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Heute ist der: 22.10.2019. --> Bis heute wurden 1119 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Erkundungstouren in Sachen Liebe"

"Borowski und die einsamen Herzen" ist als Schenkelklopfer klasse, aber als TATORT verschenkt", schreibt Frank Kober in der Märkischen Allgemeinen am 11. Oktober 2008:

Leider nimmt Regisseur Lars Jessen die prima Vorlage nur halbherzig auf. Vielleicht in dem Glauben, dass die Story und das Duo Milberg-Eggert die Kiste schon schaukeln wird. Denn bei allem Jux und bei aller Dollerei geht ein bisschen die Ernsthaftigkeit verloren, die das Thema mit sich bringt. Mit einsamen Frauenherzen ist nun wahrlich nicht nur Schabernack zu treiben, so sehr der Stoff Gockelstolz Borowski auch auf den Leib geschneidert scheint.

Na klar, es gibt viel zu Lachen. (...) Aber am Ende wirkt dieser Krimi einfach verschenkt. Denn Borowski-Milberg ist nun mal ein Mann fürs Subtile und nicht fürs Grobe. Ihm steht an der Frauenfront weder der Volltrottel noch der Aufreißer. Zu blöd, dass Jessen der Versuchung zum Abziehbild kaum widersteht. Was hätte das für ein klasse TATORT werden können. Immerhin lässt er nicht auch noch Maren Eggert die Pferde durchgehen. So ist es wieder mal an den Frauen, die Chose zu retten. Ist doch auch ?ne Botschaft, oder?

Am 12. Oktober 2008 schreibt die Mitteldeutsche Zeitung über ein attraktiv in Szene gesetztes Kiel:

In den dienstlichen Gesprächen der beiden gerät Borowski immer wieder ins Träumen - dann erscheint ihm Frieda als romantisches Wesen und nicht als Kollegin im nüchternen Alltag. Drehbuchautor Thomas Schwank hat auch die Dialoge der beiden mit so viel Doppelbödigkeit versehen, dass fast jeder Satz wie eine erotische Anspielung wirkt. (...)

Regisseur Lars Jessen, ebenso wie Milberg selbst Kieler, hat seine Heimatstadt attraktiv in Szene gesetzt. Der Olympiahafen in Kiel-Schilksee bildet einen Teil der Kulisse, von dort fahren die Autos über die Holtenauer Hochbrücke, die für Jessen «zu einem wesentlichen visuellen Merkmal des Films geworden ist».

Die "Morde verkommen dabei zur Nebensache", schreibt Bernd Peters am 10. Oktober 2008 auf derwesten.de:

Kein deutscher TV-Ermittler taugt so wenig zum Schwerenöter wie Axel Milberg alias Klaus Borowski. Aus diesem Widerspruch entwickelt der aktuelle TATORT mit dem dauernöligen Kieler Kommissar seinen Charme. Morde verkommen dabei zur Nebensache. (...)

Regisseur Lars Jessen und Drehbuchautor Thomas Schwank setzen in "Borowski und die einsamen Herzen" vor allem auf Symbolik. Und die sitzt perfekt, macht die Charaktere greifbar. (...)

Dabei bewegt sich Borowski mal so verloren wie eine Kieler Sprotte im Nord-Ostsee-Kanal, mal so tapsig wie ein Elefant im Porzellanladen. Allein diese Erkundungstouren in Sachen Liebe machen diesen TATORT sehenswert. Als Komödie, weniger als Krimi. Aber diese Tendenz ist Borowski-Fans nicht fremd. Man darf das durchaus schwarzen Humor nennen. Auf unterkühlt norddeutsche, weniger auf feine englische Art.

Am 11. Oktober 2008 schreibt die Zeitung Kieler Nachrichten über die stetig steigende Spannung bei Borowskis Ermittlungen:

Die Liebe, die Leichtigkeit, die Landeshauptstadt: Das sind in der Tat die Leitmotive, die Lars Jessen, Regisseur und selbst gebürtiger Kieler, in seinem ersten TATORT souverän und vergnüglich miteinander verbindet.

