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Heute ist der: 22.07.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Der neue TATORT nimmt sich viel vor"

Frank Kober meint, der TATORT "Salzleiche" ist "nicht übel":

Nicht übel, was sich da Johannes W. Betz und Max Eipp (Buch) ausgedacht haben. Ganz nach Blond-Bond-Manier schaukelt sich nämlich ihre Geschichte zu einem echten Himmelfahrtskommando für Charlotte hoch. Klar, diesen brisanten Fall haben sie der Furtwängler hauteng auf den Leib geschrieben. So kam es für Regisseurin Christiane Balthasar fast "nur" darauf an, die Zügel im Zaum zu halten und die abgedrehte Story nicht mit Action-Klimbim und Mafia-Gedöns unnötig aufzupeppen.

Das tut sie auch. Und zwar mit viel Fingerspitzengefühl für ihre Heldin, die auf ungewohntem Terrain auch mal ins Straucheln kommen und Nerven zeigen darf. So erweitert Balthasar nicht nur die Lindholm-Figur um einige neue Facetten, sondern erschafft mit ihrer schaumgebremsten Dramaturgie einen subtilen Kosmos der Angst. Bis zur Todesangst, als Charlotte drauf und dran ist, abgeknallt zu werden. Diese Schocktherapie reicht dann sogar, uns eine Lösung des Falls zu verkaufen, die die ganze Handlung auf den Kopf stellt.

"Salzleiche" ist "ein solider Krimi, nur allzu kühl erzählt", meint Kai-Oliver Derks:

Mord, Erpressung, Geheimdienste, radioaktives Material und noch viel mehr - der neue TATORT nimmt sich viel vor, profitiert von einigen spannenden Sequenzen und entwickelt recht geschickt ein Klima der Überwachung. Immer wieder wird Charlotte Lindholm von Unbekannten ins Visier genommen. Auf der Strecke bleiben dabei die emotionalen Momente. Ein solider Krimi also, nur allzu kühl erzählt ...

TV Movie lobt den neuen TATORT mit Maria Furtwängler:

Spannung bis zum Schluss mit einer Furtwängler in Topform: kühl, doch nicht ohne Gefühl und unkonventionell.

Imre Grimm schreibt über einen Film, der ziemlich viel auf einmal sein will:

Dieser Film will ziemlich viel auf einmal sein: Sonntagskrimi, Politthriller, Romanze, Kunstfilm. Mit allzu stylisher Optik, sportlichen Zooms, zuckenden Rückblenden-Flashs und poppigen Soundspielereien macht Regisseurin Balthasar auf "Ocean?s Eleven". Da rasen nach einem "Harry Potter"-artigen Vorspann die Wolken über den Himmel, kippen die Häuser merkwürdig schräg ins Bild, und wenn die Ermittlertruppe um die "gepökelte Leiche" (O-Ton) herumschleicht, singen Visage dazu "Fade to Grey". (...)

Plutoniumhandel, Gorleben, Al-Qaida-Terror, Krippenplätze, Datenklau, BND-Affäre ? damit hätten wir die "Tagesschau" thematisch so ziemlich durch. Es ist, als wolle der Film die politische Agenda der Gegenwart abarbeiten ? und als solle Charlotte Lindholm zum Barack Obama des deutschen Sonntagskrimis werden, zum universalen, mildtätigen Weltenretter.

"Schon wegen der Thematik ist "Salzleiche" ein guter Treffer", meinen "Die Kritiker" bei Quotenmeter.de:

Beeindruckend sind allerdings die Aufnahmen, die tief unter der Erde stattfanden und die Salzhalden im Norden Deutschlands zeigen. Herausragend ist letztlich das Buch, das von Johannes W. Betz und Max Eipp geschrieben wurde. (...)

Zum Ende hin nimmt die Geschichte so richtig an Fahrt auf - gewohnt gut spielt Maria Furtwängler die Hauptkommissarin Lindholm und ebenfalls wie gewohnt kommt Ingo Naujoks in den TATORTen leider viel zu kurz. Alles ist allem ist der neueste ARD-Sonntags-Krimi allein schon wegen der Thematik ein guter Treffer.

Über "unterschiedliche Figuren, die zum Großteil wirken, wie Relikte einer vergangenen Ära", schreibt die taz am 15. November 2008:

Es ist ein punktgenaues Gesellschaftsbild, dass Regisseurin Christiane Balthasar hier vorlegt. Viel Platz räumt sie dem monströs verdichteten Politkonflikt in so einem so kleinen Ort wie Gorleben ein. Schade nur, dass die unterschiedlichen Figuren zum Großteil wie Relikte einer vergangenen Ära wirken.

Der Tagesspiegel ist nicht begeistert von den kruden Gags Lindholms:

Wenn die Drehbuchschreiber Johannes W. Betz und Max Eipp nur nicht dauernd krampfhaft versuchen würden, der coolen Lindholm mit kruden Gags noch mehr Emotion auf den Leib zu schreiben, könnte man diesen Hannoveraner TATORT richtig gut finden.

Digitalfernsehen.de schreibt über den roten Faden in diesem TATORT:

Charlotte Lindholm wittert internationale Zusammenhänge. Und befindet sich zur restlichen Aufklärung schon bald auf dem Weg nach Spanien. Eigentlich sehr unwillig. Denn daheim will das anderthalbjährige Söhnchen versorgt sein. Das ist der rote Faden in diesem TATORT. Nach Schwangerschaft und Geburt werden nun die organisatorischen Nöte einer allein erziehenden Mutter vorgeführt.

Dass "Salzleiche" ein lehrreicher Film ist, meint Sylvia Staude in der Frankfurter Rundschau:

Die beiden Autoren Johannes W. Betz und Max Eipp haben einiges Lehrreiche geschickt in diesem Tatort versteckt, zum Beispiel: Dass die Endlager-Suche zwar allein in Deutschland schon 1,3 Milliarden Euro gekostet hat; dass Gorleben, würde eine Entscheidung dafür fallen, aber das erste Endlager für hochradioaktive Abfälle auf der ganzen Welt wäre. Und dass es dort unten ohnehin ziemlich feucht ist und die Auswirkungen eines üppigen Regens nicht wirklich berechenbar.

Zusammenstellung: Tobias Berger



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