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Heute ist der: 13.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Tod auf dem Rhein

Familientragödie im Rennfahrermilieu

Für Daniel Hanke steht fest, dass die Rennfahrerin Gabi Stein Schuld am Unfalltod seiner Mutter trägt. Seit dem Tod der Rennfahrerin hat auch Konrad Hanke, der Ehemann der Toten, dem Rennsport entsagt. Als Ingenieur hatte er für seine Fahrer ein Programm entwickelt, das die Siegeschancen enorm vergrößerte.

Daniel Hanke (Jeremias Koschorz,l.) hat seinen Vater durch den Mord verloren - und wird für Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) zum Hauptverdächtigen. © SWR/ Jacqueline Krause-Burberg

Obwohl Hanke die Werft seiner Schwägerin übernommen hat und ihr und Daniel versprochen hat, nie wieder ins Renngeschäft zurückzukehren, versuchen Gabi Stein und der Rennstallbesitzer Hamacher den ehemaligen Chefingenieur umzustimmen. Ausgerechnet am Tag nach dieser Begegnung wird Konrad Hankes Leiche am Rheinufer gefunden.

Als auch der Laptop des Opfers gestohlen wird, sind sich Lena Odenthal und Mario Kopper sicher, dass der Mörder an Hankes technischem Wissen über Rennwagen interessiert war und der Täter im Rennfahrer Milieu zu suchen ist. Schließlich entscheidet sich Gabi Stein eine wichtige Aussage zu machen . Doch dazu kommt es nicht mehr und sie bezahlt mit dem Leben.

Zwischen schnellen Autos und schicken Yachten

"Tod auf dem Rhein" ist eine Familientragödie, die sich zwischen dem Rennfahrermilieu und den Problemen eines längst nicht mehr rentablen Familienbetriebs nicht so richtig entscheiden kann. Die Ermittlungen zwischen Werft und Rennstall leiden sichtlich unter dieser dramaturgischen Unentschlossenheit und kommen dabei nicht so richtig in Fahrt. Lena versucht Zugang zu Daniel Hanke zu finden. Sie hat großes Mitgefühl mit dem Jungen, der so kurz nach dem Tod seiner Mutter nun auch den Vater verloren hat. Schnell merkt sie jedoch, dass es in ihm brodelt und Daniel durchaus eine Kurzschlusshandlung zuzutrauen wäre.

Kopper hingegen konzentriert seine Recherchen auf das gestohlene Set-up Programm Konrad Hankes. Hilfe erhofft er sich von Gabi Stein. Als diese ermordet wird, bevor sie eine Aussage machen kann, quälen Kopper schlimme Vorwürfe. Hätte er die Rennfahrerin hartnäckiger befragen müssen? Und ihren Tod somit verhindern können? Lena bleiben derartige Selbstzweifel erspart, da es ihr im Gegensatz zu ihrem Kollegen gelingt, "ihrem" Verdächtigen das Leben zu retten.

Martin Berger (Enno Hesse) ist die Nachwuchshoffnung des Rennstalls Hamacher. © SWR/ Jacqueline Krause-Burberg

 

Die Sensible, die Zurückgewiesene und der Emporkömmling

Ganz besonders uninspiriert ist die lange Reihe der oberflächlich angelegten (Neben-)rollen. Die unerwiderte Liebe der Schwägerin ist ebenso klischeebehaftet wie die schmierige Art des Selfmademans und Rennstallbesitzers Christian Hamacher oder gar die Arroganz des neuen Rennfahrer Favoriten Martin Berger. Und auch die Rolle der Gabi Stein, bildet hier keine Ausnahme, sondern vereint lediglich zwei stereotype Handlungsmuster in sich.

Zum einen gibt es da die sensible Seite der Rennfahrerin, welcher der Tod ihrer ehemaligen Teamkollegin Gabi Stein und ihre - seit dem tragischen Unfall beendete - Affäre mit Konrad Hanke noch immer sehr nahe geht. Theatralischer als mit einer Großaufnahme der "Narben der Vergangenheit", die Gabi auch äußerlich am Hals trägt, hätte man diese emotionalen Aspekte kaum in Szene setzen können. Zum anderen legt Gabi großen Wert darauf, endlich - nach dem Tod der erfolgreichen Teamkollegin - die Nummer eins der Rangfolge im Team zu sein. Zu spüren bekommt dieses Konkurrenzverhalten vor allem der Nachwuchskollege Martin Berger. Der einzige Lichtblick in der Besetzungsliste ist die Figur Daniel Hanke (gespielt von Jeremias Koschorz), der in seiner Wut und Trauer wirklich zu allem fähig zu sein scheint. Doch auch diese Rolle kann sich leider im dramaturgischen Handlungsgewirr und Beziehungsgeflecht nicht so richtig entfalten.

Rennfahrerin Gabi Stein (Susann Uplegger,l.) erzählt Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), dass sie der Werft Konrad Hankes den Reparaturauftrag für das Boot verschafft hat. Aber Hanke gab ihr weiterhin die Schuld am Tod seiner Frau.

Potenzial verschenkt

Wer also einen rasanten Krimi im Rennfahrermilieu erwartet, wird von "Tod auf dem Rhein" definitiv enttäuscht sein. Der spektakuläre Drehort 'Hockenheimring' ist lediglich als Kulisse eines Probetrainings zu sehen und auch im Übrigen ist kein Formel-Eins-Flair zu spüren: von heißen Reifen, Motorenöl und Boxengassen ist wenig zu sehen! Sonst hieße der Krimi ja vielleicht auch "Tod in der Boxengasse" und nicht "Tod auf dem Rhein" und man hätte sich die Geschichte mit der Werft, dem drohenden Bankrott und der Schwägerin,... sparen können!

Eigentlich gar kein so schlechter Gedanke...

Katharina Gamer


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