Zur Startseite tatort-fundus.de
Heute ist der: 21.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Hinter den Kulissen des SEK

Eingesperrt. Er verkrampft, sein Körper zuckt unkontrolliert zusammen. Endlich, eine Zigarette. Er übergibt sich sofort. Ein unkontrollierter Schlag gegen die Lampe, die zerbricht. Seine Hand blutet. Zitternd greift er in das Versteck in der Wand und zieht die Waffe hervor. Er steckt sie sich in den Mund. Eine Schweißperle rinnt über seine Wange...

Bild: SWR/ Krause-Burberg

So etwas zu spielen, ist Fest und Chance für jeden Schauspieler. Mirco Kreibich, Jahrgang 1983, packt die Gelegenheit beim Schopf. Sein intensives, aber nicht überzogenes Spiel ist sicher das Spannendste an dem neuen SWR-TATORT Tödlicher Einsatz  mit Lena Odenthal und einem diesmal leider ziemlich unterforderten Mario Kopper.

Ein paar Auftritte im Fernsehen hatte der ehemalige Ernst-Busch-Schauspielschüler Kreibich schon. Doch dies ist seine erste Hauptrolle. Er spielt den drogenabhängigen Florian Weigold, der neuen Stoff braucht und daher eine Tankstelle überfällt. Das SEK unter der Leitung von Thomas Renner übernimmt seine Festnahme, nachdem die Polizei einen Tipp erhalten hat.

Bild: SWR/Krause-Burberg

Es kommt in der Lagerhalle zu einem kurzen Schusswechsel. Der SEK-Beamte Andreas Ziegler wird tödlich getroffen. Weigold ergreift die Flucht durch den Hinterausgang, den Teammitglied Karsten Engelhard  sichert. Doch Weigold entwischt zunächst, Karsten nimmt die Verfolgung auf. Tatsächlich kann er ihn schließlich stellen. Er blickt dem Täter ins Gesicht - und lässt ihn laufen. Warum? Diese Frage muss sich der junge Karsten auch von SEK-Chef Renner stellen lassen. Der findet deutliche Worte, schließlich ist Karsten sein angehender Schwiegersohn.

Nachdem es bei dem Schusswechsel einen Toten gab, wird die Kriminalpolizei hinzugerufen. Doch Lena Odenthal und Mario Kopper haben es schwer. Das SEK, gestählt von zahllosen brutalen Einsätzen, präsentiert sich als eingeschworener Haufen und verweigert weitgehend eine Kooperation. Drehbuchautor Kai-Uwe Hasenheit erklärt sein Ansinnen: "Ich habe mich gefragt: Wie leben die Männer und ihre Familien mit dieser dauerhaften Belastung? Oder kann man sich an diese alltägliche Gewalt gewöhnen und nach einem Schusswechsel einfach Feierabend machen?"

Bild: SWR/Krause-Burberg

Immer wieder wechselt die Erzählung hin und her zwischen den ermittelnden Beamten und dem flüchtigen Florian Weigold, der Unterschlupf bei seinem Vater gefunden hat und einen kalten Entzug durchmacht. Was ihn auf die schiefe Bahn führte, wird leider nur unzureichend ausformuliert, sodass eine echte Nähe zu diesem Täter, der wohl auch Opfer war, nur schwer entstehen kann. Bleibt seine Rolle auch recht eindimensional, gibt Mirco Kreibich dennoch eine nachhaltige und eindrucksvolle Vorstellung.

An ihm liegt es nicht, dass der Film (Regie: Bodo Fürneisen) nach furiosem Start dann doch etwas langatmig wirkt. Krimierfahrene Zuschauer ahnen leider allzu früh, dass alles anders war, als zunächst gedacht.

Kai-Oliver Derks


BITTE SPENDEN SIE!

Bitte unterstützen Sie das private Hobbyprojekt tatort-fundus.de! Wir freuen uns über jede Unterstützung und Anerkennung. Mit dem Geld werden primär die laufenden Kosten des Server- Betriebs beglichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


TV-TERMINE
Alle anstehenden TV-Wiederholungen finden Sie übersichtlich gelistet

© tatort-fundus 1997 - 2018
Der Tatort-Fundus ist eine Webseite für Tatort-Fans

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung der Texte, BIlder und Daten nur mit Genehmigung des tatort-fundus

Sitemap | Impressum | Disclaimer |  Diskussionsforum RanglisteUnsere Datenschutzerklärung 

Alle inhaltlichen Fragen richten Sie bitte an frage(at)tatort-media.de 
Bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster(at)tatort-media.de
Diese Website nutzt das Content-Management-System TYPO3