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Hintergrund zum Film

Geschichten aus der guten alten Zeit...

Von Alexander Adolph (Buch)

In den 1960ern hat München noch geleuchtet, weil der Strom billig gewesen ist und kaum einer gedacht hat, dass es einmal eine Energiekrise geben wird. Womöglich ist die "Schwanthaler" damals die hellste Straße Europas gewesen.

 
Schöne, dunkelgrüne BMWs sind auf und ab gefahren, darauf stand POLIZEI geschrieben, und die Männer in den Autos nannte man die Funkstreife. Viel beliebter sind sie gewesen als die Polizisten heutzutage. Wenn sich jemand ausgesperrt hatte, hat er nicht den Schlüsseldienst geholt, sondern die Funkstreife. Auch manchen Ehekrach sollen die Männer von der Funkstreife geschlichtet haben, weil sie Menschen gewesen sind und keine "Beamten". In manchen Fernsehfilmen von damals kann man sich ein Bild davon machen, wie das gewesen sein muss. Blut spielt darin keine besondere Rolle.

Dabei gibt es Leute, die behaupten, es sei in den 60ern zehnmal blutiger zugegangen als heute. Die erzählen von einem Puff in der Hohenzollernstraße, dem einstigen "Imexhaus" zwischen Hohenzollern- und Kurfürstenplatz, wo der Gehsteig mindestens einmal pro Woche rot gewesen sein soll und die Funkstreife mit dem Schlichten von Streitigkeiten zwischen Zuhältern, Freiern und Nutten gar nicht mehr nachgekommen sein soll.

Leitmayr und Batic statten dem ehemaligen Bordellbesitzer Roy Esslinger einen Besuch ab. Bild: BR/TV60/Julia von Vietinghoff
Das Schwabinger Etablissement ist - wie viele andere Freudenhäuser auch - längst geschlossen und seit Anfang der 1980er Jahre ein unauffälliges Wohn- und Bürohaus. Die Münchner Innenstadt wurde schon viel früher - Anfang der 70er Jahre, damals pünktlich zu den Olympischen Spielen 1972 - "gesäubert" und zum "Sperrbezirk" erklärt. Denn die Rotlichtszene passte da nicht mehr ins schöne Münchner Stadtbild. Die Szene ist abgewandert - entweder an die Peripherie, oder gleich in andere Städte.

Aber in den 60er Jahren war die Hölle los: Von unaufgeklärten Gewalttaten, von unzähligen Vergewaltigungen ist die Rede, die aus Angst vor Schmach nie zur Anzeige gekommen sein sollen (die Rate der angezeigten Fälle ist heute angeblich 20 mal höher als damals). Erzählt werden Geschichten über junge Polizisten, die Freizeitjobs bei einem berüchtigten Unterweltler angenommen haben, der auch noch eine Kampfsportschule betrieb. Dort, heißt es, seien zu gleichen Teilen Polizisten und Zuhälter hingegangen und hätten einträchtig den Unterricht in Karate und Judo genossen, und manche hätten nicht mehr gewusst, zu welcher Seite sie nun genau gehörten...

Der TATORT "Der oide Depp" erzählt von der guten alten Zeit, die bekanntlich lange nicht so gut war wie ihr Ruf. Außerdem erzählt er eine zeitliche Distanz von über vierzig Jahren. Er erzählt sie in Rückblenden, so dass einige seiner Hauptpersonen doppelt auftauchen - einmal als junger und einmal als alter Mensch. Einmal in der Erinnerung, einmal in der Wirklichkeit. Und wenn eine der Personen von damals auch heute noch aussieht wie eine schöne junge Frau - so liegt es daran, dass sie tot ist...

Alexander Adolph (Autor) / BR-Pressemappe


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