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Heute ist der: 18.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

?Diese Ausreißer gehören für ihn zum Alltag ... ?

Gespräch mit Peter Jordan

Bild: NDR/ George Pauly

Cenk Batus Vorgesetzter Uwe Kohnau setzt ihn diesmal auf das SEK an. Der Fall entfaltet schnell eine ungeahnte Eigendynamik. Wo liegen für Sie die Qualitäten dieser Geschichte?

Krimiformate, und damit auch TATORTe, müssen in meinen Augen nicht unbedingt immer realistisch sein, denn ich glaube, die Leute möchten im Fernsehen eher das sehen, was sie selbst nicht können oder was sie selbst nicht erleben. In dieser Geschichte wird alles hoch angesetzt, es kommen SEK und ein Undercover- Ermittler und eine Bombe ins Spiel; dadurch entwickelt sich eine umso größere Spannung für den Countdown. Das gefällt mir, und Spannung ist ja bei einem Krimiformat erst einmal ein wichtiger Punkt.

Kohnau versucht zu verhindern, dass Batu plötzlich einen Weg einschlägt, der den ursprünglichen Plan und auch sein Leben gefährden könnte. Doch es gelingt ihm nicht. Für einen sogenannten ?VE-Führer? wie Uwe Kohnau ? also für einen, der sich um den Einsatz eines Verdeckten Ermittlers kümmert ? ein Alptraum?!

Bild: NDR/ George Pauly

Ja, auf jeden Fall. Diese Ausreißer gehören für ihn allerdings zum Alltag, denn das ist in unserem Konzept so angelegt. Eigentlich muss Bartu oftmals andere als die verabredeten Wege gehen; so ist er Kohnau häufig eine Nasenlänge voraus und bringt sich damit in Gefahr. Das sorgt auch immer für Zoff zwischen den beiden.

Dieser Film ist sehr temporeich. Die Akteure rennen im wahrsten Sinne des Wortes gegen die Zeit an. Uwe Kohnau hält sich durch Rudern fit. Steckt auch der Darsteller Peter Jordan so etwas konditionell einfach weg?

Ja! Ich arbeite schon seit langem für die Bühne, und die Bühnenarbeit erfordert häufig mehr körperlichen Einsatz als die Filmarbeit. Was im fertigen Film manchmal sehr anstrengend aussieht, ist es beim Dreh gar nicht gewesen, weil man nur ein paar Meter läuft und dann ein Stuntman einspringt. Auf der Bühne geht das nicht, deshalb bin ich konditionell durchaus belastbar. Und was das Rudern angeht ? ich halte mich zwar durch andere Sportarten fit, doch ich könnte es mir durchaus auch privat für mich vorstellen.

Bild: NDR/ George Pauly

Diesmal erleben wir einen ungewöhnlich forschen Auftritt des sonst eher vorsichtigen VE-Führers: Er tritt ? ohne erkennbare Notwendigkeit ? eine Tür ein. Ist es die große nervliche Anspannung, die sich da entlädt?

Nee, das ist eher der Impuls: Ich will auch mal! (lacht). Kohnau verspürt schon eine Sehnsucht danach, das auch mal tun zu können, was Cenk Batu sich dauernd herausnimmt. Er kann es nur normalerweise nicht, oder vielmehr: Es ist nicht seine Aufgabe. Ich glaube, er will Cenk in dieser Szene zeigen: Wenn ich wollte, könnte ich das auch, was du machst, so toll ist das nicht!

Er will klarstellen, dass er durchaus kein Laschi oder Loser ist? Ja, in der Situation auf jeden Fall. Aber das ist schon eher die Ausnahme?!

Ja, das ist absolut eine Ausnahme; so etwas macht er sonst nicht. Das kann man auch an der verwunderten Reaktion von Cenk Batu ablesen. Ein guter VE-Führer zeichnet sich grundsätzlich dadurch aus, dass man nicht genau sagen kann, was für ein Typ er eigentlich ist; dass er im Prinzip alles sein könnte: Postbote, Sparkassenangestellter, Arzt ? vollkommen egal.

Bild: NDR/ George Pauly

Die Wortwechsel zwischen Kohnau und Batu haben trotz des ständigen Zeitdrucks immer auch einen gewissen Humor. Improvisieren Sie das, oder wird immer alles genau inszeniert?

Das wird improvisiert. Einige Pointen stehen im Buch, aber das meiste erarbeiten wir selbst. Diesen Humor braucht man, weil Batu und Kohnau vor allem Informationen untereinander austauschen. Damit das nicht so trocken rüberkommt, lockern wir die kurzen Begegnungen gern ein bisschen auf.

Wie erleben Sie generell die Zusammenarbeit mit Mehmet Kurtulus? Sie bilden ja jetzt für längere Zeit ein festes Team ...

Wir sehen uns gar nicht so oft. Wir haben pro Film vielleicht sechs oder sieben gemeinsame Drehtage, und das funktioniert sehr gut; eine schöne Zusammenarbeit. Mehmet ist ein absoluter Profi. Wir haben uns damals im Produktionsbüro überhaupt erst kennen gelernt. Vorher hatten wir uns höchstens einmal kurz unterhalten, aber trotzdem kamen wir beide da rein, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen. Und so fühlt es sich auch an. Wir sind schon sehr gut aufeinander eingespielt.

Bild: NDR/ George Pauly

Wo lag bei diesem Film die größte Herausforderung für Sie?

Da die Grundsituation sich vom ersten Film zum zweiten nicht sonderlich verändert hat, war für mich die größte Herausforderung bei diesem Projekt, das Rudern zu lernen. Das konnte ich nämlich nicht, und ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist. Rudern ist technisch sehr anspruchsvoll. Ich musste eine ganze Weile üben, bis ich nicht mehr so gewackelt habe. Denn es sollte ja einigermaßen souverän aussehen. So ein Ruderboot ist sehr klein und sehr wackelig. Und beim Rudern kann man ja nichts kaschieren oder präparieren, wie beim Türen-Eintreten zum Beispiel (grinst). 

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