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Das TATORT-Gespräch mit Inge Plettenberg

?Das Alter ist kein Problem?

SR-Redakteurin Inge Plettenberg über das neue SR-TATORT-Team, saarländische Identifikationsfiguren und die Suche nach dem richtigen Palu-Nachfolger beim Saarländischen Rundfunk

SR-Redakteurin Inge Plettenberg, Bild: tatort-fundus/tg

Zwei Fälle hat Maximilian Brückner als Kommissar Franz Kappl gelöst, seitdem er im Oktober 2006 beim Saarländischen Rundfunk die Nachfolge von Jochen Senf angetreten hat. Doch schon vorher, bei der offiziellen Präsentation des neuen SR-Teams auf einer Pressekonferenz in Hamburg im März 2006, sprachen wir mit der Redakteurin Inge Plettenberg, die 2004 die Nachfolge von Dr. Michael Beckert und Martin Buchhorn angetreten hat und seitdem für den SR-TATORT zuständig ist.

Frau Plettenberg, die Entscheidung für Maximilian Brückner wurde erst kürzlich bekannt gegeben. Die "Saarbrücker Zeitung" hat die Katze jedoch bereits im November 2005 aus dem Sack gelassen. Ist da ungewollt etwas durchgesickert?
Das war eine gezielte Indiskretion. Ich will keine Vermutungen äußern, aber es war eine Indiskretion von jemandem, der das neue Team nicht will.

Also stand die Nachfolge zum damaligen Zeitpunkt bereits fest? Immerhin hat der SR den Bericht damals dementiert?
Es gab noch keinen unterschriebenen Vertrag und es waren noch andere im Gespräch. Man hätte auch Maximilian Brückner nicht unbedingt genützt, wenn man es zu dem Zeitpunkt publik gemacht hätte. Wir hätten auf jeden Fall den Zeitpunkt der Bekanntgabe lieber selbst bestimmt.

So wurde in der Öffentlichkeit weiter über den Palu-Nachfolger spekuliert. In verschiedenen Presseberichten wurden die Namen von Uwe Ochsenknecht und Til Schweiger genannt?
Es ist ja dann die Frage, ob man sich die Spekulationen zu Eigen macht. Nichts gegen Uwe Ochsenknecht und Til Schweiger. Wir wollen aber, dass unser neuer TATORT-Kommissar nicht schon zu sehr festgelegt ist.

Und das ist bei Maximilian Brückner grundlegend anders?
Ja.

Was hat denn im Endeffekt für ihn gesprochen? Wodurch zeichnet er sich ganz besonders aus?
In den ersten Gesprächen über ein neues SR-TATORT-Konzept hat Fred Breinersdorfer ihn ins Spiel gebracht, der mit Maximilian Brückner schon zusammengearbeitet hat. Zu dem Zeitpunkt hatten wir ihn in "Männer wie wir" und kurz darauf in "Sophie Scholl" gesehen. Wir finden, dass Brückner ein sehr interessanter und vielseitiger Typ ist, der Zuschauerinnen und Zuschauer verschiedener Generationen anspricht durch seine geradlinige und glaubwürdige Art. Brückners Leistung in den großen Rollen, in denen man ihn dann seit Anfang 2006 im Fernsehen hat sehen können, bestätigen uns in unserer Entscheidung. Das Alter ist kein Problem; mit 27 Jahren kann er ohne weiteres jemanden von Anfang 30 spielen. Wir haben ein Dialog-Casting gemacht, um zu sehen wie Gregor Weber und Maximilian Brückner, das heißt Deininger und Kappl miteinander reden - das war für Autor und Regie gleichermaßen wichtig. Das Casting ist sehr gut gelaufen und hat alle unsere Erwartungen erfüllt. Die beiden passen toll zusammen.