Doch auch wenn bei Borowskis Ermittlungen die Spannung stetig steigt: Am meisten knistert es in dieser Folge zwischen ihm und Frieda Jung, die dem Kommissar unter anderem mit professionellen Flirtlektionen ins Träumen bringt. Wunderbar sind Jessen die surrealen Szenen gelungen, in denen Borowski in das Gesicht seiner Partnerin blickt und sich vorzustellen beginnt, was sich zwischen den beiden anstelle des professionellen Miteinanders noch entspinnen könnte.

TV Spielfilm schreibt über einen nicht sonderlich überzeugenden TATORT aus Kiel:

Fans des Kieler Duos dürften sich bestens amüsieren, auch wenn der eigentliche Kriminalfall am Ende weder sonderlich überrascht noch überzeugt.

Im Kölner Stadt-Anzeiger vom 10. Oktober 2008 schreibt Marianne Kolarik über einen TATORT, in dem nicht alles plausibel ist:

Stattdessen ist es für den Zuschauer ein reines Vergnügen, Borowski bei seinen linkischen Annäherungsversuchen zu beobachten. Erstaunlich, wie schnell die des Mordes verdächtigte Gundula Beck (Gabriela Maria Schmeide) ihm mit dem Hausschlüssel vor der Nase zu winkt. Überhaupt: es ist nicht alles plausibel, was dem Kieler Kommissar widerfährt - und auf die häufig allzu dräuende musikalische Untermalung würde man auch gerne verzichten. Nicht aber auf den spannenden Countdown, mit dem die von Lars Jessen inszenierte und Thomas Schwank geschriebene Krimi-Komödie ein ziemlich überraschendes Ende findet.

Ulf B. Christen schreibt am 11. Oktober 2008 im Hamburger Abendblatt über einen ausgewechselten Kommissar Borowski:

Die Fans des Kieler TATORT-Kommissars Klaus Borowski (Axel Milberg) müssen jetzt ganz tapfer sein. Der griesgrämige Sonderling, der seit fünf Jahren düster wie blutig inszenierte Mordrätsel löst, ist in seinem elften Fall wie ausgewechselt. Borowski hat Schmetterlinge im Bauch, macht sich lächerlich und den Krimi so zur Komödie. (...)

Von dem neuen Borowski war das Premierenpublikum in Kiel begeistert, zumal Lars Jessen die Fördestadt gut in Szene setzte. Der gebürtige Kieler drehte wunderschöne Segelbilder, zeigt immer wieder die Holtenauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Das versöhnte mit den nicht minder oft gezeigten Betonkulissen des alten Olympiazentrums in Schilksee.

Judith von Sternburg empfiehlt in der Frankfurter Rundschau vom 11. Oktober 2008 den Freunden der gepflegten Sonntagabendunterhaltung, wieder Erdnüsse auf die Liste für den Wocheneinkauf zu setzten:

Getrost können Freunde der gepflegten Sonntagabendunterhaltung Erdnüsse auf die Liste für den Wochenendeinkauf setzen. Nach dem Schlag der vergangenen Woche (das sterbende Kind) begibt sich der TATORT diesmal wieder in ruhigere Fahrwasser.

Thomas Schwank (Buch) und Lars Jessen (Regie) bringen in "Borowski und die einsamen Herzen" vieles auf den Punkt, was in den zurückliegenden Folgen in den Raum gestellt wurde. (...)

Einsame Herzen werden ahnen, wer der Mörder ist. Zu zweit kann man auch darauf kommen. Aber keiner ist aufgefordert, sich diesmal zu viele Gedanken zu machen. Und das, obwohl man lernt, wie Lügner blicken, und daraufhin vorerst nicht mehr unverlogen blicken kann.

Zusammenstellung: Tobias Berger



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