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Heute ist der: 15.11.2019. --> Bis heute wurden 1121 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Amazonen in Mainhattan

Solo für Charlotte Sänger: Während ihr Kollege im Frankfurter Morddezernat, Fritz Dellwo, auf Beamtenaustausch in München weilt, steht die Hauptkommissarin vor ihrem härtesten Fall, der spektakulär wie selten beginnt und noch furioser endet. Es wird, so viel sei verraten, ein Schießen und Sterben geben wie lange nicht im deutschen Fernsehkrimi.

Während die HR-TATORTe sonst gerne mal gesellschaftskritisch gefärbt sind, ist "Waffenschwestern" ausnahmsweise nur ein Krimi. Aber was für einer. Eine ganz persönliche Angelegenheit für die sensible Kommissarin, die im Laufe der Ermittlungen eine heftige Entwicklung durchlebt.

Eine maskierte Frauengruppe überfällt einen Geldtransport, Bild: HR/Bettina Müller
Am Anfang steht eine ausnehmend eindrucksvolle Mordszene: Ein Mann kommt aus der Aufzugtür, sieht, was los ist in seiner Bank: maskierte Bankräuber, vor Angst zitternde Kollegen. Er hält zwei Kaffeetassen in der Hand, steht zu Tode erschrocken einem der Täter gegenüber. Dieser hat seine Waffe im Anschlag. Eine Kaffeetasse zerbirst, der Bankangestellte blickt ungläubig nach unten, überall Kaffee, Splitter... Dann färbt sich eine Stelle auf seinem weißen Hemd rot. Er bricht zusammen. Exitus.

Charlotte ist völlig überarbeitet

Die Macht der Waffe, ihre zerstörerische Gewalt und, ja, auch ihre Erotik, werden in diesem von Florian Schwarz inszenierten Klasse-TATORT thematisiert. Und Charlotte? Ist völlig überarbeitet. Und sie kann einfach nicht abdrücken, als sie auf offener Straße zufällig einer vermeintlichen Amokläuferin gegenübersteht. Die junge Frau, eine Drogensüchtige, wird von einem ebenfalls zufällig am Tatort erscheinenden Kollegen niedergestreckt, bevor Schlimmeres passiert.

Jule Fischer und ihr Liebhaber Philip Sichler, Bild: HR/Bettina Müller
Am Ende wird sich Charlottes Zögern zwar als richtig herausgestellt haben, denn in der Waffe der Frau waren nur Platzpatronen, offensichtlich hatte sie es darauf angelegt, von der Polizei erschossen zu werden. Charlottes Chef Fromm beeindruckt das aber wenig. Er beurlaubt sie: Selbstfindung ist angesagt. Die Diensttauglichkeit wieder herstellen. Und sie übt sich zu diesem Zweck im entschlossenen Umgang mit der Schusswaffe.

Charlotte Sänger ermittelt auf eigene Faust

Charlotte lässt sich nicht ohne Weiteres kaltstellen. Sie ermittelt auf eigene Faust, durchsucht die Wohnung der Drogensüchtigen und stößt auf einen Hinweis, der sie zu einer mysteriösen Gruppe von Frauen führt, die am Schießstand trainieren, mit gewaltigen Kampfbögen auf die Jagd gehen und legendäre Pistolenduelle originalgetreu mit scharfen Waffen nachstellen. Charlotte und die charismatische Anführerin Jule (brillant als taffe und zugleich zerbrechliche Amazone: Nina Kronjäger) sind voneinander so angezogen, dass sich bald eine Freundschaft entwickelt. "Die Welt ist schlechter, als Sie denken!", sagt Jule anfangs zu Charlotte. Aber die Kommissarin spielt mit. Sie trainiert mit den Frauen, dringt fasziniert immer tiefer ein in diese skurrile Waffenschwesternschaft. Doch dann fällt ihr auf einem Überwachungsvideo der Bank auf, dass sich die Täter wie Frauen bewegen...
Charlotte Sänger im Einsatz, Bild: HR/Bettina Müller

Waffen und Frauen

Waffen und Frauen - das ist auf so politisch-inkorrekte Art wohl noch nie thematisiert worden. Allerdings stellt der Film nur dar. Er ergründet nicht, woher das Faible der Frauen für das Martialische kommt, deutet die möglicherweise ans Erotische heranreichende Faszination nur an. Auch Charlotte kann sich gerade der Leaderin dieser Guerilla-Ladys eine Zeitlang nicht entziehen. Lebt Jule aus, wovon sie selber träumt? Das Abenteuer mit den Waffenschwestern wird der sonst so schüchternen Kommissarin gut tun, ihr sogar einen One-Night-Stand bescheren. Am Ende, wenn es im furiosen Showdown zählt, wird ihr der tödliche Notwehrschuss zwar abermals nicht leicht fallen... Doch diesmal drückt sie ab.

Und Dellwo? Der taucht immer mal als Querverweis auf: ob am Telefon oder im Kreuzworträtsel: "Berühmter deutscher Schauspieler: Jörg?" Am Sonntag, 28.12., ist unter dem Titel "Der tote Chinese" erst einmal wieder gemeinsames Ermitteln angesagt. Dann probiert es Dellwo alleine. Nach Jörg Schüttaufs Solo-Ritt, wird es mit Sänger/Dellwo dann definitiv im Duett weitergehen, versichert der HR auf Anfrage. Aus Frankfurt werden pro Jahr weiterhin drei Filme zur TATORT-Reihe beigesteuert. Dass der HR nach dem Wegfall des Bad Homburger "Polizeirufs" demnächst einen weiteren TATORT-Kommissar ins Rennen schicken könnte, sei "ein Gerücht, an dem derzeit nichts dran ist", heißt es.



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