Nun gibt es Stimmen, die von einem eher halbherzigen Neuanfang sprechen, da "nur" der Hauptkommissar ausgetauscht worden ist?
Warum sollte man Deininger (Weber) und Frau Braun (Alice Hoffmann) rausnehmen? Sie sind ja Identifikationsfiguren für die Saarländer. Die sind zwar gemessen am Gesamtpublikum relativ wenige. Aber trotzdem muss man auch sie irgendwo abholen. Und dem Publikum außerhalb des Saarlandes soll etwas von uns gezeigt werden. Da ist zum Beispiel von der Sprache her etwas, das mitschwingt, das ganze Kolorit, das soll ja erhalten bleiben, ohne dass wir in eine fragwürdige Folklore verfallen. Abgesehen davon erzählen gute Tatorte heute neben dem Kriminalfall auch die Geschichte eines Ermittler-Teams, nicht mehr so sehr die Geschichte nur eines einzelnen Kommissars.

Wird der saarländische TATORT auch in Zukunft außerhalb der Grenzen spielen?
Die ganze Region wird natürlich mitspielen. Aber ich finde, wir haben in den letzten TATORT-Folgen immer ein bisschen zu viel Frankreich und zu wenig Saarland gesehen. Was aber letztlich auch nur die wissen, die sich hier im Lande auskennen.

Was ist der neue Kommissar für ein Typ? Welche Hobbys und Leidenschaften hat dieser Franz Kappl? Wie sieht sein familiäres Umfeld aus?
Er ist Anfang Dreißig, ein sportlicher und durchsetzungsfähiger Kerl mit Herz, und er hat familiäre Bindungen nach Bayern. Im Saarland hat er - noch - niemanden, es sind einfach berufliche Gründe, die ihn dort hinführen.

Bekommt der Zuschauer die Familienmitglieder des neuen Kommissars zu Gesicht?
Das möchte ich gerne noch offen lassen. Das Publikum soll ja auch ein bisschen auf die Folter gespannt werden.

Bleibt es bei einer Folge im Jahr?
Vorerst ja. Wir hoffen aber für die übernächste Folge auf einen Sendetermin, der so liegt, dass die Zuschauer nicht ein ganzes Jahr warten müssen, bis sie erfahren, wie es mit Kappl & Deininger weitergeht.

Sonst würde es auch schwierig, den neuen Kommissar bekannt zu machen und beim Publikum in Erinnerung zu bleiben?
Das stimmt. Ein TATORT im Jahr erlegt uns Erzähl-Probleme auf, die man mit mehreren Folgen im Jahr nicht hat.

Ist Fred Breinersdorfer als Autor für weitere Drehbücher vorgesehen?
Wir sind in Gesprächen für einen weiteren Plot. Wir haben ein bestimmtes Anforderungsprofil an den Kriminalfall. Unser neues Team muss in gut gebaute Krimis verwickelt werden. Einerseits die Emotionalität, andererseits das nachvollziehbar motivierte Verbrechen und dessen stringente, spannende Aufklärung - das wollen wir zusammenbringen und das ist jedes Mal eine neue Herausforderung.

Verraten Sie schon, welche Darsteller Sie für die erste Folge gewinnen konnten?
Nein, das möchte ich jetzt noch nicht.

Der Arbeitstitel des ersten Brückner-TATORTs heißt "Aus der Traum". Es gibt jedoch schon einen SWF-TATORT mit diesem Titel. Wird der Arbeitstitel auch der Sendetitel sein?
Wie groß wäre die Katastrophe, wenn es einen zweiten TATORT mit diesem Titel gäbe? Schaun wir mal.

Bezieht sich dieser Arbeitstitel denn auf den geplatzten Traum von Stefan Deininger, der gehofft hatte, neuer Chef zu werden?
Es sind verschiedene Träume, die platzen und neu entstehen. Jetzt wollen wir erst mal schauen, dass wir diesen Film auch gedreht kriegen. Drehbeginn ist in der ersten Juni-Woche.


Interview: Tobias Goltz / März 2006


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