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Heute ist der: 24.10.2019. --> Bis heute wurden 1119 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Preview von "Hochzeitsnacht"

15 Jahre Bremer TATORT

Am 7. September lud Radio Bremen zur Preview des TATORTs "Hochzeitsnacht" ein - der 26. TATORT mit Sabine Postel ist zugleich der Jubiläums-TATORT, denn der kleine ARD-Sender feiert damit voller Stolz "15 Jahre Bremer TATORT".

Alle waren da und eben auch sehr stolz: Der Intendant Jan Metzger, der Programmdirektor Jan Weyrauch, das ganze Radio Bremen-TATORT-Team und die bremedia-Mitarbeiter feierten anderthalb Jahrzehnte TATORT aus der Freien Hansestadt - und ein wenig auch sich selbst. Selbst der Bürgermeister Jens Böhrnsen schaute bei der Jubiläumsveranstaltung vorbei.

Bürgermeister Börnsen und "seine Ermittler", Bild: Tatort-Fundus/mn

Ein Blick zurück

1997 hatte sich der kleinste Sender der ARD ? nach 24-jähriger Pause ? wieder an der Gemeinschaftsreihe beteiligt und trägt seit 2001 jährlich zwei Filme aus Bremen bei. Damit ist die Hansestadt ? was den zu liefernden Programmteil der ARD betrifft (genau wie der SR) - absolut überrepräsentiert. Der Bremer Anteil am Programm "Das Erste" beträgt genau 0,75 %; dass entspräche in etwa einem TATORT alle vier Jahre.

Die Finanzierung der Bremer Beiträge ist - nachdem die ersten vier Lürsen-Fälle allein bezahlt worden waren - nur durch die Unterstützung des WDR und der DEGETO, die sich alternierend als Co-Produzenten engagieren, auf eine solide Basis gestellt worden, so dass die Produktionszahl auch in Zukunft beibehalten werden kann.

1973, drei Jahre nach dem Start der Reihe TATORT, wurde der erste Bremer Beitrag ausgestrahlt "Ein ganz gewöhnlicher Mord" von Dieter Wedel. Bild: RB

Ein ganz unverständlicher Umgang....

"15 Jahre Bremer TATORT", dieser Titel umfasst ausschließlich die Jahre mit Inga Lürsen. Das Erstlingsstück der Bremer - der leider viel zu wenig beachtete und wertgeschätzte Beitrag von Dieter Wedel Ein ganz gewöhnlicher Mord  von 1973 - fiel so auch während der Jubiläumsveranstaltung fast völlig unter den Tisch.

Unverständlich eigentlich, wie überhaupt der Umgang mit diesem Film, der doch im Jahr 2000 neu abgetastet, gereinigt, aufwändig retouchiert, gesichert und trotzdem bislang seitdem nur ein einziges Mal  wiederholt wurde. Ob das wirklich adäquater Umgang mit dem Programmvermögen des kleinen Senders ist?

RB-Redakteurin Annette Strelow und "ihr Team", Bild: Tatort-Fundus/mn

Neuanfang 1997 mit Sabine Postel

Die Folge Inflagranti beendete die langjährige Pause der Bremer und mit Inga Lürsen konnte eine Figur etabliert werden, die im Laufe der Jahre interessant und vielschichtig geblieben ist. In der TATORT-Redaktion noch von Jutta Boehe-Selle begonnen, wurde sie ab der dritten Folge (Voll ins Herz) von deren Nachfolgerin Annette Strelow weiter entwickelt und gepflegt, als deren Kind Lürsen nun ohne Zweifel bezeichnet werden muss. In der langjährigen, engagierten Redakteurin haben Radio Bremen und auch Sabine Postel eine Zuständige gefunden, die die Kommissarin und ihre Fälle immer zu ihrer eigenen Sache gemacht hat und mit viel Herzblut Figur, Autoren, Regisseure und Schauspieler begleitet.

