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Heute ist der: 15.12.2019. --> Bis heute wurden 1125 unterschiedliche TATORTe erstausgestrahlt. (Hä?)

"Solider Routinefall"

Sylvia Staude schreibt am 5.1.2008 in der Frankfurter Rundschau:

Der SWR glaubt offenbar, dass die Fernsehzuschauer so ermattet sind von den Feiertagen, dass man sie an diesem Sonntagabend nicht überfordern darf: weder Komplexität noch Tiefe, weder Witz noch Spannung zeichnen den Bodensee-Tatort aus. "Ein Suizid war's wohl nicht", sagt der Pathologe angesichts eines eingeschlagenen Schädels; das bleibt in etwa das Niveau der Dialoge im Drehbuch von Matthias Dinter und Xao Seffcheque.
Vielleicht möchte "Konschtanz" Leipzig ablösen - wo ein Neubeginn bevorsteht - als der Kahn, der das flachste aller Tatort-Gewässer befährt.
Klara Blum hält sich sogar beim Verhör an ihrer schwarzen Handtasche fest und bummelt durch ihre Ermittlung, als wäre sie selbst (oder Darstellerin Eva Mattes?) etwas gelangweilt von der Geschichte. (...)
Blum und Perlmann lassen ihren Routinefall am Ufer des Bodensees ausklingen. Anderswo geht man mit den Tatorten dieses Jahres hoffentlich nicht baden.

In der Märkischen Allgemeinen Zeitung schreibt Frank Kober am 5.1.2008:

Wenn ein Attribut auf den Bodensee-?Tatort? zutrifft, dann ist das ?solide?. Die Geschichten sind meist klug, aber konventionell erzählt. Figuren und Ambiente verklickern südländische Beschaulichkeit, in der ein Mord mehr Ruhestörung als Verbrechen ist. Und immer wieder erweist sich Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) als Fels in der Brandung allzu hektischer Betriebsamkeit. Klar, die Klara löst auch den vertracktesten Fall. Für die Optik und ein wenig Spaß müssen dann nur noch die Kollegen Perlmann und ?Beckchen? sorgen (Sebastian Bezzel, Justine Hauer), und schon bekommen wir unsere Sonntagabend-Portion Krimi. Solide Hausmannskost, nur jedesmal neu verpackt. (...)
Regisseur Jürgen Bretzinger, der schon im September mit ?Blutsbande? gehörig langweilte, verpasst es einfach, mit seinem Umwelt-Krimi Wiedergutmachung zu betreiben (Buch: Matthias Dinter, Xaõ Seffcheque). Einmal mehr setzt er auf solides Handwerk, statt auf eine überraschende Dramaturgie. Dabei hätte Bretzinger ? er ist nebenbei Stadtrat für die Grünen in Ravensburg ? aus dem Vollen schöpfen können. Hätte als Kenner der Interessenkonflikte zwischen Politik, Wirtschaft und Naturschutz aus dem Nähkästchen plaudern und einen kreuzgescheiten Fall zelebrieren können. Aber nein, Bretzinger serviert uns einen zwar sauber recherchierten, aber dafür nur sehr betulichen Krimi von der Stange.

Frank Rauscher von der teleschau schreibt am 30.12.2007:

Am Anfang brennt ein Vogelnest, und bald vernichtet ein ausgemachter Großbrand das ganze Stück Seeufer. Wieder ein Lebensraum des Kormorans vernichtet ... Es ist ein heißes Eisen, das der SWR-"Tatort: Der Kormorankrieg" da aufgreift. Im ganzen Land schwelt nach wie vor die Auseinandersetzung zwischen Fischern, deren Revierbestände der Kormoran bedroht, und Umweltschützern, die gegen den Abschuss des Wasservogels kämpfen. Es gibt Sportangler, die den Wasservogel als "Fischräuber", "Unterwasserterrorist" bezeichnen. Im "Tatort" am schönen Bodensee wird kurz nach dem Brandereignis der engagierteste Umweltschützer am Ort, Conrad Kettler (Christian Koerner), tot geborgen. Ein Fischer hatte ihn nebst einiger Bodensee-Felchen im Netz. Ein Krimi über Fressfeinde zu Lande, zu Wasser und unter den Menschen.

Zusammenstellung: Tobias Berger



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