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Heute ist der: 18.11.2018. --> Bis heute wurden 1084 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

Fragen an die Hauptdarsteller

"Das schwarze Grab" ist nach "Aus der Traum" und "Der Tote vom Straßenrand" mittlerweile der dritte TATORT im Saarland mit dem Ermittlerteam Kappl/Deininger.

Haben Sie sich an Land und Leute gewöhnt, Herr Brückner?

Maximilian Brücker: Ich habe mich nicht nur an Land und Leute im Saarland gewöhnt, ich fühle mich hier inzwischen richtig wohl. Die Saarländer sind in ihrer Ruhe und Gemütlichkeit den Bayern sehr ähnlich, sind aber ein bisschen offener Fremden gegenüber. Liegt vielleicht an der Nähe zu Frankreich. Auch in meinem Partner Gregor Weber hab ich nicht nur einen guten Schauspieler getroffen, sondern auch einen guten Freund gefunden. Und ich liebe das Essen hier!

Hauptkommissar Stefan Deininger gibt keine Infos an die Presse weiter, Bild: SR/Manuela Meyer
Herr Weber, wie macht sich der Bayer im Saarland?

Gregor Weber: Der Bayer an sich macht sich ja nirgends wirklich schlecht, der bleibt einfach wie er ist und hofft aufs Beste? Im Ernst, soweit mir Ernst möglich ist: Max macht sich sehr gut hier, mir hat besonders gefallen, wie er auf die Begegnung mit saarländischen Bergmännern und die erste Grubeneinfahrt reagiert hat. Da war ein ganz tief von Herzen kommendes Verständnis für diese sehr eigene Arbeiterkultur mit ihrem ganzen Stolz und ihrer aktuellen trotzigen Traurigkeit bei ihm zu spüren. Da ist der Weg zum eingemeindeten Saarländer sichtbar kürzer geworden. Und sowohl seine bayerische Herkunft als auch die Liebe dazu muss er ja nicht verstecken, das mögen Saarländer ja schon auch, wenn einer ganz er selber ist.

Kommissar Kappl wird bei einem Bergwerk-Unglück verschüttet. Wie ist es, unter Tage zu drehen, Herr Brückner? Wirkt sich die beklemmende Situation auf das Spiel aus?

Maximilian Brückner: Ich finde es faszinierend dort unten. Ich war bisher nie unter Tage und hab mich deswegen doppelt gefreut. Die Bergmänner sind unglaublich freundlich und hilfsbereit, und ich bin sehr froh, dass sie uns den Dreh unter Tage ermöglicht haben. Dort unten hat man das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu sein, eine Welt von der ich bis jetzt überhaupt nichts wusste. Für das Spiel hilft natürlich die Enge, zumal Kappl klaustrophobische Anfälle bekommt.

Herr Weber, sind Sie froh, dass Sie an der frischen Luft drehen konnten?

Gregor Weber: Die frische Luft wird dem Deininger ganz schön knapp. Er steht oben ziemlich unter Druck, weil er im Wesentlichen für die Ermittlungen verantwortlich ist und er zeigt einen, gelinde gesagt, unkonventionellen Führungsstil und ein sehr lockeres Verhältnis zum Thema Dienstvorschriften. Da ist mancher aus der Mordkommission ganz froh, dass der Stefan nicht immer Chef ist...

Dabei sieht man ihn gehörig schwitzen und bluten. Sehr schöne Auftritte sind das. Da ist eine neue und - wie ich hoffe - zukunftsweisende Färbung der Figur, die auch dem Team gut tut. Abgesehen davon hätte ich sehr gerne unter Tage gedreht. Ich habe ja, wie die meisten Saarländer, ein bisschen Bergmannsblut in den Adern und fühle mich ganz wohl da unten, vor allem emotional sehr bewegt. Aber wer sagt denn, dass wir Kappl in dieser Folge da rauskriegen? Vielleicht muss Deininger ihn ja im nächsten TATORT persönlich rausbuddeln, damit das Traumpärchen wieder vereint ist?

