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Heute ist der: 22.04.2019. --> Bis heute wurden 1103 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Tote Erde

Freeclimber an der Umweltfront

Da ist er wieder, der Spannung liebster Feind, den man so gerne "Thementatort" nennt. Thema diesmal: Industrieabfälle und deren illegale Verklappung. Und das ausgerechnet mitten im sauberen "Ländle". In Stuttgart, wo seit dem März 2008 nun Richy Müller und Felix Klare ein wackeres zwillingshaftes Kommissarspärchen bilden, das so ziemlich alles vergessen lässt, was den seligen Bienzle die Jahrzehnte zuvor ausgezeichnet hat. Urbanität und Industrie statt Handwerk und schwäbischen Kleinbürgermilieu. Hochdeutsch statt Dialekt. Was aber haben die Freeclimber im TATORT "Tote Erde" am Cannstatter Brückenpfeiler mit einem veritablen Umweltskandal zu tun? Und was sollen die Schüsse mit dem Luftgewehr auf einen der ihren?

Bootz und Lannert untersuchen das Büro des Toten. Bild: SWR/Stephanie Schweigert
Staatsanwältin Henrike Habermas ist verliebt bis über beide Ohren. Bild: SWR/Peter A. Schmidt
Mit den illegalen Aktivitäten ihres Freundes wollte die Verfahrenstechnikerin Melli nichts zu tun haben. Bild: SWR/Stephanie Schweigert

Bald schon ist leider klar, was da läuft - zumindesten der Hauptsache nach und im Prinzip: Der Freeclimber, der vom Pfeiler fiel muss ein Umweltschützer gewesen sein - er gehörte der Gruppe der "Ecopirates" an, die gerne Umweltverschmutzer entdeckt und Green-Prace-mäßig mit Plakaten wie "Umweltschwein des Monats" an den Pranger stellt.

Wer nun wirklich die Giftfässer verklappte, um die sich alles dreht, und wenn ja, warum - das ist leider fast irgendwie schnuppe, weil die Handlung dieses Krimis halt gar so klischeehaft dahinmäandert. Um die Sache dann aber doch halbwegs interessant zu machen, lässt sich ausgerechnet die zuständige Staatsanwältin - für diesen einen Fall wegen Krankheit von Natalia Wörner, nicht Carolina Vera verkörpert - aus lauter Liebe mit einem bösewichtigen Unternehmer ein. Fast verschafft sie ihm gar ein Alibi beim Hotel-Schäferstündchen, während dessen der Freeclimber vom Pfeiler geschossen wird.

Andererseits geben die Umweltschützer ihr Bestes, verzweifelt versuchen sie, an eine Probe der verseuchten Erde zu kommen. So wird der spannungslose Fall brav auf- und zurückgerollt, bis endlich alles irgendwie zum Vorschein kommt. Eine Indien und die Umwelt liebende Wahrsagerin (sic!), zugleich Beinahe-Erbin des Verschmutzer-Werks, schiebt sich dabei unangenehmst in den Vordergrund, während die Kommissare sich ihrerseits um ihre Familienhürden kümmern, unter deren Lasten sie immer ein wenig ächtzen.

Mehr Behauptungen als knallharter Stuttgarter Realismus also, viel Zutaten in Weinbergen und Handleser-Ateliers (Regie: Thomas Freundner). Und vor allem das: Carolina Vera, die Hintergründige, fehlt dann diesmal doch mächtig. Zu viel hat man da Natalia Wörner als schwäbelndem Ersatz zwischen den Freund-Feind-Fronten aufgeladen. Fazit: Kann alles nur wieder besser werden.

Wilfried Geldner - Teleschau Mediendienst


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