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Heute ist der: 08.12.2019. --> Bis heute wurden 1124 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Weniger wäre hier sicher mehr gewesen"

In der Märkischen Allgemeinen schreibt Frank Kober am 30. August 2008 über eine kaltschnäuzige Abrechnung mit der Forschungs- und Förderpolitik hierzulande:

"Blinder Glaube" ? das Wortspiel ist billiger, als dieser "Tatort" verdient hat. Denn was Andreas Pflüger (Buch) und Jürgen Bretzinger (Regie) mit ihrer Mordgeschichte heute Abend vorführen, hat zwar mit Blinden zu tun, aber kaum mit Glaube. (...)

Aber keine Bange, Pflügers Geschichte ist nicht nur blitzsauber recherchiert und am Ende absolut logisch, sondern auch erstaunlich leicht. Offenbar, weil Jürgen Bretzinger ? sonst eher der Gemächliche unter den "Tatort"-Regisseuren ? diesmal richtig Gas gibt und das hochpolitische Kuddelmuddel mit viel Sarkasmus, szenischem Witz und einer glänzend besetzten Schauspieltruppe konterkariert. Vom Sprücheklopfenden Stark bis zum Sambatrampelnden Ritter. So wird aus der mühsamen Aufarbeitung eines heißen Themas eine kaltschnäuzige Abrechnung mit der Forschungs- und Förderpolitik hierzulande ? und ein unterhaltsamer Krimi-Abend.

Marco Maurer zeigt sich in der Süddeutschen Zeitung vom  30./31. August 2008 etwas enttäuscht vom neuen Berliner TATORT:

So gehe es in "Blinder Glaube" zwar politisch sehr korrekt zu, nämlich um das Spiel mit der Hoffnung kranker Menschen und um die Profitgier, die die Gesundheitsindustrie daraus entwickelt. Anspruch also formal erfüllt, mehr hätte es auch in diesem Berliner TATORT schon sein dürfen", schreibt Maurer. Die Anfangsszene, in der die Spitzen des Fernsehturms und die des Roten Rathauses in Berlin die Kulisse für den TATORT bilden, scheint Maurer aber zu gefallen. "Die Szene erinnert an Caspar David Friedrichs Bild "Der Wanderer über dem Nebelmeer", der seinen Spaziergänger im Gehrock übers Elbsandsteingebirge blicken lässt und damit das Scheitern  des Menschen in einer feindlichen Natur thematisiert". Maurer entdeckt in dem Film immer wieder Szenen, die ihn an "Kommissar Rex" erinnern, "allerdings ohne Hund, dafür mit fliegender Wurstsemmel". So bemängelt Maurer, dass der Humor in dieser Folge nur selten wirklich funktioniert, für ihn nur einmal, nämlich beim gemeinsamen Rumbatanz im Kommissariat, als Stark den Kollegen Ritter fragt, ob es Rumba früher auch im Osten gab.

Klaudia Wick schreibt am 30. August 2008 in der Berliner Zeitung über einen Krimi, der sich eher behäbig schleppt:

Eher behäbig schleppt sich der von Jürgen Bretzinger inszenierte Krimi durch seine Geschichte, in dessen Zentrum die Erfindung eines Mikrochips steht, mit dem Blinde wieder sehen können sollen. (...)

Weniger (Schwippschwägerschaft) wäre hier sicher mehr (Spannung) gewesen. Daran ändert auch die beachtliche Besetzung des Krimis wenig, die immerhin von Dieter Mattausch bis Jörg Gudzuhn und von Gesine Cukrowski bis Justus von Dohnanyi reicht.

Sylvia Staude schreibt am 29. August 2008 in der Frankfurter Rundschau über routinierte Bilder im neuen TATORT:

Arztkinder fallen oft nicht weit vom Stamm - aber die beruflichen, freundschaftlichen, familiären Verflechtungen, die sich Andreas Pflüger für den Tatort "Blinder Glaube" ausgedacht hat, sind, als seien alle Äpfel auf dem gleichen Quadratmeter Wiese gelandet. (...)

Lässig schüttelt das Duo die Ermittlungen aus dem Ärmel, routiniert hat Jürgen Bretzinger Bilder dafür gefunden. Nächstes Mal ist die Schampus-Laune bestimmt wieder verflogen, bekommt das entschlossene Berliner Duo stattdessen einen prickelnden Fall.

TV-Spielfilm meint, in "Blinder Glaube" wäre weniger deutlich mehr gewesen:

Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen, und die verkrampft ?witzigen? Einfälle zwischendurch hätte die interessante Grundidee auch nicht gebraucht.

 

Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt am 30. August 2008 über die stärker werdende Rolle von Felix Stark:

Doch ansonsten verstärkt sich im jüngsten Berliner Tatort "Blinder Glaube" der Eindruck, den schon die letzten Folgen immer stärker vermittelt hatten: Starks Rolle wird immer stärker, der kleine Kommissar zeigt dem großen, wo es langgeht, profiliert sich als bissiger und präziser Ermittler, der dem Krimi ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit beschert.

Zusammenstellung: Tobias Berger



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