Zur Startseite tatort-fundus.de
Heute ist der: 14.10.2019. --> Bis heute wurden 1118 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Integration versus Fremdenangst"

"Ein über weite Strecken langweiliger Film", schreibt André Mielke in der Welt-Online-Ausgabe vom 15. Oktober 2008:

Es ist leider ein über weite Strecken langweiliger Film. Regisseurin Maris Pfeiffer erreicht hier nicht die psychologische Genauigkeit und innere Spannung früherer Arbeiten wie ?Liebe Amelie? oder ?Meine böse Freundin?. Das Drehbuch von Karl-Heinz Käfer steckt zwar voller guter herzensguter Absicht und gewiss akribisch recherchierter Fakten. Nur leider vergisst es, dass es eigentlich mal ein packender Krimi werden wollte. Die Geschichte verliert gerade in der ersten Stunde ihren Gegenstand aus den Augen und verzettelt sich mit dem Abklappern sonstiger Verdächtigen. Die gleichförmig inszenierten Dialoge strotzen vor Rückversicherungsformeln. Genau genommen wird hier weniger über die besonderen Nöte von Sinti und Roma erzählt als vom hinlänglich reflektierten Verhältnis der Einheimischen zu Asylbewerbern ganz allgemein.

"Auch wenn dieser Krimi sich ein Scherzchen erlaubt, verliert er doch nie den Ernst des Themas aus den Augen", meint Sylvia Staude in der Frankfurter Rundschau:

Karl-Heinz Käfer, Buch, und Maris Pfeiffer, Regie, ist eine Geschichte gelungen, die Vorurteile zwar aufgreift, aber diejenigen dumm dastehen lässt, die sie haben. (...)

Regisseurin Pfeiffer schenkt sich und ihren Darstellern Zeit. Für stille Momente, für lange Blicke, die Bände sprechen können. (...)

Ein angenehmes Tempo hat dieser TATORT, dazu strahlt er Besonnenheit aus, ohne langweilig zu sein. Und auch wenn er sich ein Scherzchen erlaubt (Kommissars-Assistentin Franziska tritt ganz unerwartet aus einer Tür), verliert er doch nie den Ernst des Themas aus den Augen.

Über einen politisch korrekten Krimi mit Happyend, schreibt Klaudia Wick in der Berliner Zeitung:

Wer den von Maris Pfeiffer behutsam und gefühlig inszenierten Krimi bis zu Ende schaut, wird feststellen, dass hier alle Regeln der politischen Korrektheit eingehalten worden sind. Und ausnahmsweise der Aufklärung des Mordfalles sogar noch ein menschelndes Happyend folgt.

Barbara Sichtermann schreibt in der Tagesspiegel-Ausgabe vom 19.10.2008 über einen Krimi mit vielen Verdächtigen

Das Verwirrspiel, das jeder Krimi braucht, ist diesmal noch eine Nummer verwirrender. Die Zahl der Verdächtigen steigt in der ersten Hälfte des Films kontinuierlich an, wobei das Thema Integration versus Fremdenangst und -feindlichkeit immer präsent bleibt. Ein guter Einfall war, dass der mit ermittelnde Polizist Mario Klemper (Christoph Bach) als Roma geoutet wird, weil sich dadurch die Fronten verschieben und vervielfachen. Und es wird klar, dass Integration möglich ist und dass Fronten kein Schicksal sind, sondern das Resultat von Versäumnissen und Sturköpfigkeit ? auf beiden Seiten.

TV Movie.de meint zu einem spannenden Krimi über Voruteile:

"Klar, alle Zigeuner klauen, oder?", stichelt Ballauf ? und spricht damit Vorurteile an, die noch immer viel Raum einnehmen. Behutsam versucht die Geschichte diese negative Meinung aufzulösen. Das gelingt nicht immer unaufdringlich, aber meist effektiv ? und mit der nötigen Krimi-Spannung.

Reinhard Kleber schreibt auf ad-hoc-news.de: "Das Buch und die Inszenierung treten unübersehbar für Toleranz, Solidarität und Menschlichkeit ein":

Wer "Brandmal" gesehen hat, kann die Aufregung um den Film kaum nachvollziehen. Zwar kommen in dem ebenso gediegenen wie spannenden Krimi von Regisseurin Maris Pfeiffer, die mit "Verdammt" bereits den letzten Fall von Ballauf und Schenk in Szene gesetzt hat, durchaus "Klaukinder" aus sozial schwachen Roma-Familien vor. Aber mehr oder weniger kriminelle Aktivitäten entfalten in dem Film auch deutsche Mitbürger aus dem Kölner "Problemviertel".

Auch die real existierenden Vorurteile gegen "Angehörige einer mobilen ethnischen Minderheit", wie es ein Polizist vermeintlich politisch korrekt formuliert, werden aufgegriffen und von den Kommissaren kritisch hinterfragt. Unübersehbar treten zudem das Drehbuch des erfahrenen Autors Karl-Heinz Käfer und die Inszenierung Pfeiffers für Toleranz, Solidarität und Menschlichkeit ein.

"Maris Pfeiffer schickt Ballauf und Schenk mal wieder dahin, wo?s weh tut in der Kölner Sozialtristesse", schreibt Frank Kober in der Märkischen Allgemeinen:

Genau wie Regisseurin Maris Pfeiffer ("Meine böse Freundin", "TATORT: Verdammt"), die ebenso wenig für ein Gut-und-Böse-Märchen zu haben ist. Mit schutz- und rechtlosen Kosovo-Flüchtlingen hier und mit fremdenfeindlichen deutschen Dumpfbacken da. Im Gegenteil. Ballauf und Schenk schickt sie mal wieder dahin, wo?s weh tut in der Kölner Sozialtristesse. Und wo erst auf den zweiten Blick die Kalamitäten wirklich offenbar werden. Kein leichter Job für die Jungs. Ja, ein asylpolitisches Himmelfahrtskommando, das fast nur schief gehen kann.

Klasse, wie Behrendt und Bär diese Herausforderung annehmen und mit ihrem Spiel das Gefühl der Ohnmacht auf beiden Seiten in Szene setzen. Sekundiert von einer munteren Schauspielerriege (u.a. Tessa Mittelstaedt, Christoph Bach, Aljoscha Stadelmann, Katharina Heyer), bringen sie so ein brisantes Gegenwartsdrama auf den Punkt.

Zusammenstellung: Tobias Berger



BITTE SPENDEN SIE!

Bitte unterstützen Sie das private Hobbyprojekt tatort-fundus.de! Wir freuen uns über jede Unterstützung und Anerkennung. Mit dem Geld werden primär die laufenden Kosten des Server- Betriebs beglichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


TV-TERMINE
Alle anstehenden TV-Wiederholungen finden Sie übersichtlich gelistet

© tatort-fundus 1997 - 2018
Der Tatort-Fundus ist eine Webseite für Tatort-Fans

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung der Texte, BIlder und Daten nur mit Genehmigung des tatort-fundus

Sitemap | Impressum | Disclaimer |  Diskussionsforum RanglisteUnsere Datenschutzerklärung 

Alle inhaltlichen Fragen richten Sie bitte an frage(at)tatort-media.de 
Bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster(at)tatort-media.de
Diese Website nutzt das Content-Management-System TYPO3