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Heute ist der: 22.10.2019. --> Bis heute wurden 1119 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Mauerpark

Eiskaltes Jubiläum

Spannung unter null: winterlicher Jubiläumsfall des Berliner TATORT-Gespanns Ritter und Stark.

Ritter und Stark finden eine Leiche im Berliner Mauerpark. Bild: rbb/Julia von Vietinghoff

Zehn Jahre und 25 gemeinsame Fälle liegen nun schon hinter ihnen. Doch die beiden ungleichen Berliner TATORT-Ermittler Felix Stark und Till Ritter sind noch immer nicht die dicken Buddies wie etwa ihre Currywurst essenden Kollegen aus Köln. Klar, die Chemie stimmt, aber Harmonie kann man nun mal nicht erzwingen. "Wenn wir Deutscher Wetterdienst spielen würden, wäre er ein Hoch und ich ein Tiefdruckgebiet", sagte Aljinovic einmal sehr schön über das besondere Verhältnis der beiden Kommissare. Der Jubiläumsfall Mauerpark passt perfekt zur meteorologischen Metapher: Es ist ein Film, der den Zuschauer nicht nur wegen Mord und Totschlag frösteln lässt, sondern auch dank der eisigen Szenerie - gedreht wurde bei teils zweistelligen Minusgraden. "Grauenhaft", erinnert sich Dominic Raacke an die "härtesten, weil kältesten Dreharbeiten überhaupt". Aber der Einsatz hat sich gelohnt.

Auf einem Schrottplatz im Mauerpark, einer Grünfläche zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, wird die Leiche des Anwalts Simon Herzog gefunden. Schnell wird klar, dass der Mord etwas mit der Vergangenheit des Strafverteidigers zu tun haben muss.

Ina Kilian, Tante des vermissten Jungen. Bild: rbb/Julia von Vietinghoff

Die Ermittler finden Drohbriefe, die von Gregor Müller stammen, einem der Opfer Herzogs. Vor 25 Jahren wurde das Baby einer Berliner Industriellenfamilie entführt, es wurde trotz Lösegeldübergabe nie gefunden - Müller saß dafür jahrelang ein. Komisch nur: Heute arbeitet er als Hausmeister bei Ina Kilian (starker Auftritt als undurchsichtiger schwarzer Engel: Rebecca Immanuel), einer stadtbekannten Charity-Lady - und Tante des damals entführten Jungen. Und die Verwicklungen nehmen kein Ende: Ina Kilian war mit dem toten Anwalt befreundet und engagierte sich mit ihm für die Wiedereingliederung von Kindsmördern und anderen Kapitalverbrechern in die Gesellschaft - was den Hass von diversen Bürgerinitiativen um Angehörige von Gewaltopfern schürt ...

Kriminalassistent Weber recherchiert im Hintergrund. Bild: rbb/Julia von Vietinghoff

Auch wenn die im TATORT unvermeidliche Diskurskeule mit Sätzen der Marke: "Seit wann gelten Menschenrechte auch für Schweine?" wieder mal ein bisschen plump geschwungen wird, die Fährten werden diesmal recht geschickt gelegt. Motive gibt es reihenweise, und es tut sich auch noch eine dritte heiße Spur auf: Sie führt über Nadja, die schöne Geliebte des Anwalts, zu deren undurchsichtigen Kompagnon Vogt: einem unzugänglichen, nach außen wirr erscheinenden Streuner, der aber wohl einiges mehr auf dem Kasten hat, als er vermuten lässt ... Da heißt es zuhören, reindenken, mitraten - aber natürlich ist die Sache für den krimierfahrenen Zuschauer nach etwa der Hälfte der 90 Minuten geritzt.

Was hat Lucas Vogt mit dem Mord zu tun? Bild: rbb/Julia von Vietinghoff

Nicht vom clipartig und dauerdunkel inszenierten Auftakt täuschen lassen: Der etwas hektisch und verwirrend beginnende Krimi (Buch und Regie: Heiko Schier) entwickelt sich bald zu einem ruhig erzählten, eher typischen Berliner Vertreter der TATORT-Reihe: Hier wird noch mit Bedacht und viel Psychologie ermittelt, das Geschehen mit aufreibenden, manchmal kammerspielartigen Dialog- und Verhörszenen vorangetrieben, und man gönnt sich immer auch ein wenig Filmkunst, eine Ästhetik, die die Hauptstadt aus neuen, überraschenden Perspektiven abbildet. Tempo und Action - eher Fehlanzeige. Mag sein, dass dies den nicht ganz so üppigen Produktionsbudgets des RBB geschuldet ist, aber um die Klasse-Schauspieler Raacke und Aljinovic kann man auf diese Weise allemal einen packenden Kriminalplot aufbauen.

Frank Rauscher - Teleschau Mediendienst


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