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Heute ist der: 10.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Das hat mich herausgefordert"

Autorin Natja Brunckhorst zum TATORT "Oben und Unten"

Es gibt nur eine Stadt in Deutschland, die das hat, dieses starke Gefälle von Oben und Unten, sowohl im architektonischen Sinne, als auch im sozialen: Berlin. Das hat mich herausgefordert.

Ritter (Dominic Raacke) und Daniel (Marlon Kittel, li.) stoßen auf das unterirdische Atelier des Künstlers Gregor (Harald Schrott, re.). © rbb/Julia Terjung

Berlin ist untergraben. Gänge verschiedenster Couleur. Eine Stadt unter der Stadt. Und sie sind mit Mythen belegt: Kellerverbindungen. Alte Brauereien. Spionage-Gänge. Nazibunker. Rohrpostanlagen. Was ist unter dem Flughafen Tempelhof? Und es gibt Menschen, die sich regelmäßig treffen, um abzutauchen, hinunter in diese ganz andere Welt.

Auf der anderen Seite hat der Reichtum wieder Einzug gehalten in Berlin. Architektur, Hochhäuser, Verschwendung. Lofts für Menschen, die einen Hubschrauberlandeplatz brauchen. Gleichzeitig aber immer mehr Gestalten, die die Mülleimer nach Brauchbarem durchforsten, die ihre Tüten mit sich schleppen. Spätestens seit dem Dosenpfand. Trittin hat sich wahrscheinlich auch nicht vorgestellt, dass er mit dem Dosenpfand eine neue Welle von Müllsuchern animieren würde. Aber in Berlin zählt manchmal jeder Cent.

Und dann ist da noch meine ganz private Faszination für die Berliner U-Bahn. Diese Faszination hatte ich schon vor dem Film ?Christiane F?., wo sie ja auch eine große Rolle gespielt hat. Die U-Bahn war schon als Kind mein Weg in die Freiheit. Hier konnte ich in die Stadt fahren, aussteigen, wo ich wollte und weg kommen von meiner nicht sehr funktionalen Familie. Schon bald konnte ich das gesamte Streckennetz auswendig. Ich habe es geliebt auf die Linien zu starren, die für mich eine schöne, bunte Klarheit verhießen. Und oft bin ich gefahren, nur um zu fahren. Ohne Ziel. Mit dem gleich bleibenden Rhythmus der sich schließenden und wieder öffnenden Türen. Mit den Menschen, die kommen und gehen wie Ebbe und Flut.

Diese Liebe, diese Faszination habe ich nie mehr verloren. Die Mischung aus altem Streckennetz und neuen Wagen. Die Ansammlung verschiedenster Menschen, das hält mich auch noch heute gebannt am Sitz, wenn ich durch den Untergrund fahre. Das gibt es so nur in Berlin. 

Natja Brunckhorst
RBB-Pressemappe



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