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Heute ist der: 21.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Zum Jubiläum

Metro-Flirt ohne Szene-Milieu

Das Wichtigste zuerst: Die Kommissare tragen - ganz im Gegensatz zu einer Meldung im Presseheft - immer noch "Schneckerl", hochdeutsch: Locken. Fast so wie ehedem, vor nunmehr beinahe 18 Jahren. Allerdings: Grauer und grauer geworden sind sie im Dienst, die Herren Nemec und Wachtveitl - und wir noch grauer mit ihnen. Schön, dass es das gibt, im Zapper-Fernsehen, diese Zuverlässigkeit. Das Bleibende, das Witzige, Ironische, auch mal Hinterfotzige.

Spätestens hier muss an den Dritten im Bunde, Michael Fitz, erinnert werden, der - das stellt sich nun doch heraus - stets ein wichtiger Zuspieler für die beiden "Hauptkommissare" war. Schade, dass man den Kommissaren zum 50. gemeinsamen Fall, "Liebeswirren", nicht den packendsten Stoff servierte.
Die Ermittlungen in einem Mordfall führen Batic und Leitmayr in den Schwulen-Club "Black Tower", Bild: BR/Julia von Vietinghoff

Zäher und langsamer Anfang für Münchner Verhältnisse

Das läuft auch für Münchner Verhältnisse alles ein wenig zäh und langsam an: wie es in einer Schwulenbar zu Auseinandersetzungen kommt, weil ein "Starfotograf" dort seinen früheren Freund wiedertrifft und der ihm an den Kragen will. Weil der Fotograf kurz darauf auf einer Baustelle mit durchschnittenem Hals aufgefunden wird, gerät natürlich der Ex-Freund unter dringenden Verdacht.

Doch für die emsigen Münchner Kommissare geht diese einfache Rechnung natürlich keineswegs auf. Vor allem Batic treibt die Ermittlungen in die richtige Richtung voran, da er sich auf eigene Faust ins homosexuelle Feindesland begibt.

Batic schafft es nicht nur, in die Wohnung des Verdächtigen einzudringen, er lernt auch etwas über virtuelle Schwulen-Chatrooms dazu und versteht es, das Herz eines jungen Mannes zu gewinnen, der ihm viel über den Toten und dessen Freunde sagen kann. Sein zum Metro-Flirt geratendes Undercover-Verhör ist eine der lohnenden Stellen dieses Films.
Granteln vor den Kollegen, dem Kriminaltechniker Bruno und der Kollegin von der Sitte, Hauptkommissarin Diana Sommerfeld, Bild: BR/Julia von Vietinghoff

Keine lohnende Quelle für Krimi-Plots

Eifersucht aber ist noch nie eine wirklich lohnende Quelle für Krimi-Plots gewesen. So schleppt sich die Story stets etwas gequält voran. Zumal die hier viel berufene Münchner (Schwulen-)"Szene" eher farblos und wenig authentisch erscheint. Bleibt einmal mehr der stets mehrschichtig schillernde Christoph Waltz, der hier einen zwischen Homophilie und Familienvaterschaft schwankenden Metromenschen gibt und sich auf letztlich tödliche Weise nicht entscheiden kann.

Neues Personal im Kommissariat

Schwer tut man sich beim 50. auch mit dem neu hinzugekommenen Personal im Kommissariat. So ist die überraschend zugeteilte Kommissarin Sommerfeld flott und schnell, doch will sie, wie es scheint, zum Männerduo nicht so richtig passen. Wenn Kommissar Leitmayr den von ihr barsch bemängelten "zynischen Ton" wirklich ablegen sollte, bleibt vom Erfolgsrezept des Münchner Duos nichts mehr übrig.

BR, wir haben also ein Problem: Ergänzung auf dem Präsidium tut dringend Not. Man sollte sich da baldigst für etwas Bleibendes entscheiden. Gastspielende Vor- oder Beigesetzte nerven jedenfalls auf Dauer. - Gefordert sei also hiermit wieder so ein legendäres Casting wie das vor 20 Jahren, als die wohlgemerkt gelockten Herren Nemec und Wachtveitl zwecks Vertragsabschluss zur finalen Observation an den Biergartentisch gebeten wurden. Und das auch noch "an einem schönen Frühlingstag", wie es in einer BR-Pressenotiz heißt.

Wilfried Geldner (_teleschau - der mediendienst)


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