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Heute ist der: 20.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Tödliche Ermittlungen

Tod einer Polizeischülerin

Tätersuche in den eigenen Reihen - das ist immer eine pikante Sache für Kriminalkommissare. Lena Odenthal hat es diesmal mit ihrer ehemaligen Polizeischule zu tun. 

Bei den Ermittlungen im Mordfall an der Polizeischülerin Bettina Schnell begegnet Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) nach langer Zeit zum ersten Mal wieder ihrem ehemaligen Lehrer Robert Brandstetter (Christian Redl). © SWR/ Andrea Enderlein

Ermittlungen an ihrer alten Polizeischule - für Lena Odenthal bedeutet das nicht nur die heikle Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Die durchtrainierte Dauerläuferin muss auch gegen eine Mauer des Schweigens anrennen. Denn wie man das aus ähnlichen Geschichten kennt, halten die gedrillten Absolventen zusammen wie Pech und Schwefel. Wer die Ludwigshafener TATORT-Fälle verfolgt, weiß aber: Je unbequemer es wird, desto besser die Kommissarin. Tödliche Ermittlungen macht da keine Ausnahme. Wie sie zusammen mit ihrem Kompagnon Kopper nüchtern und angstfrei in der Schlangengrube wühlt, bis sie zum Kern des Verbrechens vordringt, ist spannend und unterhaltsam erzählt. Der eigentliche Fall jedoch, Täter, Motiv und Tathergang, kommt einem trotz hochkarätiger Besetzung konstruiert und seltsam belanglos vor.

Auch wenn der Mann komplett kahl ist: Die Begegnung mit Robert Brandstetter wird für Kommissarin Odenthal zur haarigen Angelegenheit. Brandstetter hat die Musterschülerin Lena einst ausgebildet und protegiert - und jetzt dankt sie ihm das auf absonderliche Weise: mit Ermittlungen in seiner Polizeischule. Der Schulleiter zeigt sich entrüstet, aber natürlich bietet er, ein bisschen scheinheilig, seine Unterstützung an - immerhin wurde eine seiner Schülerinnen ermordet. Und damit nicht genug der Unannehmlichkeiten für Brandstetter: Bei der toten Bettina Schnell handelte es sich ausgerechnet um die Verlobte seines Sohnes Torben, ebenfalls Angehöriger des Polizeischuljahrgangs.

Fitnessstudiobesitzer Malte (Ralph Herforth) ist verdächtig, mit Dopingmitteln zu handeln. Als Lena (Ulrike Folkerts) und Kopper (Andreas Hoppe) ihn verhören wollen, ist ihnen allerdings schon jemand zuvorgekommen ... Darsteller: Andreas Hoppe (Kopper), Ulrike Folkerts (Lena Odenthal), Ralph Herforth (Malte Boller) © SWR/ Andrea Enderlein

Zunächst konzentrieren sich die Ermittlungen auf ein zwielichtiges Sportstudio, gegen das die ehrgeizige Polizistin in spe offenbar auf eigene Faust ermittelte. Womöglich kam Bettina dem Fitnessstudiobesitzer Malte auf die Schliche, der mit seinen etwas unterbelichteten Handlangern einen regen Handel mit Dopingmitteln betreibt. Dass die harten Jungs Bettinas Schwester, die kleine Svenja, massiv unter Druck setzen, macht die Fitnessstudio-Entourage nur verdächtiger. Was könnte Svenja denn schon wissen?

Aber weil auch dem einfältigsten Krimizuschauer längst klar ist, dass diese Tunichtgute keinesfalls zu einem Mord fähig sind, lautet die noch wichtigere Frage: Gab es Polizeischüler, die sich mit Anabolika versorgen ließen, und wie viel wussten die über Bettinas Ermittlungen? So geraten bald auch die angehenden Polizisten - insbesondere Sabine Erler, Heiner Struck sowie auch Torben Brandstetter - in den Fokus der Ermittler. Doch als Lena und Kopper den gesamten Jahrgang verhören wollen, wird die junge Truppe plötzlich zu einem Großeinsatz abkommandiert ...

Kopper (Andreas Hoppe) versucht herauszufinden, ob Polizeischülerin Sabine Erler (Britta Hammelstein) etwas von den eigenmächtigen Ermittlungen ihrer Zimmernachbarin wusste. Darsteller: Britta Hammelstein (Sabine Erler) und Andreas Hoppe (Kopper). © SWR/ Andrea Enderlein

Die entscheidenden Hinweise liefert diesmal die Badische Antwort auf "CSI": Kriminaltechniker Peter Becker packt im breitesten Dialekt die Hightech-Keule aus. Was man heutzutage aus einem einfachen Schuhabdruck alles ableiten kann ... Der rasant fortschreitenden Entwicklung in der Spurensicherung hat dann selbst der hartgesottene Schulleiter nichts entgegenzusetzen.

Beckers Coup ist sympathisch, aber ansonsten ist die erste TATORT-Arbeit von Regisseur Michael Schneider ein Whodunit-Krimi, bei dem es leider bald egal ist, wer denn was genau gemacht hat. Die Story ist rudimentär, und die Figuren sind derart blutarm, dass selbst ein Hochkaräter wie Christian Redl eigentümlich blass bleibt. Dem perfekt eingespielt wirkenden Duo Folkerts-Hoppe schaut man dagegen erneut recht gerne zu, auch weil die beiden wieder das eine oder andere Mal mit augenzwinkerndem Humor zur Sache gehen. Mehr würde man zum Beispiel von der lustigen Politesse mit den langen blonden Haaren sehen, die einem Kerl anstelle eines Strafzettels schon mal ihre Telefonnummer an die Windschutzscheibe klemmt - aber Koppers Wagen rigoros abschleppen lässt ...

Frank Rauscher, Teleschau-Mediendienst


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