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Heute ist der: 24.10.2019. --> Bis heute wurden 1119 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Ein TATORT der Sonderklasse"

Frank Kober meint am 26. April 2008 in der Märkischen Allgemeinen Zeitung, dass der Realismus im neuen BR-TATORT einfach auf der Strecke bleibt:

Kein Wunder, dass Regisseur Michael Gutmann die Helden von einst (u.a. Christoph Bach, Thomas Unger) auch in die Farbtöne von einst taucht. Und er ließ auch reichlich Kulissen bauen und Oldtimer auffahren, um seiner Geschichte den nötigen Sixties-Look zu verpassen. Doch sein Krimi bleibt hinter den feschen Bildern leider etwas zurück. Nicht, weil es ihm an Spannung mangelt oder an starken Charakteren. Dazu ist auch die Story von Alexander Adolph (Buch) mit ihren tragischen Verstrickungen vom Gestern ins Heute viel zu fein gesponnen. Nein, es ist das Schneckentempo dieser Bilder und die dreiste Art, uns Zuschauer von offensichtlichen Fährten abzubringen, die den Film unnötig bremsen. Der Realismus bleibt da einfach auf der Strecke. Und damit die Glaubwürdigkeit des ganzen Falls.

Pappmaché und Pappkameraden. Bunt und in Schwarz-Weiß. Am Ende sind wir weder vor unfreiwilliger Komik noch vor einer Geisterstunde als ?Tatort?-Premiere sicher. Dann nämlich, wenn sich ?Gina? und ihr Geliebter nach 40 Jahren doch noch finden ? im Himmel.

Kai-Oliver Derks von der teleschau ist der Meinung, dass "Der oide Depp" sicher zu den besten TATORTen der vergangenen Monate gehört: 

Viele der Macher hinter den Kulissen, ob nun Regisseure, Autoren oder andere, genießen ihre Arbeit für die ARD-Krimireihe, bietet sie doch die Möglichkeit, im Gewand des Krimigenres innovativ zu sein, eine Spur mutiger als anderswo. Nicht immer glücken diese Unternehmungen, doch in diesem Fall führen inhaltliche und stilistische Experimente zu einem herausragenden Ergebnis. Der "Tatort: Der oide Depp" (der 75. des Bayerischen Rundfunks) gehört sicher zu den besten der vergangenen Monate, wenn nicht Jahre.

In der taz schreibt Christian Buss am 26. April 2008 über ein Krimidrama mit doppeltem Boden:

In formvollendeten schwarz-weißen Rückblenden erzählt Regisseur Michael Gutmann (der sich vor allem mit seinen Skripts zu Hans-Christian Schmids "Lichter" und "23" einen Namen gemacht hat) aus der "guten alten Zeit", als das horizontale Gewerbe in München noch ohne eindeutige Leuchtreklame auskommen musste - und trotzdem brummte. Damals klang ein Wort wie "Eros-Center" wie das Versprechen aus einer sexuell befreiten und ökonomisch noch viel einträglicheren Zukunft. Die Gesetze wurden tatsächlich lockerer, die Geschäfte mit der Lust mussten nicht mehr im Verborgenen abgewickelt werden. Bald waren Unternehmertypen und Rotlichtvisionäre wie Esslinger, der der bayerischen Metropole schließlich in den Siebzigern ihre ersten Laufhäuser und Wichskabinen schenkte. Im Film wird einmal ehrfürchtig geraunt: "Der Mann ist ein Stück Puffgeschichte."

Milieubesichtigung, Mentalitätsgeschichte, Melodram: Mit dem Drehbuch von Alexander Adolph ("Kleine Schwester") gelingt es, das Täterrätsel mit seinem putzigen Retro-Chic und all den pittoresken Funkstreifenwagen Marke BMW 501 in ein Krimidrama mit doppeltem Boden zu verwandeln - und dabei auch noch einige bissige Reflexionen zum bajuwarischen Landeshauptstädtchen einzuflechten

Tilmann P. Gangloff schreibt im Kölner Stadt-Anzeiger am 25. April 2008 über einen TATORT der vor allem aus stilistischen Gründen außergewöhnlich ist:

Die Idee ist genial und brillant umgesetzt, aber auch mutig. Wenn die Wurzeln einer Geschichte in den Sechzigern liegen und man auf zeitgenössisches Material zurückgreifen kann, dann könnte man die Szenen aus der Vergangenheit doch ebenfalls in Schwarzweiß drehen.

Vermutlich ist so etwas in der Tat nur noch im Rahmen der ARD-Sonntagskrimis möglich. Meist erregen sie Aufmerksamkeit, weil sie heiße Eisen anpacken; dieser Münchener ?Tatort? ist vor allem aus stilistischen Gründen außergewöhnlich. Von nicht minder eindrucksvoller Qualität sind allerdings auch Dialoge, Inszenierung, Darsteller und Ausstattung. Alles zusammen ergibt ein Gesamtkunstwerk, das schon mit den ersten Bildern die Neugier weckt, wenn ein Polizei-BMW 501 durch München braust und neugedrehte Szenen mit Ausschnitten aus dem BR-Klassiker ?Funkstreife Isar 12? kombiniert werden.

Eberhard Grosse ist am 26. April 2008 in der Bönnigheimer Zeitung begeistert vom neuen TATORT: 

Ein "Tatort" der Sonderklasse, nicht zuletzt wegen Hube und auch Nicholas Ofczarek, der schön fies den jungen Halbweltkönig in den Schwarzweiß-Sequenzen spielt.

Zusammenstellung: Tobias Berger



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