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Heute ist der: 16.07.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Aus meiner Sicht sind die beiden Charaktere so stark miteinander verknüpft, dass sie eigentlich bereits ein Paar sind"

Interview mit Maren Eggert anlässlich des TATORTs "Borowski und die einsamen Herzen"

Welche Funktion hat die Polizeipsychologien Frieda Jung in diesem Ermittlungs-Duo?

Ihre Rolle richtet sich nach dem jeweiligen Fall und läuft immer über die Figur Borowski ? weil er z.B. das Gefühl hat, sie zu brauchen, oder einfach nur gerne mit ihr gemeinsam ermittelt. Manchmal ordnet auch ihr Chef Schladitz die Zusammenarbeit an und Borowski tut dann meistens so, als ob ihm das gar nicht passt. Frieda Jung ist nicht automatisch in die Fälle involviert, sondern wird immer mit hineingezogen ? von Haus aus ist Ermittlung ja gar nicht ihr Gebiet. In diesem Fall dreht sich alles um Borowski, der als Liebes-Lockvogel fungiert, wodurch sie etwas mehr im Hintergrund agiert.
Maren Eggert spielt im Kiel-TATORT die patente und attraktive Psychologin Frieda Jung (Bild:NDR/Marion v.d. Mehden)


Wie genau sieht Frieda Jungs Fachgebiet aus?

Wir sind immer davon ausgegangen, dass die Polizeipsychologin sich mehr um die Opferbetreuung kümmert oder in kritischen Situationen eingeschaltet wird ? etwa wenn jemand auf dem Dach steht und damit droht, herunter zu springen. Manchmal müssen auch intern Kollegen betreut werden, die von einem schlimmen Einsatz traumatisiert sind. Die Ermittlung ist erst einmal Borowskis Job, aber dann gibt es immer wieder Punkte, wo er gerne ihren Rat einholt.

Ignoriert Frieda Jung Borowskis Tagträume oder hält sie sie für Geistesabwesenheit?

Ich glaube, Frieda will diese Seite Borowskis nicht sehen. Ich schätze sie ähnlich verkrampft ein wie Borowski, und sie ist eine Person, die nicht genau weiß, was sie will ? von Männern im Allgemeinen und Borowski im Speziellen. Da sie ein distanzierter Typ ist, sind ihr diese Situationen, in denen Nähe entstehen könnte, eher unangenehm. Um sich selbst zu schützen, tut sie dann so, als ob sie nichts von seinen Träumereien bemerkt.

Wäre denn Borowski ein passender Partner für sie?

Wahrscheinlich schon ? die beiden hätten sicher ein paar Dinge zu klären, aber nicht mehr als schon jetzt. Aus meiner Sicht sind die beiden Charaktere so stark miteinander verknüpft, dass sie eigentlich bereits ein Paar sind, ohne dass sie sich das eingestehen könnten.

Wird da noch mehr passieren?

Das darf ich natürlich nicht verraten ... aber ich persönlich würde das gut finden. Die beiden sind schon so lange umeinander herumgeschlichen, ohne dass etwas ausgesprochen wurde. Es wäre doch an der Zeit, dass sie sich mal näherkommen ? auch wenn man dabei möglicherweise feststellt, dass man doch nicht zueinander passt. Dieses ewige Getänzel ist für alle Beteiligten eher nervenaufreibend.

Komissar Borowski und Frieda Jung stellen den Tathergang nach - auf dem Sofa. (Bild:NDR/Marion v.d. Mehden)
Haben Sie sich schon einmal mit dem Thema Dating beschäftigt?

Nein eigentlich nicht ? in der Szene kenne ich mich nicht aus. Aber ich kann den Wunsch, einen Partner zu finden, gut nachvollziehen. Für viele Leute ist diese Form des Dating sicher eine gute Möglichkeit, aber für mich persönlich ist es befremdlich, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, mich auf diese Weise in jemanden zu verlieben. Mich stört daran die Planung und der Vorsatz, unbedingt jemanden kennen lernen zu müssen ? aber ich möchte darüber nicht urteilen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Milberg und haben Sie Einfluss auf die Gestaltung der Figuren?

Ja, das kann man schon sagen. Wir bekommen die Drehbücher frühzeitig und können darauf Einfluss nehmen und uns auch untereinander absprechen, in welche Richtung man die Geschichte anlegen könnte. Aber das ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem viele Leute mitreden ? vor allem auch der Regisseur, der am Ende das Sagen hat. Ich würde sagen, dass die Entwicklung der Figuren über einen längeren Zeitraum ein Gruppenprozess ist ? ich habe dabei immer die Freiheit, Dinge abzulehnen, die meiner Figur nicht entsprechen. Natürlich muss man bei diesen Entscheidungen auch immer die fantasie der Autoren respektieren.

Wie war die Zusammenarbeit mit Lars Jessen?

Frieda Jung und Borowski im Cafe "Möller" (Bild:NDR/Marion v.d. Mehden)
Der Lars hat sich bei uns sehr wohl gefühlt ? das passte einfach wie Deckel auf Topf. Es wäre schön, wenn wir wieder was zusammen machen könnten. Jeder Regisseur reagiert ja anders auf die Tatsache, dass es bei uns ein festes Ensemble gibt, und man spürt schon große Unterschiede in der Arbeitsweise. Lars hat sich dem Thema gut angenähert, weil er eine sehr bodenständige und humorvolle Art hat, die gut zu unserem Team passt. Der Regisseur muss einen eigenen Zugang finden, ohne dabei zu dominant zu sein und alle bisherigen Errungenschaften über Bord zu werfen. Es funktioniert meistens nicht, wenn ein Regisseur das Rad ganz neu erfinden will. Ich fand es ganz besonders positiv, dass Lars gut auf unsere spezielle Humorebene eingestiegen ist und die Skurrilität der Charaktere bewahrt hat. Das Buch war ja in diesem Fall ganz besonders komödiantisch geschrieben.

Welche weiteren Pläne haben Sie?

Im Sommer habe ich bei den Salzburger Festspielen die Amalia in Schillers ?Die Räuber? gespielt. Die Theatersaison in Hamburg beginnt dann mit der Premiere des gleichen Stücks. Da ich ein festes Engagement am Thalia Theater habe, bin ich in der nächsten Spielzeit gut ausgelastet.




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