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Heute ist der: 24.08.2019. --> Bis heute wurden 1114 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

?In allen Fällen kommt es auf die Wahrhaftigkeit der Figur an?

Gespräch mit Torsten Michaelis

Bild: NDR/Christine Schroeder
Sie spielen zum zweiten Mal Charlotte Lindholms LKAVorgesetzten Stefan Bitomsky.Täuscht der Eindruck, oder wollen Sie diesmal besonders sympathisch wirken?
Sympathisch? So ist meine Rolle wirklich nicht angelegt. Bitomsky steht für die notwendigen, aber oft auch bürokratischen Zwänge und Einschränkungen bei der Verfolgung von Mördern und anderen Übeltätern. So jemand soll sympathisch wirken?

Sie handeln als Chef, aber erledigen Sie das nicht auf sehr charmante Art?
Ich möchte den Chef natürlich nicht als Klischeefigur spielen. Bitomskys Part im Niedersachsen-?Tatort? ist es aber leider, Frau Lindholm häufig auszubremsen. So einen Vorgesetzten als Sympathieträger zu bezeichnen,wäre übertrieben.Wenn mir die Mitte gelingt,wäre ich zufrieden. Wenn diese Figur ausgewogen wirkt, ist das auch der Zusammenarbeit mit Regisseurin Angelina Maccarone zu verdanken. Ich schätze ihre Genauigkeit, und man kann sich als Schauspieler gut in sie hineinlehnen.

Ein Ekelpaket wollen Sie also nicht sein?
Als pures Ekelpaket wäre Bitomsky aus meiner Sicht uninteressant und flach. Dass ein Vorgesetzter unangenehme Entscheidungen zu fällen hat, darum komme ich nicht herum. Das gehört zu dieser Figur. Dennoch liegt mir daran, dass Bitomskys Verhalten menschlich nachvollziehbar bleibt. Ich möchte einen Menschen darstellen, kein holzschnittartiges Klischee.

Gleich zu Beginn werfen Sie der arbeitswilligen jungen Mutter Charlotte Lindholm Steine in den Weg ?
Bitomsky lehnt es zunächst ab, Lindholm auf Teilzeitbasis ermitteln zu lassen, später lässt er sich doch darauf ein. Ein Vorgesetzter kann auch einmal Einsicht zeigen. Irgendwann begreift auch Bitomsky, dass Frau Lindholm das beste Pferd im Stall ist.Wenn die Positionen von Kommissarin und Chef immer gleich blieben,würden die Zuschauer wohl irgendwann das Interesse verlieren. Unser Verhältnis bleibt also in Bewegung.

Spielen Sie den Verwaltungs-Experten, und den kriminalistischen Spürsinn verkörpert Charlotte Lindholm?
Für den Verwaltungshengst würde es genügen, wenn er Lindholms spezielle Fähigkeiten zumindest anerkennt. Eine Idee für die weitere Zukunft wäre es vielleicht, dass Bitomsky so von seiner Frau Lindholm überzeugt ist, dass er sich für sie in Schwierigkeiten bringt. Ich denke, dass sich aus dem Zusammenspielen der Schauspieler weitere Ideen für weitere Geschichten ergeben.

Verwaltungschefs geraten in Filmen sehr oft in die negative Rolle,weil sie oft nur den Schutz ihres Apparats im Sinne haben. Ist Bitomsky kleingeistig,wenn er die Presse von Lindholms eigenmächtigen Ermittlungen fernhalten will?
Das fand ich gar nicht kleingeistig, sondern fürsorglich. Bitomsky hätte Lindholm auch vom Dienst suspendieren können, aber er sieht ja ein, dass sie recht hat. Er hält die Presse fern, damit die Ermittlungen in Ruhe weitergehen können.

Spielt man einen Chef eigentlich anders als einen Angestellten?
Nein, überhaupt nicht. In allen Fällen kommt es auf die Wahrhaftigkeit der Figur an. Ein Rezept wie ?Brust raus? hilft da nicht weiter.

NDR-Pressemappe


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