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Heute ist der: 21.10.2019. --> Bis heute wurden 1119 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

TATORT: Operation Hiob

Von kleinen Beamten und großen Verbrechen

Das organisierte Verbrechen beschäftigt den Wiener Sonderermittler Eisner viel mehr als ihm lieb ist. 

Alltag in der Sonderkommission: Hauptkommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, Mitte) zusammen mit dem Leiter der "Operation Hiob", Herbert Czermak (Nicholas Ofczarek, rechts) beim Übersetzen der slowakischen Mafia-Texte. rbb / ORF / Satel Film / Hubert Mican

Bevor Harald Krassnitzer wieder als "Winzerkönig" (ab 12. Juli montags, 20.15 Uhr, ARD) für Sommerlaune sorgt, sind erst mal wieder seine Qualitäten als TATORT-Ermittler gefragt. Und der neue Fall des Ösi-Kriminalers steht im krass diametralen Verhältnis zur heilen Welt des burgenländischen Weinliebhabers: Die "Operation Hiob" konfrontiert Krassnitzer als Wiener Sonderermittler Eisner mit den Niederungen der organisierten Kriminalität. Eine Welt mit verfeindeten osteuropäischen Syndikaten, verdeckten Ermittlern, Drogen und kompromissloser Gewalt - das hat man zuletzt auch in Dominik Grafs Sensationsserie "Im Angesicht des Verbrechens" gesehen. Doch Regisseur Nikolaus Leytner, der ein Drehbuch von Max Gruber verfilmte, wählte einen anderen Ansatz.

Keine Superbullen, keine Luxushuren, keine Edelmafiosi, und selbst die tristen Großstadtstraßen sind hier porschefrei - bei der Wiener Verbrecherhatz geht's allseits deutlich gewöhnlicher zu als in Grafs High-End-getunter Berlin-Szenerie. Was nicht heißen soll, dass dieser Krimi nicht auch äußerst sehenswert ist. Durchaus große Kunst, wie hier das internationale Verbrechen als Hauptgang mit viel Wiener Schmäh und auch einem Schuss Melancholie gewürzt wird. Dass Eisner wieder einmal privat in den Fall involviert ist und seine Tochter Claudia zwischen die Fronten zu geraten droht, wirkt allerdings ein bisschen plump.

Kurz vor der Pensionierung: Eisners Kollege Inspektor Weiler (Heribert Sasse) beobachtet die mühsame Suche der Kollegen. rbb / ORF / Satel Film / Petro Domenigg

Der Tod kommt mit dem Müllauto: Als städtische Entsorger getarnt, richten unbekannte Täter auf dem Gelände einer Handelsfirma für "weiße Ware" - Kühlschränke, Spülautomaten, Waschmaschinen - ein Blutbad an. Schon klar, dass dort nicht nur Elektrogeräte vertrieben wurden, sondern auch Heroin: Das mafiöse Unternehmen ist seit geraumer Zeit im Visier der BKA-Drogenfahndung, die auch einen Undercover-Mann eingeschleust hat. Offenbar handelt es sich bei dem Überfall um das brutal statuierte Exempel eines verfeindeten Konkurrenzsyndikats.

Der kühne Geheimplan des BKA: Eisner soll die Täter ermitteln und dabei auch den verdeckt arbeitenden Kollegen mit Informationen versorgen, um dessen Position bei Mafiaboss Ziu (Kasem Hoxha) zu stärken. Doch wie so oft in solchen Plots, ist das organisierte Verbrechen schlauer und brutaler als erwartet - und der Polizei immer einen Schritt voraus. Bald schon bandelt Eisners Tochter mit einem jungen Studenten an, der nicht der sympathische junge Mann vom Balkan sein könnte, für den er sich ausgibt ...

"Operation Hiob" ist stringent inszeniert, die Geschichte kommt flott voran und bleibt spannend bis zum actionreichen Show-down in der Hafen-Industriekulisse von Bratislava. Doch es bleibt, wie so oft bei den Eisner-TATORTen, Raum für die leiseren Zwischentöne, die das eigentlich Schöne an diesem Krimi sind. Da geht es diesmal viel um Kollegialität, Freundschaft und um den Umgang mit dem Alter: Eisners Kollege, der Inspektor Bernhard Weiler, steht unmittelbar vor der Pensionierung. Nach 41 Dienstjahren kann man doch nicht so einfach von heute auf morgen raus sein, aus dem Spiel. Doch. Kann man. Aber Weiler darf allen zeigen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Das große Verbrechen und die kleine Beamtenwelt sind manchmal ganz schön nah beieinander.

Frank Rauscher, Teleschau-Mediendienst


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