Zur Startseite tatort-fundus.de
Heute ist der: 25.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Nicht gerade ein Knaller"

Frank Kober schreibt am 5. Juli 2008 in der Märkischen Allgemeinen über Tränchen auf Kommando:

Nein, auch der zweite Anlauf der neuen Sachsen-Kommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler (Simone Thomalla, Martin Wuttke) macht einfach keine Laune. Nicht des geschmacklosen Gags wegen, der ja irgendwie noch Volkes Schnauze wiedergibt ? angesichts der Horrormeldungen über verschwundene, misshandelte und kalt entsorgte Babys. Nein, es ist die Dramaturgie der Geschichten, die Konstruktion aus Figuren, Milieus und möglichen Mordmotiven, die noch nicht stimmt. (...)

Denn wie es aussieht, vermag vor allem Simone Thomalla ihrer Eva Saalfeld außer Sexappeal und flotten Sprüchen noch immer keine Persönlichkeit zu geben. Schmoll- oder Kussmund, viel zu enge Blusen und Tränchen auf Kommando ? das kann doch nicht das Konzept einer neuen ?Tatort?-Kommissarin sein. (...)

Schade, so müssen wir nach diesem Umstands-Krimi nun noch einen Anlauf abwarten. Drei Versuche hat ja jeder frei. Aber was kommt dann?

Judith von Sternburg meint am 5. Juli 2008 in der Frankfurter Runschau, dass Inka Friedrich und Hinnerk Schönemann nur dazu da sind, Saalfeld und Keppler ins rechte Licht zu rücken: 

Die Fahndungserfolge sind derweil paritätisch verteilt. Nach dem Mord an einer Frau gilt die Suche vor allem ihrem verschwundenen Baby. Andreas Pflüger (Buch), Hajo Gies (Regie) und auch Thomas Etzolds flotte Kameraführung holen dabei mit komplizierten Wendungen, einem großstädtischen Leipzig und bekannten Schauspielern groß aus. Und doch bleibt unklar, weshalb man Inka Friedrichs heikles Gesicht oder Hinnerk Schönemanns Introvertiertheit benötigt, wenn sie doch vor allem dazu dienen, Thomalla und vor allem Wuttke ins rechte Licht zu rücken.

Die Teleschau ist wenig begeistert vom neuen zwangsmodernisierten Leipziger TATORT:

Die meisten Firmen im wirklichen Leben wären vorsichtig, ihre Arbeitskräfte dem emotionalen Stress auszusetzen, den die Kommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler ertragen müssen. Als geschiedenes Paar müssen sie in der ohnehin aufwühlenden Mordkommission ihre gemeinsame Vergangenheit bewältigen. (...) Allerdings ist das schon wieder so modern, dass es aufgesetzt wirkt. Daran krankt der neue Leipziger "Tatort" ganz allgemein. (...)

Überhaupt hat die stets adrett gekleidete Simone Thomalla Probleme, ihre Rolle auszufüllen. Sie gibt meist mit großen Augen und geschürzten Lippen unglaubwürdig klingende Anweisungen und holt sich im Schatten von Martin Wuttke eine Erkältung. Der gibt den nachdenklichen Griesgram Keppler nämlich völlig überzeugend und mit kühler Perfektion. Würde Eva Saalfeld es nicht mehr aushalten mit ihm und die Stadt verlassen, wäre das nicht weiter schlimm. Dann könnte eben Kriminaltechniker Wolfgang Menzel (Maxim Mehmet) eine größere Rolle spielen.

Denn die Beziehung zwischen den völlig unterschiedlichen Typen birgt größeres Unterhaltungspotenzial und zweitens wird im zwangsmodernisierten Leipziger "Tatort" ohnehin viel Wert auf stylisches CSI-Feeling gelegt. Inklusive substanzloser Hektik und elektronischer Musik.

F.-B. Habel meint am 5. Juli 2008 auf Neues Deutschland.de, dass es zum Krimi gehört, dass der Zuschauer auch mal in die Irre geführt wird:

Das neue Leipziger Kriminalistenpaar hat eine Geschichte als Ehepaar hinter sich. Die geschiedenen Eheleute, aus deren Vorgeschichte wir erfahren, dass sie einmal ein Kind verloren haben, gehen nicht anders als andere alt gewordene Paare miteinander um. Es wird ein bisschen gefrotzelt, ein verstecktes Lächeln hinüber und herüber geschickt. Sprengkraft hat ihre Situation in dieser von Andreas Pflüger geschriebenen Folge nicht. Sein Film »Ausweglos« greift allerdings ein wichtiges ethisches Problem auf (welches, soll noch nicht verraten werden). Der Zuschauer kann sich in einer überschaubaren Gruppe von Verdächtigen zurechtfinden und wird mit einem zweiten Mord konfrontiert.

