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Heute ist der: 19.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Charlotte geht auch mal richtig aus sich heraus"

Interview mit Andrea Sawatzki

Charlotte Sänger und ihr Kollege Martin Petzhold, Bild: HR/Bettina Müller
Frau Sawatzki, der TATORT "Waffenschwestern" ist ja gewissermaßen ein Western mit Frauen als Hauptfiguren. Sie hantieren im Film dementsprechend auch mit reichlich vielen Waffen. Haben Sie sich speziell darauf vorbereitet?

Ja, wir hatten für den Film richtig Schießtraining mit verschiedenen Waffen, mit allem Drum und Dran, Ohrenschützern und Sichtschutz, scharfer Munition und Platzpatronen. Das hat, muss ich zugeben, großen Spaß gemacht! Das war für mich aber Neuland. Bisher hatten wir die Figur der Charlotte Sänger ja eher psychologisch angelegt. Charlotte hegt eigentlich eine große Aversion gegenüber Waffen. Vielleicht auch, weil sie Angst hat, wenn es darauf ankommt, nicht richtig damit umgehen zu können. In "Waffenschwestern" wird Charlotte mit dieser Angst konfrontiert. Und sie muss sich ändern.

Im TATORT "Waffenschwestern" lernt man Charlotte Sänger intimer kennen als je zuvor. Sie zeigt versteckte Sehnsüchte, lässt sich nachts in einer Disko auch mal gehen, kichert wie ein kleines Mädchen. Wie kommt es dazu?

Für mich war wichtig zu zeigen, dass Charlotte auch mal richtig aus sich herausgeht. Sie war ja immer auf der Suche nach Nähe, nach Umgang mit Menschen. Für den hr und für mich war es wichtig, einmal auszuprobieren: Wie reagiert Charlotte, wenn sie die Möglichkeit hat, in ihrer Einsamkeit einmal Freundschaften zu knüpfen, wenn Menschen auf sie zugehen, sie berühren, Menschen, die ihr irgendwie ähnlich sind. Wie reagiert sie? Was tut sie?

Jule Fischer freundet sich mit Charlotte Sänger an, Bild: HR/Bettina Müller
Nina Kronjäger und Sie haben in "Waffenschwestern" eine ungewöhnliche Beziehung zueinander: Sie spielen zwei sehr unterschiedliche Frauen, die insgeheim aber doch Schwestern im Geiste sind. Was verbindet die beiden denn?

Im Leben von Jule Fischer und Charlotte gibt es einige Parallelen: Jule lebt zusammen mit ihrer Mutter, die bettlägrig ist, und genau das hat Charlotte auch durchgemacht. Sie musste ihre Eltern jahrelang pflegen. Außerdem denke ich, Charlotte bewundert die Jule Fischer so, weil sie eine Führerin ist, eine leading person, weil sie die Kraft hat, Menschen zu dirigieren und mit Charme zu etwas zu bewegen, was wichtig für sie ist. Und die Charlotte in ihrer Schüchternheit schafft das ja eigentlich immer nur dann, wenn man sie in die Ecke treibt. Dann entwickelt sie eine große Kraft. Aber sie ist ja eigentlich eher ein schüchterner Mensch.

Ist Jule Fischer vielleicht so etwas wie ein Gegenentwurf von Charlotte Sänger ? eine Art finsteres Spiegelbild, ein Sehnsuchtsbild, wie Charlotte selbst gerne sein würde?

Auf jeden Fall. Die große Faszination für Charlotte an Jule Fischer besteht darin, dass da jemand ist, der ähnliche Gedanken und ähnliche Sehnsüchte hat wie sie, der aber gleichzeitig die Energie hat, seine Sehnsüchte auszuleben. Das hat auch so was von Yin und Yang. Jule und Charlotte verkörpern zwei Gegensätze, die sich anziehen und ergänzen.

Wie war denn eigentlich die Zusammenarbeit mit Nina Kronjäger?

Die Nina und ich kennen uns ja noch von der Schauspielschule. Wir mögen uns sehr und schätzen uns. Wir haben beide jeweils zwei kleine Kinder, da war also während der Wartepausen auf jeden Fall genügend Erzählstoff da (lacht). Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich war auch glücklich, dass Nina die Jule Fischer gespielt hat, weil sie auch privat eine sehr selbstbewusste und starke Frau ist. Ich konnte mir von Anfang an vorstellen, dass sie gut in die Rolle passt.

Charlotte Sänger sucht beim Polizeipsychologen Dr. Heisenberg Rat, Bild: HR/Bettina Müller
Charlotte Sänger ruft während des Films mehrmals bei ihrem Kollegen Dellwo an. Ist sie vielleicht doch irgendwie froh, wenn Dellwo wieder da ist? Oder kommt sie auch ganz gut alleine klar?

Zwischen Charlotte und Dellwo ist es ja so eine Hassliebe. Charlotte fühlt sich sofort, wenn er nicht da ist, als halber Mensch und glaubt auch, ohne ihn nicht funktionieren zu können. Sie hat einfach Panik vor dem Alleinsein. Aber gerade durch das Fehlen von Dellwo konnte die Begegnung mit Jule Fischer so intensiv werden, weil Charlotte jemanden suchte, der ein bisschen Wärme ausstrahlt. Insofern war es ganz gut, dass er in dieser Folge nicht da war (lacht).

Was gefällt Ihnen selbst am TATORT "Waffenschwestern" am besten?

Dass ich wieder zusammen mit dem Regisseur Florian Schwarz und dem wunderbaren Dominik Schunk an der Kamera drehen durfte. Das war eine große Freude.

Was ist Ihre persönliche Lieblingsszene?

Die Szenen, in denen Charlotte auf den Polizeipsychologen trifft. Da bekommt der TATORT eine ganz neue, komische Farbe. Das hat mir sehr gut gefallen.

HR-Pressemappe


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