Camilla Renschke spielt seit 1997 Ingas Tochter Helen Reinders Bild: Tatort-Fundus/mn

Schon die Premierenfolge erregte Aufsehen, zum einen, weil ein kleiner Junge darin seinen Goldhamster "Lehmann" im Klo ertränkte ? zum anderen, weil Inga Lürsens Tochter Helen (Camilla Renschke, damals 17-jährig) barbusig ihren ersten Auftritt hatte. Es gehört zur Besonderheit des Bremer TATORTs, dass es Autoren und Redaktion gelungen ist, die Geschichte von Mutter und Tochter weiter zu erzählen, Helen zu begleiten in ihrer Entwicklung von einer lauten pubertierenden Göre hin zu einer ganz toughen Frau, die inzwischen fest im Leben und im Beruf steht.

Darsteller Oliver Mommsen am Jubiläumsabend für fast jeden Spaß zu haben; ein Clown! Bild: Tatort-Fundus/mn

Stedefreund - "stets Freund"

Nachdem zunächst zweimal Rufus Beck (Kommissar Stefan Stoll), einmal Heikko Deutschmann (Kommissar Henning Kraus) und zweimal Heinrich Schmieder (Kommissar Tobias von Sachsen) als Assistenten mit Lürsen ermittelt hatten, steht seit 2001 (Eine unscheinbare Frau) Oliver Mommsen als Nils Stedefreund an ihrer Seite. Von Annette Strelow und dem Autor Jochen Greve eingeführt, entwickelte sich der Charakter von Stedefreund ("stets Freund") vom zunächst angedachten "Spießer" durch das Spiel von Oliver Mommsen zu einem unkonventionellen, jungenhaften Kollegen, der sich inzwischen mit seiner Chefin zusammengerauft hat.

Szene aus "Kaltes Herz: Karlsen auf Fortbildungslehrgang in Köln, Bild: WDR

Karlsen - ein Insidergag

Schließlich hatte Regisseur Thorsten Näter schon eine Folge vorher in Kalte Wut den Kriminalassistenten Karlsen ins Bremer Team eingeführt. Eine Rolle, die mit dem "Bremen Vier"-Hörfunkredakteur Winfried Hammelmann besetzt wurde. Die Grundüberlegung bei dieser Figur war, dass ein Akteur mitspielen sollte, der ganz erkennbar zu Bremen dazu gehört, wie die "Stadtmusikanten" und der "Roland".

Verständlich, dass dieser Insidergag außerhalb des Sendegebiets von Radio Bremen kaum verstanden wird und deshalb schon manches Mal Anlass zu Diskussionen im TATORT-Forum bot. Aber immerhin ist Karlsen der einzige aus dem Bremer Team, der schon einen Gastauftritt in einem anderen TATORT hatte, bei Ballauf und Schenk in Köln (Kaltes Herz) nämlich.

Postel und Mommsen - auf die nächsten 15 Jahre!? Bild: Tatort-Fundus/mn

Personelle Kontinuität

"15 Jahre ? Inga Lürsen und Helen" ? "11 Jahre - Lürsen, Stedefreund, Helen und Karlsen " - eine bemerkenswerte personelle Kontinuität, die den Bremer Tatort prägt. Die Bereitschaft oder auch die Notwendigkeit an dieser Personenkonstellation etwas zu ändern, war bei der Jubiläumsveranstaltung nicht einmal in feinsten Untertönen zu hören.

Als Sabine Postel - gefragt nach ihren Wünschen ? auf weitere 15 Jahre hoffte, da war ihr natürlich der Applaus der Gäste sicher, ebenso allerdings die vorsichtige Zurückhaltung des Radio Bremen-Intendanten Jan Metzger, der darauf hinwies, dass man da erst mal die Finanzierung sicherstellen müsse ? ein allgegenwärtiges Bremer Thema.

Achim Neubauer - Fotos von Michael Neumann


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