Die Spannung ist zum Teil der Inszenierung von Hajo Gies zu verdanken, der mit bewegter Kamera (Thomas Etzold) und schnellen, aber nicht überhetzten Schnitten Leipzig als eine moderne Stadt zeigt. Dass der Zuschauer auch mal in die Irre geführt wird, gehört beim Krimi dann doch dazu.

Prisma-online.de meint, der zweite TATORT mit Saalfeld und Keppler ist nicht gerade ein Knaller:

Der zweite Fall des neuen Leipziger Teams ist zwar besser als der erste, aber dennoch nicht gerade ein Knaller. Auch hier wirkt Simone Thomalla als Ermittlerin deutlich überfordert - man denkt immer wieder an ihre "Veltins"-Werbung mit Lebenspartner Rudi Assauer - und der Fall als solcher arg konstruiert. Überzeugend agiert allerdings Hinnerk Schönemann als Manuel Körting.

In der taz meint Christian Buss schreibt am 5. Juli 2008, dass das wenig verschüttete Trauma der Ermittler wird auf recht einfallslose Weise aufgebrochen.

Hauptkommissarin Saalfeld (Simone Thomalla) und Hauptkommissar Keppler (Martin Wuttke), das wissen wir ja seit einigen mäßig subtilen Andeutungen beim Amtsantritt der Fernsehermittler im Leipziger "Tatort"-Revier vor zwei Monaten, sind mal ein Paar gewesen. Dass ihre gemeinsame Vergangenheit allerdings so schnell und so plakativ in den Arbeitsalltag eingespeist wird wie in dieser zweiten Folge, hätte man nun doch nicht erwartet. (...)

Als fatal für das Täterrätsel erweist es sich auf jeden Fall, dass Andreas Pflüger (Buch) und Hajo Gies (Regie) in ihrer "Tatort"-Episode "Ausweglos" wenig Interesse daran zeigen, wirklich tief im komplizierten Beziehungsgeflecht zu schürfen. Vielmehr dient ihnen der verworrene Plot um die Suche nach Mörder und Neugeborenem dazu, auf recht einfallslose Weise das wenig verschüttete gemeinsame Trauma der Ermittler aufzubrechen.

Julia Nakötter schreibt am 6. Juli 2008 über einen ehr klassisch aufgebauten Fall:

In ihrem Debüt-Krimi hatten es die neuen Leipziger Ermittler Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) weniger mit einem außergewöhnlichen Verbrechen zu tun, als vielmehr mit sich selbst. So bleibt es auch in ihrem zweiten Fall. Als geschiedenes Paar müssen die Kommissare nicht nur zwei Morde aufklären, sondern auch ihre gemeinsame Vergangenheit bewältigen.

Dabei ist der neue Fall eher klassisch aufgebaut...

TV-Movie meint, das neue TATORT-Gespann komme langsam in Fahrt:

So langsam kommt das ?Tatort?-Gespann Susanne Thomalla & Martin Wuttke in Fahrt. Nach dem eher mittelmäßigen Einstand gewinnen ihre Charaktere an Tiefe. Auch ein Verdienst des Drehbuchautors Andreas Pflüger (51), der mit einer ungewöhnlichen Story überrascht. Leider fehlt das typische Lokalkolorit: Sämtliche Darsteller im tiefsten Sachsen sprechen reinstes Hochdeutsch.

Zusammenstellung: Tobias Berger



BITTE SPENDEN SIE!

Bitte unterstützen Sie das private Hobbyprojekt tatort-fundus.de! Wir freuen uns über jede Unterstützung und Anerkennung. Mit dem Geld werden primär die laufenden Kosten des Server- Betriebs beglichen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


TV-TERMINE
Alle anstehenden TV-Wiederholungen finden Sie übersichtlich gelistet

© tatort-fundus 1997 - 2018
Der Tatort-Fundus ist eine Webseite für Tatort-Fans

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung der Texte, BIlder und Daten nur mit Genehmigung des tatort-fundus

Sitemap | Impressum | Disclaimer |  Diskussionsforum RanglisteUnsere Datenschutzerklärung 

Alle inhaltlichen Fragen richten Sie bitte an frage(at)tatort-media.de 
Bei technischen Problemen bitte Nachricht an webmaster(at)tatort-media.de
Diese Website nutzt das Content-Management-System TYPO3