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Heute ist der: 16.12.2018. --> Bis heute wurden 1087 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

TATORT: Bluthochzeit

Die Braut in den Bergen

Der neue Bodensee-TATORT verlangt seinen Zuschauern einiges ab.

Beate und Hanno Brünner (Petra Schmidt-Schaller und Peter Kremer) feiern freudig ihre Hochzeit. Am Tag danach soll für die beiden ein neues Leben im Ausland anbrechen. © SWR/ Andreas Riedmiller

Brautenführungen haben durchaus einen Sinn. Die Tische können in der Zwischenzeit fürs Abendessen der Hochzeitsgesellschaft vorbereitet werden. Nach ein, zwei Stunden, wenn die Braut dann ausgelöst ist, kann die Party weitergehen. Wichtig auch: Die Entführer sind Freunde des Paares. Jedenfalls sind sie zur Hochzeit eingeladen. So läuft das gewöhnlich. Wenn die Braut allerdings von einer Horde Jungs verschleppt wird, von denen sie die meisten nie zuvor gesehen hat, wäre Skepsis angebracht. Zumal sie, wie in diesem Fall, nicht in die nächste Kneipe, sondern ans Ende der Welt gebracht wird. Die Angetraute im neuen SWR-TATORT nimmt diesen Umstand jedoch erstaunlich locker. Wird halt das Fest gesprengt. Ist doch egal.

Die Situation auf der Berghütte hat sich zugespitzt. Antonio, Eddi, Beate und Markus (v.l.n.r. Thomas Fränzel, Hannes Wegener, Petra Schmidt-Schaller und Matthias Ziesing) sind mit einer grausamen Tat konfrontiert. © SWR/ Peter Hollenbach

Bluthochzeit, der neue Fall der Bodensee-Ermittlerin Klara Blum, beginnt spektakulär mit einer wilden Schießerei. Ein Motorradfahrer und sein Begleiter entziehen sich einer Verkehrskontrolle. Die Polizei rast mit Blaulicht hinterher. Die beiden verschanzen sich in einem Lagerhaus, das Feuer wird eröffnet. Schließlich will einer aufgeben. Ein Problem, das der andere auf seine Art löst: Er erschießt seinen Kollegen und ergreift die Flucht. 

Bei den Recherchen stellen Klara Blum und ihr diesmal 90 Minuten lang völlig unterforderter Partner Kai Perlmann fest, dass das Opfer Wolfram Seebeck erst kurz vorher aus dem Gefängnis getürmt war. Zwei Wochen, bevor er ohnehin auf freien Fuß gelassen worden wäre. "Verbrecher sind halt doof", urteilt der Sicherheitsbeamte allen Ernstes. Aber: Seebeck wollte ganz offensichtlich zur am selben Tag stattfindenden Hochzeit von Beate Gellert. Sie war es, die er vor viereinhalb Jahren entführt hatte, um ein Lösegeld zu erpressen. Nun wird Beate am Tage ihrer Eheschließung von ihrer Vergangenheit eingeholt. Denn Seebecks Mörder ist flüchtig und will sich offensichtlich in die Hochzeitsgesellschaft einschleichen, um sich an der Brautentführung zu beteiligen. Doch was will er von der jungen Frau?

Bei einer Verkehrskontrolle wurden die Beamten in eine Schießerei verwickelt. Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) wollen Verkehrspolizistin Anne Diener helfen, ihren verletzten Kollegen zu bergen. © SWR/ Stephanie Schweigert

Klara Blum klärt Beates Ehemann Hanno auf und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach vier Brautentführern, von denen einer der mörder ist. Fortan darf das Publikum, ganz im Stile eines 90er-Jahre-Hollywood-Thrillers, mitraten, wer denn nun der Schurke ist. Verdächtig verhalten sich selbstverständlich alle. Auch Hannos Sohn aus erster Ehe, Antonio, der mal was hatte mit der Braut, ehe si ihm von seinem eigenen Vater ausgespannt wurde. Er ist auch der Einzige der Entführer, den die Braut überhaupt kennt. Die anderen? Irgendwelche Kerle. Entführt wird gleich mal die ganze Hochzeitsnacht über. Schon sehr eigenartig.

Der Film spielt fortan nahezu ausschließlich in den Bergen rund um den See. Handyortung geht natürlich nicht. Die Telefone werden reihenweise zerstört. Hanno und Klara Blum ackern sich durch Wald und Wiesen, wobei die Kommissarin der Wahrheit auf den Grund zu gehen versucht. Was ist damals bei der Entführung wirklich geschehen?

Bluthochzeit will eher Suspense-Thriller als Krimi sein und entwickelt dabei ein ziemlich unglaubwürdiges Szenario mit noch unglaubwürdigeren Figuren. Alle, wirklich alle, verhalten sich in diesem Film anders, als man es wohl in der Realität täte, sodass ein zwar stellenweise spannendes, aber eben einem TATORT nicht wirklich angemessenes Szenario entsteht, das den sich permanent wundernden Zuschauer weit außen vorlässt.

Kai-Oliver Derks, Teleschau-Mediendienst


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