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Heute ist der: 16.12.2019. --> Bis heute wurden 1125 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Nachhaltige Begegnung"

Die Entstehungsgeschichte des TATORTs "Brandmal" erläutert WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke.

Im Dezember 2004 wurden wir mit dem Kölner TATORT-Team (nominiert für den Beitrag Odins Rache von Hannes Stöhr) zur Verleihung des Civis?Preises (Europas Medienpreis für Integration) nach Wien eingeladen.

Gebhard Henke ist TATORT-Koordinator und beim WDR für die Krimis verantwortlich. © WDR/Bettina Fürst-Fastré
Am Rande der Preisverleihung lernten Klaus J. Behrendt und ich Herrn Professor Rudolf Sarközi, Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, kennen. Herr Sarközi erzählte uns aus seinem bewegenden Leben, von seiner Geburt im KZ-Lackenbach, seiner Jugend im Burgenland und von seinem Karrieresprung vom Kraftfahrer der Stadt Wien bis zum erfolgreichen SPÖ-Politiker im 19.Wiener Gemeindebezirk Döbling. Neben vielen anderen Funktionen ist der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates der Roma auch Co-Initiator und Kurator der Romabeiträge beim CIVIS.

Im Verlaufe des Abends erwies sich Herr Prof. Sarközi als großer Fan unseres Kölner TATORTes, den er auf Grund der Protagonisten und der oft gesellschaftspolitischen Ausrichtung der Fälle sehr schätzt. Er fragte uns, warum wir noch nie das Thema der Roma in einem Fall der Kölner Kommissare aufgegriffen hätten. Die Begegnung mit Rudolf Sarközi beeindruckte Klaus J. Behrendt und mich nachhaltig.

Nach Gesprächen mit der Produzentin Sonja Goslicki und der verantwortlichen WDR-Redakteurin Katja De Bock wussten wir, dass die Anregung von Herrn Sarközi nicht nur bei uns, sondern auch im TATORT-Team auf fruchtbaren Boden fallen würde. Es wurde der renommierte und mehrfach ausgezeichnete Autor Karl-Heinz Käfer (»Mein Vater«, »Guter Junge«) engagiert, der u. a. für sein Drehbuch des Kölner Tatortes »Minenspiel« mit dem Marler Fernsehpreis für Menschenrechte 2007 von Amnesty International bedacht wurde.

Karl-Heinz Käfers Recherche ergab, dass seit gut einem Jahrzehnt hunderte Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo nach Köln geflohen sind. Viele dieser Familien, die seit Jahrhunderten im Kosovo sesshaft waren, sind aus ihren Wohnbezirken vertrieben worden und die alte Roma-Kultur wurde vernichtet. In Köln leben viele Menschen seit vielen Jahren teilweise mit jeweils für drei Monate ausgestellten Duldungen. Sie müssen jeden Tag damit rechnen, kurzfristig abgeschoben zu werden. Wahrhaft keine gute Grundlage für eine ins Auge gefasste Integration, die gelingen sollte!?

Wir haben uns für eine Geschichte entschieden, die von einem deutschen Roma handelt, dessen Familie seit den 60er Jahren in Deutschland lebt und von einem pubertierenden,rebellischen Mädchen aus dem Kosovo, das alles dafür tun würde, um in Deutschland zu bleiben.

Zu dem sorgfältig recherchierten Buch von Karl-Heinz Käfer kam die Regisseurin Maris Pfeiffer (TATORT Verdammt) hinzu, die »Brandmal« behutsam inszeniert und auf überzeugende Art und Weise unter Beweis gestellt hat, wie man in einem spannenden Krimi real existierende Vorurteile aufgreifen kann und sich dennoch sehr differenziert und mit der für die Kölner Protagonisten charakteristischen Menschlichkeit mit diesem Thema auseinander setzen kann.

Gebhard Henke
Leiter WDR-Film und Serie und ARD TATORT-Koordinator


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