aus der Taufe gehoben. Bild: NDR

Doch selbst wenn die Gesamtkosten von 1,6 Mio Euro zutreffend sind, rangiert Schweigers Erstling in jedem Fall unter den teuersten TATORTen überhaupt. Denn kaum ein ARD-Sender schert derart massiv aus dem herkömmlichen Budgetgefüge aus, wollen doch die ARD-Filmchefs stets möglichst viele Filme produzieren  - und verhalten sich entsprechend knauserig. Einzig die Mitte der 80er Jahre produzierten Kino-TATORTe mit Horst Schimanski haben bekanntermaßen das Budget massiv gesprengt und dürften zu den teuersten TATORTen gehören.  

Mehr Drehtage für Schweiger

Unstrittig ist, dass der NDR für den ersten Schweiger-TATORT bessere Bedingungen ermöglicht hatte. Durch die Budgeterhöhung sind folglich auch mehr Drehtage möglich. Mittlerweile müssen TATORTe innerhalb von 21 bis 23 Drehtagen produziert sein - je nach Anstalt -, zum immer stärkeren Leidwesen aller Beteiligten, besonders der Hauptdarsteller, die das (als einzige) öffentlich und ungestraft immer wieder artikulieren (können). So auch Til Schweiger, der kurz vor der Premiere seines Films die ARD aufrief, mehr Geld für den TATORT zur Verfügung zu stellen.

Früher hatten die Teams bis zu 6 Wochen Zeit, einen Krimi abzudrehen, es blieb Zeit für viele Proben und Drehvarianten; die Zeitspanne ist über die 40 Jahre kontinuierlich gesenkt worden. In den Sendern ist man sich mittlerweile einig, dass viel weniger nicht mehr gehe. Folglich gehen kleine ARD-Anstalten wie Radio Bremen (RB) oder der Saarländische Rundfunk (SR) dazu über, zwei Filme gleich hintereinander - en bloc - zu drehen, die finanzielle Ersparnis sei "spürbar", sagen Insider.

NDR-Mann Granderath ? früher selbst emsiger Filmproduzent ? sagt dazu alles und nichts, stellt heraus, dass "24 Drehtage natürlich mehr kosten als 22 Drehtage". Und ?selbstverständlich kostet es mehr, eine Tür im Film einzutreten, als anzuklopfen?, so Granderath gegenüber "Blickpunkt:Film".

Das höhere Budget dürfte Regisseur Christian Alvart kaum nervös gemacht haben. Bild: Michael Neumann/ tatort-fundus

"Keine Tür eingetreten!"

Dass Schweiger in seinem ersten TATORT jedoch keine einzige Tür eintrete, darauf legte Regisseur Christian Alvart äußerst größten Wert, als er sich über seinen eigenen Facebook-Kanal über ein angeblich provokantes Interview des SPIEGEL mit Schweiger echauffierte.

Bei Alvart selbst dürfte das etwas höhere TATORT-Budget jedenfalls keine Nervosität ausgelöst haben. Er habe schon Filme mit dem 40-fachen Budget mit Stars wie René Zellweger und Dennis Quaid in Amerika produziert. Es sei für ihn zielführender gewesen, sich freizumachen von all den überfrachteten Erwartungen und den Anfeindungen. 

Francois Werner




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