Zur Startseite tatort-fundus.de
Heute ist der: 24.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Die Fälle sind längst nicht mehr so prickelnd wie einst"

Am 15. Mai 2008 schreibt Ingrid Wielens in der Münsterschen Zeitung über  viele kleine Geschichten, die diesen Tatort viel zu komplex gestalten:

Es sind die vielen kleinen Geschichten, die diesen Tatort unter der Regie von Manfred Stelzer viel zu komplex gestalten. Die holperige Handlung zwingt den Zuschauer immer wieder, den roten Faden mühsam aufzunehmen. Der Spannungsbogen bleibt flach. Auch die beiden Hauptakteure, deren Verschrobenheit den Münster-Tatort ausmacht, liefern sich nur mäßig heitere Wortgefechte. Dem ewig mürrischen Thiel und dem arroganten Boerne fällt nichts Neues ein.

In dieser Folge beleben nur wenige Akteure das Geschehen: die Mantra murmelnde Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann), die sich das Rauchen abgewöhnen will, Asha mit ihren ?erleuchtenden Weisheiten? und eine perfekt in Szene gesetzte, chaotische Dogge.

Kurt Sagatz schreibt im Tagesspiegel am 18. Mai 2008 über das Zusammenspiel von Thiel und Boerne:

So typisch das alles für einen ?Tatort? aus Münster ist, so wenig war selten von dieser Stadt in der westfälischen Provinz zu sehen. Keine Autofahrt über den Prinzipalmarkt mit Blick auf St. Lamberti, wo einst die Wiedertäufer in Käfigen am Kirchturm hingen. Und auch der St.-Paulus-Dom mit seinen prägnanten mit Grünspan überzogenen Kupferdächern kommt nur ganz kurz ins Bild, aus äußerst ungewöhnlicher Perspektive eines Motorseglers.

Während Boerne und Thiel als Einzelpersonen ihre Besonderheiten immer überzeugender präsentieren können, gelingt es kaum noch, die gegenseitige Widerborstigkeit aufrecht zu halten. In einer Szene redet der Kommissar den Mediziner versehentlich mit ?Du? an und Boerne erkundigt sich verwundert, wann er Thiel diese Anrede gestattet hat. Der Streit in dieser Szene schließt das zwar tatsächlich aus, ansonsten fragt sich der Zuschauer im 13. Münster-?Tatort? schon, wie lange der bärbeißige St.-Pauli-Fan seine demonstrativ zur Schau getragene Antipathie gegen den Society-Snob Boerne noch aufrecht erhalten will ? vor allem, wenn dieser den Streit mit einem Six-Pack Bier beizulegen versucht. Dass dieses ?Tatort?-Duo dennoch funktioniert, liegt an den kriminalistischen Geschichten selbst. Sicherlich wäre dieser Münster-Krimi ohne Originale wie Christine Urspruch, Mechthild Großmann und Claus D. Clausnitzer nur halb so unterhaltsam. Dennoch muss es den Autoren immer wieder gelingen, genügend Spuren zur Aufklärung des Verbrechens zu legen. Typisch Münster daran ist, an welchen Orten die Beweise versteckt werden.

Judith von Sternburg schreibt am 17. Mai 2008 in der Frankfurter Rundschau über Ermüdungserscheinungen am TATORT aus Münster:

So ulkig es ist, wenn eine Alberich genannte Assistentin einen Wotan genannten Hund betreut, so täuscht es doch nicht über Ermüdungserscheinungen im Münsterschen Tatort hinweg. Die Erwartungen sind allerdings hoch, wenn eine der besten Mannschaften antritt (wie steht es eigentlich um den europäischen Vergleich?), die nun mit "Krumme Hunde" ins verflixte siebte Jahr geht. (...)

Dies ist nur eine winzige Auswahl der lustigen Situationen, die Stefan Cantz, Jan Hinter (in ihrem sechsten gemeinsamen Münster-Tatort-Buch) und Manfred Stelzer (Regie) aus der Tasche ziehen und komödiengerecht ins Bild setzen.

TVMovie.de schreibt über einen kurzweilig humorvollen TATORT:

Mit seinem bislang sechsten Münster-?Tatort? sorgt das Autorenteam Stefan Cantz und Jan Hinter mal wieder für 90 kurzweilig-humorvolle Minuten. Situationskomik und Dialogwitz haben mittlerweile nahezu Loriot-Qualität erreicht. Dass den beiden Drehbuchschreibern in diesem Fall die Krimi-Elemente fast abhanden kommen, nimmt man einstweilen noch gern in Kauf.

Frank Kober schreibt in der Märkischen Allgemeinen am 17. Mai 2008 über einen typischen Münsterander TATORT, der längst nicht mehr so ist wie früher:

Typisch Münsteraner ?Tatort?. (...)
Klar, wir amüsieren uns wie Bolle. Doch der ganze Klamauk täuscht kaum darüber hinweg, dass es im Münsteraner ?Tatort?-Getriebe mächtig knirscht. Denn längst sind die Fälle nicht mehr so prickelnd wie einst. Ist die Komik von der Würze zum Hauptgang avanciert und deklariert so die Verbrechen (und Tragödien!) zur Beilage. Nicht lange, und Prahl und Liefers werden von den Autoren und Regisseuren als reine Blödel-Cops verheizt. ?Rush Hour? im Täuferreich?

Prisma-online.de meint "Kumme Hunde" ist sehenswert:

Sehenswert (...)
Allerdings fiel dieser Fall weniger lustig als die zurückliegenden aus, vielmehr steht der Kriminalfall und die Vergangenheit von Professor Boerne im Vordergrund. Interessant ist dies allemal.

Zusammenstellung: Tobias Berger



BITTE SPENDEN SIE!

Bitte unterstützen Sie das private Hobbyprojekt tatort-fundus.de! Wir freuen uns über jede Unterstützung und Anerkennung. Mit dem Geld werden primär die laufenden Kosten des Server- Betriebs beglichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


TV-TERMINE
Alle anstehenden TV-Wiederholungen finden Sie übersichtlich gelistet

© tatort-fundus 1997 - 2018
Der Tatort-Fundus ist eine Webseite für Tatort-Fans

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung der Texte, BIlder und Daten nur mit Genehmigung des tatort-fundus

Sitemap | Impressum | Disclaimer |  Diskussionsforum RanglisteUnsere Datenschutzerklärung 

Alle inhaltlichen Fragen richten Sie bitte an frage(at)tatort-media.de 
Bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster(at)tatort-media.de
Diese Website nutzt das Content-Management-System TYPO3