Hauptkommissar Franz Kappl muss einen Mord unter Tage aufklären, Bild: SR/Manuela Meyer
Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie das Drehbuch zum ersten Mal gelesen haben? Schließlich handelt es sich ja um ein sehr aktuelles Thema, das als Rahmenhandlung für den TATORT dient.

Maximilian Brückner: Wenn man ein Projekt wie dieses in Angriff nimmt, braucht man dafür die richtigen Leute. Mit Gregor Schnitzler als Regisseur und Carl Finkbeiner haben wir genau die richtigen gefunden. Gregor Schnitzler weiß, was er will, führt die Schauspieler hervorragend und achtet trotzdem auf jedes kleine Detail. Und Charles ist genau der richtige Mann, um das Ganze in hammermäßige Bilder zu fassen. Natürlich ist das Thema auch ein sehr spannungsreiches. Als die ersten Ideen in diese Richtung kamen, ahnte keiner, dass das Ganze so aktuell sein würde. Wir beleuchten das Thema von vielen Seiten, erlauben uns aber kein Urteil darüber.

Gregor Weber: Erster banaler Gedanke war: Umpff. Wie wollen wir das denn stemmen? Das ist ein ungeheuer aufwendiges Projekt, organisatorisch und künstlerisch. Aber nach der ersten Begegnung mit dem Regisseur Gregor Schnitzler war klar: Der schafft das. Dazu kommt ein wirklich außerordentlich gutes Team, fachlich sehr fit, sehr schnell und dabei dennoch sehr entspannt und harmonisch. Vorneweg, neben der Regie, Carl Finkbeiner an der Kamera, aber das setzt sich fort in alle Abteilungen bis hin zu den Set-Praktikanten. Zur Thematik: Wir hatten in den letzten Palu-Jahren zu viele Zahnarztvillen, zuviel Derrick-Milieu.

Bergbau ist einfach mal dran gewesen im Saar-TATORT. Dass wir jetzt damit in eine so aufgeladene und hoch komplizierte Lage platzen, ist natürlich nicht beabsichtigt gewesen, aber ich finde, die beiden Lager, Pro- und Anti-Bergbau kommen mit berechtigten Argumenten zu Wort und der Film fällt kein Urteil. Wir erleben sowohl die schweren Belastungen der Abbaugeschädigten als auch die großen Zukunftssorgen und die bewegende Trauer der Bergleute mit. Der Film behauptet nicht, hier die richtige Entscheidung zu kennen, so einfach ist es schließlich in der Wirklichkeit auch nicht. Uns hilft das Thema jedenfalls, eine spannende und sehr emotionale Geschichte zu erzählen. Und Max sieht in verdreckter Bergmannskluft und mit kohleverschmiertem Gesicht auch echt heldenhaft aus.

TATORT - a never ending story. Im Mai wird die 700. Episode der erfolgreichen Reihe ausgestrahlt. Was macht den Reiz der Sendereihe aus? Wie lange wird es das Duo Kappl/Deininger geben?

Maximilian Brückner: Der TATORT ist ein tolles Format mit sehr hohem Niveau, in dem man sehr viele Dinge ausprobieren kann. Am meisten mag ich seine Verschiedenartigkeit - jede Geschichte ist anders, und jedes Kommissarenduo ist anders. Ich hoffe, wir werden selber noch einige Fälle zusammen lösen... Natürlich muss er mich jetzt erstmal wieder ausgraben. Ich hoffe das kriegt er hin!

Gregor Weber: Der TATORT ist erwiesenermaßen nicht tot zu kriegen. Keine Sendereihe erreicht stabil so viele Zuschauer, an keinem prominenten Programmplatz kann ein Sender so viel wagen. Viele TATORTe haben Fernsehgeschichte geschrieben. Das Duo Kappl/Deininger wird es, wenn es nach mir geht, solange geben, wie etwas gewagt wird. Solange eben spannende Geschichten mit uns erzählt werden. Dann ist erst Schluss, wenn Max wegen Gelenk-Rheumatismus meinen Rollstuhl nicht mehr schieben kann.

SR-Pressemappe


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