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Heute ist der: 18.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Der traurige König

Leitmayr muss leiden

Die Bayern-Kommissare auf Solotrip: Unlängst verlor Kommissar Batic (Miroslav Nemec) das Gedächtnis und wurde quasi im Alleingang zur tragischen Figur. Jetzt ist Leitmayr (Udo Wachtveitl) an der Reihe und verliert beim finalen Rettungsschuss die Nerven und damit auch fast den Job. Thomas Stiller inszenierte den 61. TATORT der Münchner Kommissare als intensives, aber auch quälerisches Leitmayr-Psychodram. Wachtveitl mit Räuber-Kneissl-Physiognomie im weißen Gegenlicht und großem Close-up, die Farben sind in "Der traurige König" rausgebleicht zum (fast) Film noir.

Als Kriminalhauptkommissar Ivo Batic, sein Kollege Franz Leitmayr und die Auszubildende Julia sich dem brennenden Auto nähern, explodiert es. Bild: BR/Kerstin Stelter

Der Fan der knuffigen Frotzeleien der Münchner Kommissare wird im neuen Fall zurückstecken müssen. Die Lage ist ernst und - für Leitmayr - fast hoffnungslos. Die neue Polizeipraktikantin Julia (Sylta Fee Wegmann) hat die Kommissare in ein einsames Gehöft getrieben, mit ihrem forschen Autotelefonat - ein Auto brennt, eine Leiche drin. Der Mörder wartet schon. Als ihn die Kommissare durchs Fenster sehen, verfolgen sie ihn in dunklen Hallen. Dann will Leitmayr die junge Kollegin retten, vom Täter bedroht. Dreimal feuert er mitten ins Herz des Verfolgten, der auf ihn selbst die Pistole gerichtet hat. Notwehr, vermeintlich.

Als Siggi Aumeister ihn mit der Waffe bedroht, schießt Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr. Bild: BR/Kerstin Stelter

Leitmayr werden vom hauseigenen Eisenfresser-Ermittler Vorwürfe gemacht: Die Pistole des Verbrechers sei ein Replikat, eine Schreckschusspistole, gewesen. Der erfahrene Leitmayr hätte es erkennen müssen. Und dann hatte ja Batic, der Gute, auch noch behauptet, Leitmayr habe wegen Zahnschmerzen Schmerzmittel genommen - es könnte der Anlass für Leitmayrs Verstandestrübung gewesen sein. Immer wieder wird sich Leitmayr im Laufe dieses Polizeifilms Vorwürfe machen. Er wird Gespenster sehen und kaum schlafen können. Der Kaffee im Polizeirevier wird ihm vor seinem geistigen Auge zu Blut gerinnen. Und spuckt er nicht sogar Blut mitsamt einem goldenen Projektil, oder doch nur den herausgebrochenen Zahn?

Ermittler Maus übernimmt die interne Ermittlung gegen Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr. Bild: BR/Kerstin Stelter

Warum hat der Täter auf mich gezielt? - Das ist Leitmayrs sehr bedeutungsvoll gestellte Frage. Sie wird sich am Ende des Films, der gleich mehrere Simultanschlüsse hat, dann auch lösen. Dazwischen liegt eine komplizierte Familien- und Metallwarenladen-Geschichte, die letztlich erdrückt wird von Leitmayrs Fangschuss-Leiden. Familienbetrieb in der vierten Generation, konkursbedroht. Ein Familiendrama wird aufgedröselt, das zwei Brüder und ihren Vater entzweite. Sehr konstruiert. Immerhin schafft es der Film (Drehbuch: Magnus Vattrodt und Jobst Christian Oetzmann) am Ende, dass Leitmayr eine erstaunliche Absolution bekommt. Und der Kollege Batic, der mit der Geschichte vom "traurigen König" das schon vorweggenommen hat, darf dem Eisenfresser zuletzt sogar noch die Knarre unter die Nase halten. Gerechtigkeit, was willst du mehr.

Wilfried Geldner - Teleschau Mediendienst


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